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    Beim Lohn gibt es beträchtliche Unterschiede in den Berufsgruppen.  (Daniel Ospelt)

Der Medianlohn liegt in Liechtenstein bei 6534 Franken

Das Amt für Statistik hat den liechtensteinischen Lohnrechner, eine Sonderpublikation zur Lohnstatistik 2016 sowie eine Studie zu den Löhnen von Frauen und Männern in Liechtenstein veröffentlicht. Demnach liegt der Medienlohn bei 6534 Franken und 42 Prozent der Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen bleiben unerklärt.

Der Lohnrechner des Amtes für Statistik ermöglicht es aufgrund von Eigenschaften der Person (z.B. ausgeübter Beruf, Bildungsniveau) und des Unternehmens (z.B. Grösse, Wirtschaftszweig) in dem sie beschäftigt ist, einen mittleren Lohn zu schätzen. Die Berechnungen des Lohnrechners basieren dabei auf einem statistischen Modell, welches anhand von verschiedenen erklärenden Variablen einen Schätzwert für den Medianlohn sowie für die Quartile liefert.

Der Lohnrechner

Bei den angegebenen Löhnen handelt es sich um Schätzungen und nicht um Lohnempfehlungen. Die Schätzung stellt einen Gruppenmittelwert dar, und obwohl die Gruppenmitglieder gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen, können sie sich jedoch in anderen, nicht vom Modell erfassten Eigenschaften unterscheiden. Dabei spielen Faktoren wie Weiterbildungen und individuelle Karriereverläufe genauso eine Rolle wie die Lohnpolitik des Unternehmens oder das Verhandlungsgeschick in Lohnverhandlungen.

Sonderpublikation gibt neue Einblicke in Lohnverteilung

Der mittlere Bruttomonatslohn (Medianlohn) der in Liechtenstein beschäftigten Einwohnerinnen und Einwohner lag im Jahr 2016 bei 6534 Franken. Die Betrachtung nach Berufsgruppen zeigt dabei beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen. Während Beschäftigte in Handwerksberufen im Mittel mit einem Lohn von 5899 Franken rechnen konnten, waren es bei den Bürokräften 6639 Franken und bei den akademischen Berufen 9015 Franken. Grosse Unterschiede gab es aber auch innerhalb der Berufsgruppen. So verdienten beispielsweise die mittleren 50 Prozent der Beschäftigten in akademischen Berufen zwischen 6887 und 11870 Franken. Im monatlichen Bruttolohn enthalten ist auch ein Zwölftel des 13. Monatslohns und anderer Zulagen.

Sonderpublikation Lohnstatistik

Der mittlere Monatslohn der erwerbstätigen Bevölkerung steigt mit zunehmendem Bildungsniveau. Während Personen mit einem obligatorischen Bildungsabschluss 2016 im Mittel 5231 Franken verdienten, lag der mittlere Bruttomonatslohn bei den Beschäftigten mit einer beruflichen Grundbildung bei 6294 Franken. Personen mit einem Abschluss der höheren Fachschulen kamen im Mittel auf 9806 Franken. Ähnlich ergiebig waren ein Bachelor- oder Masterabschluss mit 9782 Franken.

Die Sonderpublikation zur Lohnstatistik enthält nebst Angaben zum Medianlohn nach Beruf und Ausbildung auch Informationen zum Lohn nach beruflicher Stellung und sozioprofessioneller Kategorie. Die einzelnen Merkmale werden dabei nach Geschlecht, Staatsbürgerschaft und Beschäftigungsgrad dargestellt. Nebst den Angaben zum Medianlohn enthält die Publikation auch Informationen zu den Quartilen.

42 Prozent des Lohnunterschiedes zwischen Männern und Frauen bleiben unerklärt

Die Resultate einer Analyse der Löhne von Frauen und Männern deuten darauf hin, dass rund 58 Prozent des Lohnunterschieds zwischen Frauen und Männern auf objektive Faktoren wie z.B. ein unterschiedlicher Beruf oder ein anderes Bildungsniveau zurückzuführen sind. Die restlichen 42 Prozent können demnach nicht durch diese objektiven Faktoren erklärt werden. Die Analyse basiert auf einem statistischen Modell, welches anhand von verschiedenen Variablen eine Unterteilung der Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in einen erklärbaren Anteil und einen unerklärbaren Anteil ermöglicht. Da das Modell jedoch nicht alle für die Erklärung der Lohnunterschiede relevanten Faktoren aufweist, kann der Unterschied nicht als direktes Mass für die Lohndiskriminierung interpretiert werden.

Analyse der Löhne von Frauen und Männern

Neue Erkenntnisse durch Verknüpfung von Daten

Das Amt für Statistik führt seit 2006 alle zwei Jahre eine Erhebung der Lohndaten durch und publiziert die Ergebnisse in der Lohnstatistik. Seit längerem wurde dabei von den Nutzerinnen und Nutzern der Wunsch nach zusätzlichen Informationen geäussert. Da die Erhebung jedoch auf Verwaltungsdaten der Steuerverwaltung basiert, fehlen wichtige Informationen zu verschiedenen Faktoren, welche sich auf das Lohnniveau auswirken (z.B. berufliche Stellung, Bildungsniveau, etc.), aber nicht in den amtlichen Registern erfasst werden. Die Verknüpfung der anonymisierten Daten aus Lohnstatistik und Volkszählung erlaubt es nun dem Amt für Statistik den Nutzerinnen und Nutzern erstmals einen vertieften Einblick in die Struktur der Löhne der in Liechtenstein erwerbstätigen Bevölkerung zu bieten. (ikr/red)

11. Jul 2019 / 10:13
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