• LPC in Vaduz
    Prinz Nikolaus (rechts) von und zu Liechtenstein, Botschafter beim Heiligen Stuhl in Rom, stellte sich im Live-Interview von Günther Meier und beantwortete auch Fragen aus dem Publikum.  (Daniel Schwendener)

«Hochkomplexe Materie»

Der LPC lud anlässlich seiner Generalversammlung Prinz Nikolaus von und zu Liechtenstein ein, über seine Erfahrungen als Botschafter beim Heiligen Stuhl zu berichten. Dies tat er in Form eines Live-Interviews.
Vaduz. 

Die Trennung von Kirche und Staat – obwohl seit vielen Jahren ein politisches Dauerthema – ist noch immer nicht abgeschlossen. «Es wäre passender, wenn man es eine ‹Entflechtung von Kirche und Staat› nennen würde», sagte Prinz Nikolaus von und zu Liechtenstein, Botschafter Liechtensteins beim Heiligen Stuhl. Faktisch gesehen seien Kirche und Staat nämlich bereits seit einigen Jahren getrennt, es fehlen einzig noch die Abkommen zwischen den Gemeinden Balzers und Gamprin-Bendern und dem Erzbistum Liechtenstein. Ob und wann es zu einer Lösung komme, konnte aber auch Prinz Nikolaus nicht sagen.

Bezüglich der Entflechtung von Kirche und Staat sei der Fall eigentlich klar. Bei neun von elf Gemeinden Liechtensteins liegen abgeschlossene Verträge vor, welche die Entflechtung von Eigentum und Finanzen sowie die Aufteilung der verschiedenen Aufgaben regeln. Ausstehend seien einzig die Gemeinden Balzers und Gamprin-Bendern. Bei diesen stelle sich die Frage, ob die Verträge noch zustande kommen können, oder ob diese Gordischen Knoten durchschnitten werden müssen.
Das Abkommen selbst sei an und für sich unkompliziert und fast fertig. Ein endgültiger Abschluss sei jedoch erst möglich, wenn alle Gemeinden die entsprechenden Verträge unterzeichnet haben. Auch mit den beiden evangelischen Kirchen habe man eine weitgehende Einigung erzielt, aber auch hier müsse man warten, bis eine Lösung erzielt werden konnte. Rom wolle sich jedoch nicht direkt einmischen, da dies sonst auch bei 3000 weiteren Bistümern nötig werden könnte.
Eine Option wäre es, die Trennung über ein Gesetz und nicht über Verträge zu regeln. Jedoch sei es im Sinne von allen, dies über Verträge zu regeln, da dies im gegenseitigen Einvernehmen geschehe und erfahrungsgemäss auch länger halte. Sollte die Trennung über ein Gesetz angeordnet werden, sei es möglich, dass die folgenden Gerichtsverhandlungen einige Jahrzehnte in Anspruch nehmen würden. Auch wenn sich bei den noch offenen Verträgen derzeit keine Lösung abzeichne, sei es durchaus im beidseitigen Interesse zu einer Lösung zu kommen. (jgr)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Dienstag.


 

22. Feb 2016 / 22:44
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
07. August 2020 / 09:00
30. Juli 2020 / 20:37
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Schloss Vaduz
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
25.06.2020
Facebook
Top