• Im Interview mit Kodaline
    Mark Prendergast ist Gitarrist und Vincent May Schlagzeuger der Band Kodaline. (v.l.)  (Julia Kaufmann)

«Warten auf Einladung aus Liechtenstein»

Die Band Kodaline erzählt von ihrem neuen Lied, das sie bisher nur live performt haben, und warum sie ihre Songs in einer Küche schreiben. Am Freitagabend traten sie als eine der letzten Acts am diesjährigen Poolbar-Festival in Feldkirch auf. Das Konzert war ausverkauft. Insgesamt besuchten während rund einem Monat etwa 25000 Besucher das Festival.
Feldkirch. 

Interview: Susanne Quaderer

Die vier Iren, die zusammen die Band Kodaline stellen, traten am vergangenen Freitagabend im Rahmen des Poolbar-Festivals in Feldkirch. Vorab konnte die Redaktion mit zwei Bandmitgliedern ein Gespräch im alten Hallenbad führen.

 


Zuallererst: Wie geht es Euch?
Vincent May: Sehr gut. Wir kamen am Donnerstag in Feldkirch an, liefen ein bisschen durch die Stadt. Später haben wir ein Bier in einem Irish-Pub getrunken. Es war toll. Nun freuen wir uns auf das Konzert am Abend.

Wie war Eure Reise nach Österreich?
Mark Prendergast: Sie war gut. Wir reisen immer in unserem Tourbus, und schlafen gleich ein, wenn wir im Bus sind und wachen oft erst beim nächsten Stopp wieder auf. Aber Feldkirch ist unglaublich, die Berge, die gesamte Natur ist wunderschön.

Kennt Ihr Liechtenstein und wart vielleicht schon einmal hier?
Mark Prendergast: Ja, wir haben davon gelesen. Ich dachte zuvor immer, dass Luxemburg eines der kleinsten Länder ist, aber Liechtenstein ist ja noch kleiner (lacht). Aber leider waren wir noch nie hier. Vielleicht können wir es irgendwann einmal von unserer to-do-Liste streichen.
Vincent May: Auf jeden Fall können wir es dann von der Liste streichen, wenn wir einmal hier her eingeladen werden.

Also wenn ich Euch hierher einladen würde, würdet Ihr kommen?
Mark Prendergast: Natürlich, wir gehen überall hin, wo man uns einlädt, da sind wir sehr flexibel (lacht).

Zurück zum Musikmachen. Seid Ihr bei einem Live-Auftritt vor vielen Leuten immer noch nervös?
Mark Prendergast: Die Nervosität schwingt auch heute noch mit. Aber ich merke schon, dass je mehr Konzerte wir gespielt haben, umso mehr wandelt sich die Nervosität in Energie um. Vor einem Tag haben wir ein Konzert an einem Festival in Budapest gegeben und da waren unglaublich viele Leute. Als wir die Bühne betreten haben und uns mehrere 10 000 Leute bejubelt haben, da war ich nicht mehr nervös, denn ich wusste, wir haben sie gewonnen. Einige Situationen sind auch heute noch ziemlich Nerven aufreibend, beispielsweise wenn wir bei einem Konzert der Eröffnungsakt für die Hauptband sind, oder live während einer Fernsehsendung spielen. 

Was ist für Euch der schönste Moment auf der Bühne?
Vincent May: Die ersten Lieder, wenn die ganze Anspannung der vergangenen Tage und Wochen, entstanden durch die häufigen Proben, abfällt. Dann spielst du oben auf der Bühne und es macht «zack» und eineinhalb Stunden fühlen sich an wie eine Sekunde. 
Mark Prendergast: Genau. Vor allem der Tag des Auftritts kann sich anfühlen wie mehrere Tage, denn meistens treten wir ja erst am Abend auf. Wenn wir dann aber auf die Bühne kommen, fällt die ganze Anspannung ab – das ist ein tolles Gefühl.

Was inspiriert Euch beim Schreiben der Songs?
Mark Prendergast: Das variiert von Song zu Song. Im Moment sind es nur wir vier – keine ­Produzenten, oder Songwriters – wir schreiben und komponieren alles selbst in einer Küche. Wir haben dieses Aufnahmestudio in Dublin, wo unser ganzes Equipment untergebracht ist. Aus irgendeinem Grund haben wir begonnen, die Lieder nicht im Aufnahmestudio selbst, sondern in der Küche zu schreiben. Die Atmosphäre dort ist besser und somit kann alles passieren.

Sind Eure persönlichen Leben Quellen für die Liedtexte?
Vincent May: Ja, auf jeden Fall. Wir schreiben immer über Begebenheiten, die uns widerfahren sind – also Leute die wir kennen, und Beziehungen die wir hatten. Ich denke, unsere Zuhörer spüren auch, ob die Lieder uns wirklich etwas bedeuten und uns aus den Seele sprechen. 

Welcher eurer Songs gefällt Euch am besten?
Vincent May: Das ist, wie eines deiner Kinder auszusuchen (lacht).
Mark Prendergast: Und wir lieben alle unsere Kinder (lacht).
Vincent May: Nein, Spass beiseite. Es sind immer wieder andere Lieder, die wir am liebsten live spielen, vielleicht deshalb, weil wir dafür eine tolle Reaktion des Publikums bekommen. Aber einen Lieblingssong haben wir nicht – sie sind alle super (lacht).

Habt Ihr ein neues Lied?
Mark Prendergast: Ja. Das haben aber bisher nur Zuschauer gehört, die unsere Konzerte im vergangenen Monat besuchten. Er heisst «where ever you are». Sobald wir es spielen, habe ich das Gefühl, es gehört zu uns und auf die Bühne. Es ist ausserdem das erste Lied, das wir in diesem Jahr geschrieben und das Erste, das wir nicht zuerst veröffentlicht haben, bevor wir es spielten. Die Reaktion der Zuschauer live zu erleben, ist toll, wenn sie auf und ab springen, fühlt man die Energie und es feuert einem an.

Von was handelt der Song?
Mark Prendergast: Im Grossen und Ganzen geht es darum, egal wo auf der Welt deine bessere Hälfte ist, man kann trotzdem für einander da sein. Ich habe eine Fernbeziehung und kenne das Gefühl.
Eurer letztes Album «Politics of living» wurde 2018 veröffentlicht. Habt Ihr Pläne für ein neues Album?
Vincent May: In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder daran gearbeitet. Weil derzeit auch für uns die Festivalsaison auf Hochtouren läuft, haben wir am Wochenende keine Zeit, deshalb arbeiten wir nach einer kurzen Verschnaufpause während der Woche in Irland an unseren Songs weiter. Unser Ziel ist es, drei bis vier EP’s (kleines Album) zu veröffentlichen. Eines sicherlich noch in diesem Jahr und vielleicht alle auf einem umfassenden Album im kommenden Jahr. 

Was können wir erwarten?
Vincent May: Es wird ganz sicher ein Unterschied zum vergangenen Album. Da haben wir mit vielen Produzenten und Songwritern zusammengearbeitet, das war dieses Mal nicht mehr so. Es hört sich ganz nach uns an – es ist einfach Kodaline.

12. Aug 2019 / 14:19
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