• Eröffnungsabend Ligita mit Aniello Desiderio, Eschen
    Ein Phänomen an der klassischen Gitarre: Der aus einer neapolitanischen Musikerfamilie stammende 48-jährige Aniello Desiderio.

Vokale Schönheit

Aniello Desiderio eröffnete vergangenen Samstagabend in Eschen die 27. Liechtensteiner Gitarrentage.

Der weltbekannte Meistergitarrist Aniello Desiderio zeigte am Samstagabend mit seinen leidenschaftlichen Interpretationen, dass Musik der Schlüssel zur Seele ist. Mit der Leichtigkeit und Tiefe seines Spiels haut er einen um. Dass er mit den grossen Virtuosen des 19. Jahrhunderts, Paganini, Regondi oder Giuliani verglichen wird, verwundert nicht. Mit Fingerspitzengefühl, Schnelligkeit und Präzision liefert der Norditaliener brillante akrobatische Arpeggios und Skalen, spielt, streichelt, zupft die klassische Gitarre, rauscht mit Eleganz durch die Register, entwickelt auf seinem Instrument einen Reichtum des Ausdrucks und der Artikulation, wobei sein facettenreicher Ton immer vokale Schönheit behält. 

Betörend, begeisternd, berührend
Die Stücke, die er an diesem Abend spielte –Suite Española (Españoleta, Gallarda, Danza de las Hachas, Rujero y Paradetas, Zarabanda, Passacalle, Folias, La minona de cataluna, Canarios), im zweiten Teil der Suite mit Capricho Catalán, op. 165, El Testamento D’Amelia, Canco del Lladre, El Noi de la Mare und Canción y Danza n. 1, danach die Stücke  Omaggioa a Debussy (Manuel de Falla 1876–1946), Invocación y Danza (Joaquin Rodrigo 1901–1999) und Rito de los Orishas (Leo Brouwer*1937) und eine Zugabe – berührten, betörten und begeisterten. Tragik, Wehmut, Freude, Glück, Liebe – mit einer Fülle von Farben vermag Aniello Desiderio beim Zuhörer verborgene Gefühle, Bilder und Geschichten hervorzulocken. Zugleich geht es um die pure Klangschönheit.  Mit geschlossenen Augen wünschte man sich aus dem schwülwarmen Eschner Gemeindesaal hinaus auf eine Sommerwiese, mit hinter dem Kopf verschränkten Armen daliegend, oder an einer mit Pasta, Oliven und Wein gedeckten Sommertafel gemeinsam mit Freunden und Aniello Desiderio mit seiner Gitarre zu sitzen. Immer wieder griff er zum Handtuch, um sich den Schweiss von Gesicht und Fingern zu wischen. «Vielleicht sollte ich eine Diät machen», scherzte der sympatische Norditaliener.

Ein Phänomen an der klassichen Gitarre
Desiderio, 1971 in Neapel geboren, ist derzeit einer der grössten klassischen Gitarristen weltweit. Er begann das Studium der klassischen Gitarre im Alter von sechs Jahren. Rasch wurde er als «Wunderkind» gehandelt und sorgte auf seinem Weg zu einer Weltkarrierez mit 18 ersten Preisen bei nationalen und internationalen Wettbewerben für Furore. Auch ist er als Lehrer und Professor am Conservatorio Domenico Cimarosa in Avellino tätig. Seit 1989 spielt «Il Fenomeno» weltweit und tritt als Solist mit führenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Wiener Kammerorchester und den Moskauer Virtuosen auf. 

Ligita: Das Who is Who der klassichen Gitarre
Begrüssungsworte sprachen am Ligita-Eröffnungsabend Rita Kieber-Beck, Präsidentin des Liechtensteiner Gitarrenzirkels, Mauro Pedrazzini in seiner Fuktion als Kulturminister, Eschens Gemeindevorsteher Tino Quaderer sowie Caroline Spiegel, Leiterin des Festivalbüros, und Roger Szedalik, Nachfolger von Elmar Gangel, der die musikalischen Geschicke der Liechtensteiner Gitarrentage während 26 Jahren leitete. Die Ligita, wo sich das das Who is Who der klassischen Gitarrenszene trifft, sind mit Meisterkonzerten in den Unterländer Gemeindesälen, diversen weiteren Konzerten, einer Gitarrenausstellung sowie Meisterkursen für die 60 Gittarrenstudenten aus Europa, Nordamerika und Asien aus dem kulturellen Jahreskalender Liechtensteins nicht mehr wegzudenken und dauern noch bis 13. Juli. (ge)

Programm www.ligita.li

07. Jul 2019 / 17:37
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