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Triesner Rapper macht grenzübergreifende Comedy

Ein Rap-Song für die Schweiz zum Nationalfeiertag – mit dabei: Justin Heeb aus Triesen.
Die drei «Alpenbabo»-Rapper Pegu 17, Seppli MC und Hiasigaburscht (v. l.).

Edelweisshemden, Schweizer Kreuze und Traktoren. So präsentiert sich das neue Musikvideo des Schweizer Rappers Seppli MC. Zusammen mit Pegu 17 und Hiasigaburscht veröffentlichte er pünktlich zum 1. August die Single «Alpenbabo», einen Geburtstagsgruss an die Schweiz. Doch auch die Pfarrkirche St. Laurentius in Schaan sowie die Liechtensteiner Flagge sind im Video prominent vertreten.

Liechtensteiner Comedian mit einer Affinität für Musik

Zu verdanken ist dies dem jungen Triesner Justin Heeb. Ein Schüler des Liechtensteinischen Gymnasiums, der schon seit Längerem, vorwiegend für sich und seinen Freundeskreis, lustige Videos und Lieder kreiert. Als Musiker würde er sich dabei aber nicht direkt bezeichnen, er sieht sich selbst eher als Comedian. Seine Musik und Texte zielen nicht darauf ab, Gefühle, Emotionen oder Meinungen zu verarbeiten, sie dienen vielmehr der Bespassung des Publikums und des kreativen Auslebens seiner selbst. Dabei versucht er sich immer wieder an neuen Musikgenres; von Volksmusik über Trap bis hin zu Russian Hardbass. Um seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können, ohne dabei mit der eigenen Identität und den eigenen Wertvorstellungen in Konflikt zu geraten, hat er sich seine eigene Kunstfigur geschaffen. Diese sagt und tut manchmal auch mal Dinge, die dem einen oder anderen vielleicht als gewöhnungsbedürftig erscheinen mögen.

Aus Justin Heeb wird «Hiasigaburscht»

Unter diesem Pseudonym ist auch die Zusammenarbeit mit Seppli MC entstanden. Für Hiasigaburscht die erste Koopera­tion mit einem grossen Künstler. Seppli MC konnte in den letzten Jahren immer wieder nennenswerte Erfolge erzielen, auf der Videoplattform Youtube generierte sein erfolgreichstes Video bisher über 1,8 Millionen Klicks. Doch in Sepplis neuestem Werk steckt noch mehr aus Liechtenstein. Auch das Instrumental wurde von «Hiasigaburscht» komponiert. «Die Idee dafür kam ganz spontan, als ich mit Freunden an Kühen vorbeiging und dachte, dass man doch auch Kuhglocken und Volksmusikelemente in ein Trap-/Rap-Instrumental einbauen könnte», erzählt Heeb und ergänzt: «Grundsätzlich gibt es nur ganz wenige Künstler, die mit so einem Instrumental etwas anzufangen wissen, der Berühmteste davon ist Seppli MC.» So schickte Hiasiga­burscht im Juni dieses Jahres über Instagram eine Nachricht an Seppli. Nach wenigen Stunden Wartezeit antwortete Letzterer begeistert. Dies war der Startschuss für die Zusammenarbeit zwischen den beiden Künstlern, die dann zusätzlich noch den Berner Rap­per Pegu 17 mit ins Boot holten.

Viel vor, jedoch begrenzte Zeit für die Umsetzung

«Es musste schnell gehen», sagt Heeb. Das Lied sollte ein Geburtstagsgruss an die Schweiz werden, was kein späteres Release-Datum als den 1. August zuliess. Geschafft haben sie es trotzdem, und das Ergebnis lässt sich durchaus zeigen. Das Video und das Lied machen Spass. Milch aus Spritzpistolen, Handörgeli und ganz viel Schweizer Flair verbreiten gute Stimmung. Und dank den Versen von Hiasigaburscht darf man sich auch über den einen oder anderen «Liachtaschtaner Usdrock» freuen. Er rappt vom Grauspitz, dem guten Essen seiner «Nana» und der Liechtensteiner Flagge. Aus den Kommentaren unter dem Video ist zu vernehmen, dass das Trio ihr Ziel der Bespassung definitiv erreicht hat.

Kein strikter «Fahrplan» für die Zukunft

«Was ich beruflich machen will, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau fest», sagt Justin Heeb. Jedoch würde er es sich wünschen, auch in Zukunft kreativ zu sein und damit irgendwann vielleicht sogar seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Vorerst will er sich auf die im nächsten Kalenderjahr anstehende Matura konzentrieren und wann immer es die Zeit hergibt, mit kreativen Köpfen zusammenarbeiten.

Sein Credo lautet: Kreativ zu sein, neue Künstler und Arbeitsweisen zu entdecken und sich nicht auf ein Genre oder einen Stil festzufahren. Am liebsten kombiniert er verschiedenste musikalische Komponenten und probiert zu Hause in seinem kleinen Heimstudio alles aus, was ihm gerade so in den Kopf schiesst. Inspiriert wird er dabei von Künstlern wie Itsoktocry oder Russian Village Boys.

Es bleibt also mit Spannung zu erwarten, was der junge Mann in Zukunft noch von sich hören lässt. Doch eines ist sicher. Die Kunstfigur Hiasigaburscht wird ihn nicht bis in alle Ewigkeit begleiten. Justin Heeb würde sich irgendwann gerne wirklich ernst gemeinten musikalischen Projekten widmen. Wann es so weit ist, liess er jedoch nicht verlauten. Weitere Kooperationen der drei Künstler sind derzeit nicht geplant. Der junge Liechtensteiner hofft jedoch darauf, sich bald wieder einmal mit Seppli MC zu treffen. (ng)

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