• 20171118 Sprengung von 2 Skulpturen, Bad Ragaz
    Die gewaltige Explosion konnte den zwei Skulpturen nichts anhaben.  (Nils Vollmar)

Statuen wollten nicht zersprengen

Mit einem künstlerischen Knalleffekt im wahrsten Sinne des Wortes wurde am Samstag im Giessenpark in Bad Ragaz ein Schlaglicht auf die im nächsten Jahr zum siebten Mal stattfindende Triennale geworfen.
Bad Ragaz. 

Der See im Giessenpark bietet mit seinen vielen Wasservögeln, altehrwürdigen und gepflegten Bäumen am Ufer und den im Wald und am See verstreuten Kunstwerken den idealen Schauplatz für genussvolle Spaziergänge im Herbst.
Doch an diesem Samstag war alles etwas anders und der idyllischen Stimmung wurde durch ein explosives Kunst-Event, als dessen Höhepunkt gar eine Sprengung von zwei Statuen stattfand, ein Ende bereitet. Verantwortlich dafür war Rolf Hohmeister, Organisator der alle drei Jahre stattfindenden Skulpturenschau Bad Ragartz, die in und um Bad Ragaz längst viele und unübersehbare künstlerische Akzente gesetzt hat. Als Sprengmeister im Dienste der Kunst trat Pavel Schmidt in Aktion, den Hohmeister als «Künstler, Philosph und ein bisschen Dadaist» würdigte. Aus den Trümmern der beiden gesprengten Skulpturen – Venus und David, zwei klassizistische Marmorstatuen – will Schmidt ein neues Kunstwerk entstehen lassen. Oder wie Hohmeister es ausdrückt: «Auf in eine neue Zukunft, die hoffentlich keine Kopie der Vergangenheit ist.» An grossen Worten und viel Theaterdonner mangelte es wahrlich nicht.

Zurechtweisungen statt Absperrungen
Die vorab angekündigte Aktion stiess auf grosses Interesse, neugierig beobachteten die Schaulustigen (darunter viele Kinder) die Vorbereitungen der Sprengung, während sich Fotografen und Kameramänner in Position brachten. Unablässig schaffte das Team um den Künstler Explosives wie Raketen, Vulkane und andere Feuerwerkskörper heran, auch zwei mit Sprengstoff gefüllte Gartenzwerge. Feste Absperrungen gab es keine, nur der Künstler wies per Mikrofon die Schaulustigen immer wieder energisch zurück. Eine Rakete wird als Startschuss abgefeuert und die bisher ahnungslosen Enten und Schwäne flüchten. Das Feuerwerk sorgt für dichte Rauchschwaden, klassische Musik und Trommelwirbel – live vor Ort von einem Schlagzeuger gespielt – kündigten den Höhepunkt an. Als es schon dunkel ist und die Zuschauer längst frieren, wird der Sprengvorgang dann doch etwas plötzlich in Gang gesetzt. Nach mehrmaligen Warnsignalen folgen ein lauter Knall und eine Explosion. Allen Bemühungen zum Trotz haben sich die beiden Figuren entschieden, stehen zu bleiben. «Aber ein neues Kunstwerk wird trotzdem entstehen», teilt der Künstler dem Publikum das Ergebnis mit und greift nun selbst zu Hammer, Meissel und Bauwerkzeugen, um mit eigener Hand zu erledigen, was das Schwarzpulver nicht vermochte. Als das Publikum wieder näherkommen darf, stehen nur noch Trümmer da. Diese sollen nun in Bronze gegossen und zu einem neuen Kunstwerk werden. Auch wenn das Ziel nicht ganz erreicht wurde, für Aufsehen sorgte diese Inszenierung zwischen Kunst-Happening und Feuerwerk allemal. (jk)

Video unter: https://ligital.li/2017/01/kunst-da-hats-daneben-geknallt/

20. Nov 2017 / 17:57
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