• Tamara Kaufrmann
    Für Tamara Kaufmann war die Luftakrobatik Liebe auf den ersten Blick.

Spektakuläre Show bei Vaduz Classic

Tänzerin und Choreografin Tamara Kaufmann erzählt von ihrem Faible für Luftakrobatik und spricht über ihren Auftritt bei Vaduz Classic. Sie liebt es, sich herauszufordern.

Frau Kaufmann, Sie werden die zweite Programmhälfte zum Auftakt von Vaduz Classic am 23. August eröffnen. Wer Sie kennt, weiss: Es wird spektakulär ... Erzählen Sie doch mal!

Tamara Kaufmann: Eines vorweg: Ich gehe wie schwanger mit diesem Projekt. Ich fühle mich geehrt, dass ich überhaupt angefragt worden bin. Es macht auch unglaublich Spass, weil ich alles selbst entscheiden kann: Was mache ich? Mit wem arbeite ich zusammen? Das alles und noch viel mehr kann ich frei wählen. Das ist eine Chance, die man nicht so oft bekommt. Ich liebe es, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Auch wenn dies meine Arbeit auch teilweise wiederum erschwert. Denn die Ideen müssen in mir wachsen und manchmal muss ich mich auch wieder von einer verabschieden. 

Dann sind die Ideen noch fleissig am Wachsen oder steht das gesamte Programm Ihrer Show bereits?Sagen wir es mal so: Ich weiss, was ich zeigen möchte, alles andere ist noch ein Prozess. Es ist enorm kompliziert, an alle technischen, choreografischen und interaktiven Zusammenhänge im Voraus zu denken, was wichtig ist, denn wir haben sehr wenig Zeit vor Ort. Ich schneide auch vorab die Musik und Videos, auf die die Choreografie eingeht, selbst zusammen. Events, die ich sonst auf die Beine stelle, müssen spektakulär sein, cool und lässig. Der Wow-Effekt darf da nie fehlen. Darf er natürlich auch bei dieser Show nicht, aber sie soll auch auf der emotionalen Ebene berühren. 

Luftakrobatik

Tamara Kaufmann ist bekannt für ihre spektakulären Luftakrobatik-Shows.

Was wird denn die Besucher konkret erwarten?
Die Show gestalten drei Tänzer: Marion Büchel aus Balzers, Deniz Doru aus München und ich. Ich hatte das Glück, zusätzlich einen Rigger, also einen Höhenarbeiter für solche Veranstaltungen, zu engagieren. Er heisst Duncan Cown, kommt ursprünglich aus Neuseeland und lebt in der Schweiz. Zu sehen sein wird Tanz, gepaart mit Luftakrobatik. Wir werden sehr oft in der Luft sein. Insgesamt wollen wir mit vier verschiedenen Arten von Luftakrobatik begeistern. 

Wie unterscheiden sich denn diese Arten in der Luft?
Was die meisten wahrscheinlich kennen ist das Vertikaltuch. Das wird auch bei meiner Show zum Einsatz kommen, allerdings werde ich es anders aufhängen wie gewöhnlich. Die Choreografien an der Wand, den sogenannten Wall-Dance, kennt man von Marion und mir auch schon. Ich habe aber auch nach Arten gesucht, die man so noch nie oder zumindest kaum gesehen hat. Wir werden dabei hoch- und runtergefahren, entweder von Hand oder mit einem Motor. Ein weiteres Element wird der Tanz am Seil sein. Das Besondere: Das Seil und der Boden werden dem Tänzer den Ton angeben, dies verlangt von Deniz Doru als Tänzer das Talent zum Improvisieren ab. Etwas komplett Neues wird das Bungee-Seil sein, an welches ich mich hängen werde. Zusammen mit meinem Tanzpartner Deniz, der am Boden tanzen wird, bin ich ganz schön am Tüfteln. Und genau das ist der Reiz: Etwas Neues ausprobieren und dies mit Herzblut Schritt für Schritt umzusetzen.

Sie haben auch eine Geschichte angetönt, die Sie mit Ihrer Show erzählen wollen.
Ja, richtig. Aber angetönt soll es auch bleiben: Ich bin gespannt, ob und wie ich die Zuschauer mit meiner Geschichte erreichen kann ... 

Frau Kaufmann, Sie springen für «Zurcaroh» ein, eine Akrobatikgruppe aus Vorarlberg, die angeblich abgesagt hat. Entsprechend blieb Ihnen für die Vorbereitungen und Proben weniger Zeit, oder?
Das ist definitiv so. Für den Gala-Abend war ich ursprünglich gar nicht eingeplant. Im Vergleich zu Zurcaroh habe ich keine fixe Nummer in petto. Ich muss diese also erst neu produzieren. Das war für mich allerdings kein Hindernis, ich habe keine Sekunde mit der Zusage gezögert. Wie gesagt, ich sehe es als riesige Chance und freue mich, dass ich diese wahrnehmen darf. 

Der Faktor Zeit ist also schon eine grosse Herausforderung?
Ja, die Zeit ist sehr knapp. Das Gute aber: Ich habe mit den beiden Tänzern und dem Rigger so tolle Idealisten um mich herum, dass ich weiss, dass es zu bewältigen ist. Ich fordere mich natürlich auch selbst heraus, indem ich den Anspruch habe, die Zuschauer auf eine neue Weise begeistern zu wollen. Und ich liebe es, mich selbst herauszufordern.

Ansonsten wären Sie wahrscheinlich auch gar nicht da, wo Sie heute sind und könnten sich nicht über so viele Erfolgserlebnisse in den vergangenen Jahren freuen. Sie waren einst eine Bühnentänzerin – was hat Sie eigentlich in die Lüfte geführt?
Ich hatte 2007 einen Auftritt für BMW in München. Ich tanzte auf der Bühne, während über mir Akrobaten durch die Lüfte flogen. Unmittelbar nach der Aufführung rannte ich zu meinem Trainer und gab ihm ziemlich deutlich zu verstehen: Du bringst mir Luftakrobatik bei – und zwar gleich morgen! Es war wie Liebe auf den ersten Blick – ich habe da hochgeschaut und wusste: Das ist meins!

Was fasziniert Sie denn an der Luftakrobatik?
Ich fühle mich dort oben einfach mega wohl. Was mir ausserdem gefällt, ist, dass ich diese Leidenschaft auch anderen weitergeben kann. Denn Luftakrobatik kann jeder ausprobieren. Natürlich braucht es mehr, um es dann auch wirklich professionell machen zu können. Beispielsweise wird manchen Leuten in der Höhe übel und auch Höhenangst ist ein grosses Thema. Während ich mit Laien etwa eineinhalb Meter weg vom Boden trainiere, geht es für Profis schon mal 100 Meter nach oben. Loyalität und Teamgeist spielen für mich ebenfalls eine grosse Rolle. 

Akrobatik in 100 Metern Höhe, das klingt nicht ohne. Risiko ist da sicherlich auch immer dabei, oder?
Ja sicher! Mir ist allerdings Gott sei dank noch nie etwas passiert. Und ganz ehrlich: Am Boden kann definitiv mehr passieren, beispielsweise bei Hebefiguren. 

Kennen Sie Angst?
Ja. Aber ich muss schon sagen, ich bin schon ziemlich angst­frei. Sobald ich gesichert bin, habe ich auch keine Höhenangst mehr. Ich muss zugeben, es ist mir tatsächlich schon passiert, dass ich vor einer Show das Muffensausen bekommen habe. Und zwar dann, wenn die Verantwortlichen diskutieren, was wie sicher ist und was eventuell doppelt abgesichert werden sollte. Aber die Angst kommt dann eher, weil ich Mutter bin, weniger wegen mir selbst (lacht). Ich muss auch sagen, dass ich in der Luft immer sehr konzentriert und bei der Sache bin. Darauf kann ich mich verlassen, was mir wiederum die Angst nimmt. 

Haben Sie nach dieser Show bei Vaduz Classic bereits wieder neue Projekte in Aussicht?
Es ist immer etwas los. Im Oktober choreografiere ich zwei Modeschauen, und die Proben für die Operette Balzers beginnen. Aber erst einmal werde ich nach Vaduz Classic eine kurze Pause einlegen und mal durchatmen. 

Das Motto am diesjährigen Vaduz Classic ist «Vaduz tanzt». Was bedeutet tanzen für Sie?
Es ist meine Leidenschaft, der Tanz erfüllt mein Herz.

Auftritte bei Vaduz Classic
Freitag, 23. August, 18 Uhr
Galakonzert mit Kian Soltani, Violoncello und Ensemble Esperanza sowie Tanz und Luftakrobatik von Tamara Kaufmann 

Samstag, 24. August, 17 Uhr
Liechtenstein tanzt: Verschiedene Tanz- und Akrobatikgrupppen aus Liechtenstein

12. Aug 2019 / 15:32
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