• Medienhaus Weihnachtsessen in Malbun
    Aufgrund der beengten Platzverhältnisse im «Vögele» war für die Trompeter kein Platz mehr im Bild.  (Daniel Schwendener)

«Schmutzige, kultivierte Kammermusik»

Eine der kultigsten Bands Liechtensteins, «7up», feiert dieses Jahr ihr 20-Jahre-Jubiläum. Anlässlich ihres Auftritts an der Mitarbeiterfeier des Vaduzer Medienhauses wurden sie spontan zum Interview geladen.
Vaduz. 

Seit 20 Jahren sorgt die «Träsch Bräss Bänd» 7up an Fasnachtsveranstaltungen für Stimmung. Ihre Auftritte künden sie jeweils in fantasievoll geschriebenem Deutsch an, das trotzdem für jeden verständlich ist. Dies kann dann ungefähr so aussehen: «20 Jare 7up am Vreitag, 22. Februwar 2019.» Anlässlich ihres Engagements bei der Medienhaus-Mitarbeiterfeier im «Vögeli» in Malbun kamen die acht Musiker im Hinblick auf ihr 20-Jahre-Jubiläum natürlich nicht ohne Interview davon. Der Schlagzeuger Harry Caduff, neben dem Posaunisten Martin Beck das einzig verbliebene Gründungsmitglied, stellte sich mit seinen wohlüberlegten Antworten sofort als Sprachrohr der Gruppe heraus. Während er einen Grossteil der Fragen beantwortete und die restlichen Bandmitglieder brav zuhörten, bekamen die Interviewer von ihm gleich noch 7up-typische Schminke verpasst - eine Katzennase mit Schnauz.

 

Träsch Bräss. Was ist das für eine Musikrichtung?
Kussi: Bräss kommt von Pressen, weil wir so stark in unsere Instrumente pusten müssen. (lacht)

Harry: Träsch bedeutet schmutzig-kultivierte Kammermusik.

Ihr seid ja bekannt für eine super Rechtschreibung. Wer ist bei euch dafür zuständig?

Harry: Schuld ist Franz Tschol, der hat damit angefangen. Aber seit er nicht mehr dabei ist, macht das Armin. Von uns kann er am besten schlecht schreiben.

Armin: Einmal haben wir normal geschrieben, aber da gab es sofort Reklamationen.

Warum habt ihr immer Latzhosen an? Werden die nie schmutzig?
Harry: Willst du einmal riechen? Martin: Er hat sie wirklich noch nie gewaschen.

Harry: Wir machen ehrliche Musik. Die kann man nicht abwaschen.

Und warum tragt ihr diese Katzenschminke?
Harry: Dies geht halt schnell. (lacht) Und wir schauen damit herzig aus.

Bütz: Und man weiss, wer dabei ist.

Im normalen Berufsleben geht ihr ja alle seriösen Berufen nach. Kollidieren eure fasnächtlichen Engagements nicht mit euren beruflichen Verpflichtungen?
Kussi: Zu den seriösen Berufen muss man sagen, dass wir relativ viele Banker dabeihaben.

Trümsle: 7up ist eine gute Ergänzung zu unseren Berufen. Die Kollisionen nehmen wir für die Kultur Liechtensteins gerne auf uns.

Warum habt ihr keine Frauen dabei? Haltet ihr nichts von Frauenquoten?
Harry: Das steht in den Statuten: Keine Weiber. Wegen dem Katzenkrieg. Das haben wir ganz am Anfang beschlossen.

Kussi: Wir haben doch gar keine Statuten.

Harry: Sicher, da wart ihr noch gar nicht dabei.

Wie ist es für euch, vor einer Horde Journalisten zu spielen?
Armin: Wir sind schon sehr aufgeregt. Es ist das erste Mal, dass wir von der Presse bemerkt werden. (lacht) Roman: Wir hoffen auf einen grossen Medienpush, dass alle auf uns zukommen: Die «Liewo», das «Enzian», das Alpenmagazin Panorama ...

Philipp: Nein, eigentlich wollen wir unser eigenes Magazin: Die Träsch Press. (alle lachen) Da könnten wir auch Mode- und Schminktipps geben.

Jetzt gibt es euch seit 20 Jahren. Wird euch das nie langweilig?
Harry: Eigentlich schon. Es scheisst mich jedes Jahr an. Aber ich will halt nicht die Kollegen enttäuschen. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass ich schon 20 Jahre mit diesen Nasen unterwegs bin.

Findet ihr es nicht schade, dass ihr dieses Jahr nicht an der Hauptfasnacht spielt?
Trümsle: Zum Glück müssen wir mal nicht. Danke Martin! (schaut böse zu seinem Kollegen). Da war einfach höhere Gewalt im Spiel.

Hat sich eurer Meinung nach in den letzten 20 Jahren die Fasnacht verändert?
Harry: Es hat heute weniger Beizen und es gibt daher auch weniger Beizenfasnacht. Aber uns ist das egal, wie die Fasnacht ist. Wir haben eine Gaudi. Ob die Fasnacht draussen besser ist oder nicht, ist uns wurst.

Und das Publikum, hat sich das verändert?
Bütz: Das Publikum ist jünger geworden. Oder wir älter. Aber das glaube ich nicht.

7up feiern am 22. Februar im «Rössle» in Schaan ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum mit allen ehemaligen Mitgliedern. Ab 20 Uhr gibt es eine öffentliche Jubiläumsparty.

11. Feb 2019 / 10:39
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