• Benjamin Quaderer
    Benjamin Quaderer liest heute um 20 Uhr auf www.twitch.tv/quadererer aus seinem neuen Buch «Für immer die Alpen».  (Jens Oellermann)

Quaderer führt Lesereise online fort

Benjamin Quaderer hatte mit seinem Erstlingswerk «Für immer die Alpen» eine grosse Lesereise geplant. Nun liest er stattdessen online.

Interview: Mirjam Kaiser

Erst vor Kurzem haben Sie in Schaan ihr neues Buch «Für immer die Alpen» präsentiert. Nun wurden alle künftigen Anlässe abgesagt. Wie stark trifft Sie das Veranstaltungsverbot?
Benjamin Quaderer: Ich hätte zwischen März und Juni gut 25 Lesungen gehabt. Die ersten drei konnte ich machen, alle anderen, zumindest bis Anfang Mai, wurden abgesagt. Ich vermute, das geht bis Juli so weiter. Es ist wahnsinnig frustrierend. Das komplette Frühlings­programm fällt weg. Und im Herbst, wenn es dann mit Corona hoffentlich vorbei ist, und wieder Lesungen gemacht werden können, interessieren sich die Veranstalter dann eher auch für die Bücher, die gerade erscheinen, und nicht für solche wie meines, die dann schon ein halbes Jahr alt sind.

Welche Alternativen haben Sie sich überlegt, die nun fehlenden Lesungen zu kompensieren?
So richtig kompensieren lässt sich das nicht. Ich hoffe immer noch darauf, dass zumindest ein Teil der abgesagten Veranstaltungen nachgeholt wird, aber das ist auch eher utopisch. Am heutigen Montag lese ich daher auf eigene Faust im Internet vor. Um 20 Uhr geht es los. Wer dabei sein möchte, kann das hier auf der Internetplattform Twitch (www.twitch.tv/quadererer; Achtung: ein «-er» mehr am Schluss als beim Namen) verfolgen.

Ihr Buch hat innert kürzester Zeit viele Kritiken auch in renommierten deutschen Zeitschriften wie zum Beispiel dem «Spiegel», der «Süddeutschen Zeitung» oder von der deutschen Presse-Agentur (dpa) erhalten. Hätten Sie mit diesem Erfolg gerechnet?
Das Buch ist bei einem renommierten deutschen Verlag erschienen, daher habe ich schon darauf gehofft, dass es gesehen und rezensiert wird. Damit gerechnet habe ich aber nicht. 

Welche Kritik hat Sie bisher am meisten gefreut?
Am Montag ist ein lange, ausführliche Besprechung in der «Süddeutschen» erschienen, die mich sehr gefreut hat. Einerseits, weil der Rezensent das Buch sehr positiv be-spricht, andererseits, weil er in seiner Kritik Überlegungen zu meinem Text anstellt, auf die ich selbst gar nicht gekommen wäre. 

Denken Sie, Sie als Literat könnten insofern von den Sicherheitsvorschriften rund um das Coronavirus profitieren, dass die Leute jetzt mehr zu Hause sind und mehr Zeit zum Lesen haben?
Ich glaube, die einzigen, die von Corona profitieren, sind Unternehmen, die Hefe oder Klopapier herstellen. 

Das Buch ist jetzt zwei Wochen im Handel. Gibt es schon erste Verkaufszahlen?
Ich habe keinen Zugang zu aktuellen Zahlen, aber was ich aktuell von Bekannten aus der sogenannten Literaturbranche höre, ist, dass generell deut-lich weniger Bücher gekauft werden als noch vor zwei Wochen. Das trifft nicht nur die Autorinnen und Autoren, sondern genauso die Verlage wie Buchhändlerinnen und Buchhänd­ler. Daher mein Aufruf an alle: Bestellt in einer unabhängigen Buchhandlung Bücher. Am besten tonnenweise. Die meisten Buchhandlungen liefern ja sogar. 

Welchen Einfluss haben die jetzigen Vorsichtsmassnahmen auf Ihr Leben in Berlin? Gibt es Unterschiede zu Liechtenstein?
Ich glaube, die Situation in Liechtenstein und in Berlin ist ähnlich. Ich verlasse das Haus nur, um einzukaufen oder kurz spazieren zu gehen. Dann gehe ich wieder heim, schreibe E-Mails und hoffe, dass das alles bald vorbei ist.

Heute Onlinelesung
Heute um 20 Uhr liest Benjamin Quaderer auf der Plattform Twitch (www.twitch.tv/quadererer) aus seinem Erstlingswerk «Für immer die Alpen».
 

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30. Mär 2020 / 09:00
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