• Vernissage Nadine Hilti, Schaan
    Vernissagerednerin Judith Näscher (li.), die zu Nadine Hiltis erster Ausstellung sprach.  (Tatjana Schnalzger)

Nadine Hilti - die Lust auf Neues

«Stationen meines Lebens» heisst die Ausstellung mit den Werken von Nadine Hilti in der Stein-Egerta. Es ist in diesem Jahr die vierte Kunstpräsentation im Schaaner Seminarzentrum und zugleich Nadine Hiltis allererste Ausstellung.
Schaan. 

Nadine Hilti ist eine vielseitige Frau. Als diplomierte Psychologin und Psychotherapeutin eröffnete sie 2013 eine eigene Praxis in Vaduz und spezialisierte sich auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 5 bis 21 Jahren. Als Ausgleich zu ihrer anstrengenden Tätigkeit begann sie zu zeichnen und zu malen. Die Begeisterung für die Kunst wurde ihr schon früh durch ihren Vater mitgegeben, der mit seiner Familie häufig Museen und Galerien besuchte. Ausserdem half Nadine Hilti in seinem Grafik-Verlag mit und bekam so einen Einblick hinter die Kulissen des Kunstmarktes. Sie begann zunächst, eigene Schwarz-Weiss-Bilder und Zeichnungen anzufertigen.

In der Kunstschule Mut gefasst
«Vor vier Jahren, im Februar 2015, habe ich Nadine Hilti kennengelernt», erzählte die Dozentin der Liechtensteinischen Kunstschule, Judith Näscher, bei der Ausstellungseröffnung. «Maaa, so eine grosse Fläche. Wie soll ich die denn füllen?» habe Nadine gemeint, als sie vor der grossenLeinwand sass. «Sehen Sie selbst, was darausgeworden ist», sagte Judith Näscher lachend und verwies auf die Bilder im Raum. Sie zeigen einige Lebensstationen der Künstlerin. Dabei fallen auf den ersten Blick die Bilder von Liechtenstein ins Auge: Der schnurgerade Rheindamm in Vaduz, die massig wirkende Holzbrücke mit dem Schloss im Hintergrund, die hohe Schaaner Pfarrkirche mit dem Dreischwestern-Massiv im Hintergrund und der speziell gepflasterten Strasse im Vordergrund. Nadine Hilti hat jeweils genau hingeschaut, sich bei der Wiedergabe aber auf das Wesentliche konzentriert. All diese Bilder entstanden 2018. Ein Jahr zuvor malte sie ihre Erinnerungen an New York. Dabei fällt auf, wie abstrahiert diese Ansichten im Gegensatz zu den neuen Bildern sind. Die Skyline wirkt nahezu skizzenhaft, strebt hoch nach oben und verwurzelt sich doch durch ihre Spiegelungen im Wasser.

Ein neugieriger Mensch mit viel Know-how
«Nadine Hilti ist unglaublich neugierig auf alles, was es gibt», sagte Judith Näscher in ihrer kurzen Rede weiter und wies darauf hin, dass fast in jedem der Bilder etwas Metalliges glitzert und die Künstlerin gerne in mehreren Schichten arbeitet. Ausserdem werde jede neue Technik sofort ausprobiert. So auch die «Fluid Art», die vor kurzem in Mode kam. Dabei handelt es sich um eine schnelle Technik, bei der Farben zerfliessen, ineinander rinnen und zufällig oder auch gewollt spezielle Muster bilden. Ebenso speziell sind dieSkulpturen von Nadine Hilti, die allerdings nur an der Vernissage zu besichtigen waren. Sie sehen aus wie Bronzen, sind aber keine, sondern «mixed media». «Wenn es um Technik geht: Immer die Künstlerin direkt fragen. Sie hat sich intensiv damit auseinandergesetzt», so Judith Näscher und forderte die Anwesenden zum Spiel «Elfchen-Gedicht» auf. Dabei konnte sich jeder Gast anhand von elf Wörtern intensiv mit je einem Kunstwerk auseinandersetzen.

Die Tiefe des Seins ausloten und erfahren
Die Ausstellung zeigt, dass Nadine Hilti ein Mensch ist, der sich gerne auf Neues einlässt, ausprobiert, in die Tiefe geht und nicht eher ruht, bis sie eine Technik perfekt beherrscht, um damit das zu schaffen, was ihr wichtig ist. Das können feingliedrige Tänzerinnen sein oder auch ein gefallener Engel, dessen Reste seiner Flügel wie Blütenblätter auf einem Stein liegen. Ihr Drachenbuch erinnert an «Die unendliche Geschichte» - auf der einen Seite des Buches liest Balthasar Bux, auf der anderen liegt der Glücksdrache Fuchur. Eines wird bei dieser Ausstellung klar: Von Nadine Hilti ist noch viel zu erwarten. Denn sie malt nach Herzenslust, ohne sich oder ihre Werke zu analysieren. Das hebt sie sich für ihre andere Arbeit auf. (agr)

28. Aug 2018 / 10:41
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