• Lehrerkonzert der Musikschule in Triesen
    Zigeunerhochzeit Cinanko Moja: Manfred Baumgartner, Michael Wocher und Attila Burri (v. l.).  (sdb)

«Landstreicher – ein Streifzug durch die Lande»

Musikalische Überraschungsmomente, welche die Zuhörerschaft begeisterten, präsentierte die Musikschule Liechtenstein gestern im Guido-Feger-Saal in Triesen.
Triesen. 

Gestern begrüsste der Leiter der Musikschule Liechtenstein, Klaus Beck, den fast bis zum letzen Platz besetzten Saal zum traditionellen Konzert im Zeichen der Jugend- und Nachwuchsförderung. Zwischen 50 und 60 Stipendien können durch die jährliche Veranstaltung vergeben werden und dies sei doch eine tolle Geschichte. So dürfe das Publikum nach dem Konzert, das unter dem Thema «Landstreicher – ein Streifzug durch die Lande» stand, gerne  etwas dalassen, das nicht nur klimpere, sondern auch ein wenig raschle. Das Geld käme ja der Förderung von Talenten zugute und nicht den Vagabunden auf der Bühne, schloss Beck ironisch und leitete so zum Thema des Abends über. 

Die musikalische Welt der Reisenden 

Während zu Anfang noch eine Streichformation Werke aus dem klassischen Bereich interpretierte, nahm der Abend durch die fliegenden Wechsel der Formationen und Instrumente richtig Fahrt auf. Das Publikum zeigte sich erstaunt, wie viele unterschiedliche Instrumente bei der Musikschule erlernt werden können und honorierte die Profis mit herzlichem Applaus. Exoten wie eine Harfe oder ein Jägerhorn standen auf der gleichen Bühne mit Mainstream-Instrumenten wie Gitarren, Klavier oder Schlagzeug. Ein gegenseitiges Ergänzen anstatt eines Egotrips machten beispielsweise die Nummer «Gipsy Wedding Song» zu einem Klangerlebnis, bei dem kaum jemand mehr stillsitzen konnte. Während draussen ein Sturm tobte, verwandelte die vielseitige Musik der Sinti und Roma den Saal in Triesen in ein Volksfest, bei dem nicht nur euphorisch mitgeklatscht, sondern auch gestampft und gejohlt wurde. In stillen Momenten entführte einen die Musik in fremde, weit entfernte Länder und so kam doch beim Stück «Tanja’s Song» eine gewisses Fernweh auf. Die Spielfreude der Lehrpersonen war ansteckend und zeigte, dass das Erlernen eines Instruments einem auch als erwachsene Person noch ein kindliches Strahlen ins Gesicht zaubern kann.

Doch es waren nicht nur die glanzvollen und virtuosen Stücke, die den Saal zum Toben brachten. Vor allem ein Trio räumte an diesem Abend grandios ab: Manfred Baumgatner, Attila Buri und Michael Wocher gaben sich als Reisende aus Rumänien und spielten auf ihren Blaskeyboards die Stücke «Oscar» und das traditionelle «Ciganko Moja», was imposant und belustigend zugleich war. Ihre Performance hatte Stil, denn ihr Auftreten strotzte vor Selbstironie und Slapstickmomenten. Die Mischung zwischen leichten Augenblicken wie diesem und grandiosen Epen mit Big-Band- Charakter gestaltete den Abend abwechslungsreich und sehr kurzweilig. Die Stücke uferten nie aus und doch hätten viele Zuschauer nach knapp eineinhalb Stunden Konzert noch gerne mehr jenische Musik erlebt. (ci)

 


 

11. Feb 2019 / 05:00
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