• Zirkusbox beim Jungen Theater
    Bei der frühen Förderung des jungen Theaters wird spielerisch an der Auftrittskompetenz gearbeitet.  (Eddy Risch)

Junges Theater will Frühförderung für alle

Das junge Theater Liechtenstein bereitet sich derzeit auf die neue Saison vor, die mit einigen Neuerungen aufwartet.

Bereits Ende Mai hat das Team des jungen Theaters wieder angefangen, mit den Kleinsten zu proben. Die neuen Kurse jedoch starten alle wieder ab August, für die man sich noch bis 3. Juli anmelden kann.

Mit früher Förderung Defizite ausgleichen
Die Förderung der Kinder von drei bis sieben Jahren liegt der Pädagogin und Geschäftsführerin Beatrice Brunhart-Risch besonders am Herzen. Sie möchte allen Eltern und Kindern den Zugang zu «Früher Förderung» ermöglichen. Die Fragen, die sich ihr dabei stellen, sind: «Wie können wir Eltern optimaler in der Erziehung ihrer Kinder unterst Wie können wir Stärken der Kinder erkennen und Defizite ausgleichen?» Wichtig ist es ihr, die Kinder in Bewegung zu bringen und durch Lieder, Verse und Geschichten ihre Sprache zu fördern. In der heutigen Zeit sei es eine Herausforderung für Eltern, ihre Kinder vor übermässigem Medienkonsum und Bewegungsmangel zu schützen.

Im jungen Theater ist jedes Kind willkommen, wie Beatrice Brunhart-Risch sagt. Es sind keine besonderen Fähigkeiten nötig, denn jedes Kind spiele und lerne aus einem natürlichen Bedürfnis heraus. Es brauche ein lernförderliches Umfeld und fachlich ausgebildete Bezugspersonen, die mit jedem Kind eine Beziehung aufbauen und eine soziale Gruppe führen können. An den Kursen des jungen Theaters könnten auch fremdsprachige Kinder teilnehmen und dabei Deutsch lernen. Auch Kinder mit einer Beeinträchtigung seien herzlich willkommen. Im jungen Theater gibt es zwei Angebote zur frühen Förderung, die sich voneinander unterscheiden und sich trotzdem gut ergänzen: Die musischen Bewegungsstunden und die Lernbox.

Neben Workshop auch auf das Freispiel Wert gelegt
Die musischen Bewegungsstunden können mit einem Theaterkurs verglichen wer­den, der ein halbes Jahr dauert. In jeder Stunde kommt ein neuer Lerninhalt hinzu und am Ende eines lehrreichen Semesters spielen die Teilnehmer das kleine Theaterstück den Eltern und Verwandten vor. In der Lernbox wird jeden Freitag direkt nach der Stunde ein anderes kleines Theaterstück für die Eltern und Verwandten gezeigt. Dabei werden die Kinder von erfahrenen Theaterpädagoginnen unterrichtet und lernen in einem kurzen Workshop ihre Rollen und Aufgaben auf der Bühne kennen. Die Lernbox sei ähnlich wie eine Spielgruppe, auch hier dürfe nach Lust und Laune gespielt werden. «Das Freispiel ist genauso wichtig wie der Theater-Workshop und die Aufführung», sagt Brunhart-Risch, denn hier wird nach Arno Stern gemalt, gebastelt, gebaut und gespielt. Um eine Kontinuität zu gewährleisten, kann die Lernbox neu nur noch als Abo mit sechs Nachmit­ta­gen gebucht werden.

In beiden Angeboten zur «Frühen Förderung» steht die soziale Erziehung im Mittelpunkt. Die Kinder lernen von und miteinander in einem kreativen Umfeld, denn am Ende zeigen sie ein richtiges Theaterstück mit Bühnenlicht und Musikeinsätzen. Die Eltern und Verwandten spielen das Publikum. Der Applaus ist die verdiente Belohnung am Ende eines jeden Theaterstückes. «In der Lernbox und in den musischen Bewegungsstunden arbeiten die Kinder spielerisch an ihrer Auftrittskompetenz», sagt Beatrice Brunhart-Risch.

Die ersten zwei Stunden beider Angebote sind jeweils Schnupperstunden. «Man kann erst einmal nur reinschnuppern und sich dann entscheiden, den Kurs zu buchen.» Während der ersten Stunde dürfen die Eltern dabei sein. Dann geht es um die Loslösung der Kinder von den Bezugspersonen.

Angebot für Kinder aus sozial schwachen Familien
Um die Wichtigkeit dieser Angebote zu unterstreichen, hat das Junge Theater das Jubiläumsjahr 2021 unter das Motto «Frühe Förderung» gestellt. Daher gibt es auch kein Jubiläumstheaterstück, sondern ein Bilderbuchprojekt. Im jungen Theater sollen alle Kinder unabhängig ihrer Herkunft und Fähigkeiten die Chance auf kognitive Aktivierung erhalten, die ihre Entwicklung massgeblich positiv beeinflussen», so Brunhart-Risch.

«Die Chancen auf Bildung sind unterschiedlich verteilt. Das ist nicht gerecht. Daher habe ich mir die Frage gestellt, wie die ‹Frühe Förderung im Theater› für alle zugänglich gemacht werden kann», sagt Beatrice Brunhart-Risch. Aus diesem Grund hat sie für die Lernbox in Zusammenarbeit mit den Gemeinden einen sozialen Fonds eingerichtet. Durch diese Förderung können Kinder aus sozial benachteiligten Familien kostenlos ein Lernbox-Abo erhalten. Um eine faire Verteilung zu garantieren, über­nimmt die Caritas die Empfehlung der Kinder. «Ich würde gerne erreichen, dass die Hälfte der Gruppe aus Kindern besteht, die eine gezielte Förderung brauchen», sagt Brunhart-Risch. Der Freundeskreis des jungen Theaters wird den neuen sozialen Fonds verwalten und sich auf die Suche nach neuen Sponsoren machen.

Neue Rollenverteilung
Beatrice Brunhart-Risch übernimmt neu alleine die Geschäftsführung des Jungen Theaters. Ihre bisherige Co-Geschäftsführerin Eveline Kaufmann-Hasler fokussiert sich ab der kommenden Saison vermehrt auf die theaterpädagogische Arbeit. Sie übernimmt neben der U7 und U9 neu auch die musische Bewegungsstunde für Kinder ab 4 Jahren. Beatrice Brunhart-Risch kümmert sich neben der Geschäftsführung und der künstlerischen Leitung in Zukunft weiterhin um die 3-Jährigen. Unterstützt wird sie in der Verwaltung von den neuen Mitarbeiterinnen Birgit Brida und Alexandra Legéndi. (mk)

02. Jul 2020 / 21:45
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