• Kreuze, Eschen
    Victor Marxer inmitten seiner Kreuzskulpturen in den Pfrundbauten.  (Tatjana Schnalzger)

Himmlische Farbkombinationen

«Kreuze und Kreuzskulpturen» heisst die aktuelle Ausstellung des Eschners Victor Marxer, die bis Ostersonntag in den Pfrundbauten in Eschen zu sehen ist. Seine an die 100 Kreuzskulpturen stiessen bereits am Donnerstag auf grosses Interesse.
Eschen. 

Bis zum Ostersonntag noch zeigt der Eschner Hobbykünstler Victor Marxer an die hundert Kreuze und Kreuzskulpturen im Mittelgeschoss der Pfrundbauten. Während die Holzkreuze oft schlicht gehalten sind, weisen die dazugehörigen Skulpturen, die als Sockel für die Kreuze dienen, oftmals sehr spezielle Formen auf. Diese sucht Victor Meier auf seinen stundenlangen Wanderungen im Gebirge, im Wald oder in den Rüfen. «Manchmal ist es schon eine grosse Arbeit, bis man einen Teil eines Efeu-Stammes herausbekommt», erklärt Marxer. Dass sich diese Arbeit lohnt, zeigen auch insbesondere diese Efeu-Skulpturen. Geschält und lackiert erstrahlen diese Stämme in einem kräftigen Beige, das fast etwas an den wertvollen Rohstoff Elfenbein erinnert. Bis zu drei verschiedene Hölzer verwendet Victor Marxer für seine Skulpturen. Manche Hölzer wie zum Beispiel von Reben oder von Pflaumenbäumen erscheinen fast schwarz, andere wie von der Esche oder vom Birnbaum eher heller. Diese unterschiedlichen Farben kombiniert Marxer so geschickt, dass sich daraus die schönsten Skulpturen ergeben. 

Manchmal stehen die Holzkreuze auf einem Stein, manchmal auf einem anderen Holz, manchmal wachsen sie wie aus einem Stamm heraus und ein anderes Mal sind sie wie von einem Ast umschlungen oder umspielt. «Jedes Kreuz hat eine Einheit mit der Skulptur», sagt Victor Marxer dazu. Während manche der Holzskulpturen praktisch unbearbeitet, «so, wie sie gewachsen» sind, sind andere mit aufwändigen Kerbschnitzereien verziert. Hinter einem der Kreuze zum Beispiel sind die fein geschnitzten Umrisse einer Friedenstaube zu erkennen. Betrachtet man allein den Aufwand, wieviele Stunden der Künstler in die Bearbeitung der Skulpturen steckte, sind die Kreuze zu Preisen zwischen 110 und 340 Franken äusserst erschwinglich zu erwerben. So hatte Victor Marxers Managerin Hanni Hoop schon bei der Vernissage einiges zu tun, die Verkaufsreservationen zu notieren.

Das Kreuz als Weg zur Erlösung
Victor Marxer, der 26 Jahre lang die geschützte Werkstätte im alten Pflegeheim St. Martin in Eschen leitete, schnitzt schon seit jungen Jahren. Während zehn Jahren habe er seine ganze Wohnung mit Schnitzereien verziert: die Schränke, die Standuhr, den Tisch und Sekretär, die Eckbank wie auch die zugehörigen Stühle. Vor 30 Jahren dann habe er sein erstes hängendes Kreuz geschnitzt. Kurz darauf habe er einen Stein mit einem «Kreuzabgang» gefunden, für den er ein weiteres Kreuz anfertigte. Und seither hat er in seinem Atelier im ehemaligen Möbelhaus Hasler zahlreiche weitere Kreuzskulpturen geschaffen, die für ihn alle eine eigene Bedeutung haben. Wenn das Kreuz zum Beispiel vorne auf der Skulptur steht, stelle dies eine Erwartung dar. Wenn das Kreuz hinten steht, symbolisiere dies die Hoffnung. Allesamt jedoch sind Ausdruck des Glaubens. «Die Kreuze als Weg zur Erlösung, sollen den Betrachter bewegen, sich auf seine inneren Werte und auf den Glauben neu zu besinnen», so Marxer. So könne auch die Ostermesse, die uns an das Leiden und an das Sterben Jesus am Kreuz erinnert, ein Anfang sein, tiefer in sich zu gehen. (mk) 

Die Ausstellung ist noch heute, Karfreitag, morgen, Ostersamstag und Ostersonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

19. Apr 2019 / 12:02
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