• Seniorenbühne in Schaan
    Turbulente Inszenierung: Die Verwirrung um die Million ist perfekt.  (Daniel Schwendener)

«Gaby, ich bin Millionär»

Die Seniorenbühne wird dieses Jahr wieder eine Komödie zeigen. Das Lustspiel heisst «Dr Millionäär» und stammt von Josef Brun.

Sie sind wieder mit Feuereifer bei der Sache. Seit Monaten lernen sie ihren Text, seit Wochen proben sie in der Aula der Schaaner Gemeindeschulen. Die neun Darsteller und fünf «Crew»-Mitglieder der Liechtensteiner Seniorenbühne geben ihr Bestes, damit auch das diesjährige Stück wieder ein Erfolg wird.

Schon bei den Proben ist nicht alles so einfach, wie es sein könnte. Einer der Darsteller ist krank, einer in den Ferien. Da muss improvisiert werden. Und so springt Martin Walser sowohl für Norbert Goop als auch für Peter Toldo ein. Das fordert auch von 
den anderen Darstellern eine rasche Auffassungsgabe. Zum Glück ist im Hintergrund Adelinde Wanger als aufmerksame Souffleuse da. So kann sich auch Regisseurin Michaela Marxer ganz auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren. Sie unterbricht selten, lässt durchspielen, hakt ab und zu nach, wenn sie eine Geste deutlicher oder eine Bewegung anders haben will. Die Stimmung ist gut, man hilft sich gegenseitig und Adelinde Wanger unterstützt die Schauspieler mit stimmbildenden Übungen.

Ein Millionär hat es schwer
Die Geschichte ist einfach: Elsi Meckerli (Antonia Reichen) verkauft einen kleinen, alten Leiterwagen für 100 Franken an den Altwarenhändler Ferdinand Gantenbein (Hanspeter Spring), ohne zu wissen, dass ihr Mann Leo (Norbert Goop) darin in einem Kissen das Millionenerbe seines Onkels aus Amerika versteckt hat. Tochter Gaby (Karin Theiler) findet das Geld und möchte es zurückgeben. Doch sie hat nicht mit der Gier ihres Vaters gerechnet, der sich schon als grosser Herr sieht. Als ihm dann die Detektivin (Frieda Schurti) mit ihrem Gehilfen Georg (Martin Walser) und die Reporterin (Hedi Miah-Risch) auf die Pelle rücken, wird es hektisch. Auch für die beiden Tessiner Gastarbeiter Alberto (Peter Toldo) und Margarita (Hermi Hefti).

Vom einfachen Handwerker zum Herrn
«Jetzt bin ich nicht mehr der arme Ferdinand, jetzt bin ich der Herr Gantenbein und alle lupfen den Hut vor mir», strahlt Hanspeter Spirig und ordnet an, dass seine Mitarbeiter ihm entsprechend begegnen müssen. «Si, padrone», meint Hermi Hefti, macht einen tiefen Knicks und korrigiert sich: «Si, Herr Gantenbein.» Und auch Martin Walser, der mal den Leo, nun aber den Tessiner Alberto spielt, knickst irgendwie. Hanspeter verkündet seiner Tochter stolz: «Gaby, ich bin Millionär.» Da unterbricht Michaela Marxer und meint: «Wenn du das sagst, kannst du nicht einfach ruhig stehenbleiben. Du bist doch aufgeregt. Lauf’ mal hin und her.» Und schon marschiert Herr Gantenbein los. «Jetzt fängt ein neues Leben an – ein Leben ins Saus und Braus», freut er sich. Die Regisseurin nickt zufrieden. Nur Karin Theiler als Tochter Gaby  meint, der Vater würde sich versündigen und sagt zu ihm: «Vater, du bist ein Armer.» Er darauf lachend: «Jetzt, wo ich so viel Geld habe?» Die Antwort von Gaby: «Eben.»

Da wird geflirtet und gelöst
Später tritt Martin Walser als Schorsch, seine eigentliche Rolle, zusammen mit der resoluten Detektivin auf. «Ich hab bisher noch jeden Fall gelöst», verkündet Frieda Schurti stolz. Da hebt Regisseurin Michaela Marxer die Hand. «Mach das grösser. Zeig, dass es wirklich jeder Fall war», sagt sie. Und schon wirft Frieda das Wort «jeder» ins Publikum. Assistent Georg hat erkannt, dass Tochter Gaby sein alter Schulschatz ist und so flirtet Martin Walser, was das Zeug hält. Karin Theiler hat alle Hände voll zu tun, ihn abzuwehren. «Hast du schon geschleckt?» fragt da Michaela Marxer und fügt hinzu: «Lass keine Gelegenheit aus.» Martin lacht und nickt. Auch alle anderen müssen herzhaft lachen. Doch da ruft Chefdetektivin Frieda: «Was verliebt? Das geht nicht so schnell. Schorsch, du missbrauchst dein Amt!»

Die neue Produktion der Liechtensteiner Seniorenbühne ist auf bestem Weg, wieder ein Publikumsliebling zu werden. Die Premiere ist am 7. März im Eschner Saal, die Dernière am 22. März im SAL Schaan. (agr)

Weitere Termine und Infos unter www.seniorenbuehne.li

18. Feb 2020 / 14:53
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