• Freilichtspiele Rüthi
    Der künstlerische Leiter Kuno Bont (2. v. l.), Schauspielerin Simona Specker (Mitte), OK-Präsident Simon Büchel (rechts) sowie Vertreter des Bühnenbaus und Marketing.  (Daniel Schwendener)

Freilichtbühne Rüthi inszeniert Anna Göldi

Vom 4. bis 20. September 2020 zeigt Kuno Bont auf der Freilichtbühne Rüthi die Geschichte der Anna Göldi. Die Vorbereitungen laufen.

Für das Jahr 2020, in dem das 1200-Jahr-Jubliäum von Rüthi gefeiert wird, erweckt der künstlerische Leiter der Freilichtspiele, Kuno Bont, ein weiteres regionales Thema zum Leben. Für die neue Eigenproduktion hat er die tragische Ge­schichte der in Sennwald aufgewachsenen Anna Göldi aufgegriffen und neu geschrieben. Sie zeigt, wie Anna Göldi ihre Jahre in Sennwald erlebte, wie sie aufwuchs, immer mehr zur Hexe abgestempelt wurde und mit den Anschuldigungen umging. Eben­­so kommt vor, welche Umstände letztlich zur Verurteilung geführt haben. Ein wichtiger Teil in der Geschichte nimmt auch die Tragik um Anna Göldis vier Kinder ein wie auch ihre Beziehungen zu verschiedenen Männern. Dabei hat sich Kuno Bont unter anderem auf das Protokoll ihres Gerichtsfalls gestützt, das öffentlich einsehbar ist. Entgegen der verbreiteten Annahme, dass alle Hexen verbrannt wurden, wurde Anna Göldi als die letzte Hexe in Europa enthauptet. «Dieser Prozess war schon zur damaligen Zeit stark umstritten. Alle wollten sich drücken, den Gerichtsfall zu führen», erklärt Kuno Bont. 

Freilichtspiele Rüthi

Kuno Bont zeigt die Visualisierung des Bühnenbildes.

Eine Gesellschaft, die ausgrenzt
Es soll auch eine Geschichte werden, die die Menschen berührt. «Das Stück geht davon aus, dass niemand als Hexe geboren wird, sondern durch die Gesellschaft und Umstände zur Hexe abgestempelt wird», sagt Kuno Bont. Diese Thematik sei auch heute noch äusserst aktuell: «Man fühlt sich als Teil der Gesellschaft, die auch heute noch Macht ausübt und ausgrenzt.» Diese tragische Handlung werde wiederum in ein festes Alltagsgeschehen auf der Bühne eingebettet, die ein breites Fenster auf das Zeitgeschehen öffnet. «Es wird ein authentischer Auszug aus dem Leben in der Zeit zwischen 1750 und 1780 gezeigt.» Um eine möglichst realitätsnahe Inszenierung zu erreichen, wird auch kommendes Jahr nicht an aufwendigen Bühnenbauten gespart. Einen ersten Einblick in das Bühnenbild gab Kuno Bont den Medienschaffenden bereits bei der gestrigen Programmvorstellung auf dem Festspielareal Werben am Fusse des Blattenbergs. Für das Anna-Göldi-Stück soll ein kleiner Dorfplatz entstehen, der aus verschiedenen Hauselementen besteht. Eines davon ist an ein Haus aus dem Werdenberger Städtli angelehnt, eines dient als Kerker, ein anderes dient zuerst als Bauernhof und verwandelt sich im Laufe des Stücks in eine Fabrik. Auch werde es wieder Spezialeffekte und Einsätze von Tieren geben.  

Simona Specker in der Rolle der Anna Göldi
Die ersten Hauptrollen sind besetzt und auch die Regie ist klar. Während Elena Colaianni und Ivana Eggenberger die Regie übernehmen, wird die ehemalige Regisseurin Simona Specker in die Hauptrolle der Anna Göldi schlüpfen. «Wir freuen uns sehr, dass wir Simona vom Film wieder zurück auf die Theaterbühne holen konnten», erklärt Kuno Bont. Sie habe sich nach ihrer Hauptrolle im Deckelbad sozusagen schon fast auf ausgefallene Rollen spezialisiert. En­de Jahr dann wolle sie mit einer tieferen Recherche beginnen und sich mit allen Aspekten der Geschichte der Anna Göldi auseinandersetzen, erklärte Simona Specker. Es liege ihr, Personen zu verkörpern, die es wirklich einmal gegeben hat. 
Doch bevor im Frühling die eigentlichen Proben und die Bauarbeiten für die Bühne beginnen, finden an den Wochenenden vom 16. und 23. November noch Theater-Workshops statt. In diesen Workshops werden nicht nur die ersten Szenen des Stücks geprobt, sondern auch noch einzelne Rollenanpassungen vorgenommen. Da nächstes Jahr auch wieder Kinder bei der Inszenierung mitmachen werden, ist bei diesen Workshops auch eine Theaterpädagogin dabei. «Das Spezielle bei uns ist, dass bereits bei den Proben mit einem fixen Bühnenbild gearbeitet wird», so Kuno Bont. Auch die Requisitensammlung habe bereits begonnen. «Das heisst, wir gehen mit sehr viel Erfahrung und Ruhe ans Werk», so Bont. (mk)

Premiere: 4. September 2020.

Der Ticketverkauf startet im Dezember.

08. Nov 2019 / 09:40
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