• Roland Blums aktuelle Arbeit besteht aus abstrakten Wüstenfotografien.  (Roland Blum)

«Fotografie ist für mich wie Malen mit Licht»

Jährlich zeigen über 250 Fotografen aus der ganzen Welt ihre aktuellen Arbeiten an der Ausstellung «photoSCHWEIZ» in Zürich. Mit dem Fotografen Roland Blum ist auch ein Liechtensteiner vertreten. Er zeigt Werke aus seiner Serie «Poetry of Silence».
Vaduz. 

Noch bis zum Montag läuft die Ausstellung «Photo 19» in Zürich-Oerlikon, bei welcher rund 250 nationale und internationale Fotografen ausstellen. Als einziger Liechtensteiner steht auch Ihr Name auf der Ausstellerliste: Mit welchen Bildern haben Sie das Kuratorium überzeugt? 
Roland Blum: Die Bilder stammen aus meiner aktuellen Arbeit «Poetry of Silence», die in der Wüste Namib entstanden sind. Die ganze Arbeit besteht aus abstrakten Wüstenfotografien. Allesamt Luftaufnahmen, die ich mit einem Teleobjektiv aus einem Helikopter in einer Höhe von zirka 1500 Metern gemacht habe. 

Und diese Fotografien werden auch an der Ausstellung zu sehen sein? 
Richtig. «Poetry of Silence» besteht aus 9 Serien a jeweils 9 Bildern. Jeder Aussteller hat eine Fläche von 4 x 1 Metern zur Verfügung, um seine Arbeiten zu präsentieren. 9 Bilder, also eine Serie, zu präsentieren, wäre eine Möglichkeit gewesen. Ich habe mich allerdings für 3 grossformatige Fotografien (120 x 80 cm) aus einer Serie entschieden. In Gross haben die Bilder die richtige Wirkung und manchmal ist weniger eben mehr. 

Was bedeutet es für Sie, an dieser grossen Werkschau dabei zu sein? 
Es ist eine grosse Ehre für mich, ausgewählt worden zu sein. Ich habe viel Zeit und Herzblut in meine Arbeiten gesteckt und es freut mich sehr, wenn ich einen Teil meiner fotografischen Arbeit mit so einem grossen Publikum teilen darf. Ich gehe mal davon aus, dass die Ausstellung die perfekte Möglichkeit zum Netzwerken bietet.

Wie wichtig ist denn dieser Austausch unter Fotografen?
Das wirklich Tolle ist die grosse Vielfalt sowohl an Fotografen als auch an deren Arbeiten. Natürlich lernt man viele neue Leute kennen und kann sich austauschen. Die für meine aktuelle Arbeit «Poetry of Silence» wichtigste Person ist aber ohne Zweifel die namibische Fotografin Cathy Blatt. Cathys Mann war ein bekannter namibischer Maler. Zusammen haben sie sehr viel Zeit in der Wüste verbracht und Cathy geht nach wie vor jedes Jahr in die Wüste. Ihr Wissen und Ihr Gespür rund um Namib haben mir sehr geholfen. Dass sie dies mit mir geteilt hat, dafür werde ich ihr auf ewig dankbar sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine 77-jährige Freundin haben werde (lacht)!

Was sind Ihre grossen Ziele?
Ich denke da eher dynamisch. Ein grosses Ziel besteht aus der Summe vom Erreichen vieler kleinen Ziele. Wichtig ist, dass wenn man sich etwas vornimmt, auch alles menschenmögliche dafür tut, um es auch zu realisieren. Man darf einfach nie aufgeben und muss aus den Möglichkeiten, die man hat, das Beste machen. Mein grosser Traum wäre die gesamte Arbeit «Poetry of Silence» in einer renommierten Galerie auszustellen und in grossformatiger Buchform zu veröffentlichen. Aber um das zu realisieren, brauche ich Unterstützung. 

Welches Sujets oder welchen Menschen wollen Sie unbedingt noch fotografiert haben? 
Es gibt unendlich viele Orte, die mich sehr reizen - das werde ich in einem Leben kaum alles schaffen, aber ganz grundsätzlich liebe ich die abstrakteLandschaftsfotografie. Ob das nun weit weg in der Wüste ist oder ein gefrorener Eiszapfen, der zu Hause vom Dach runterhängt. Wichtig ist, dass es in mir etwas auslöst. Man muss das Bild quasi im Inneren erst vor sich sehen- und im besten Fall entsteht dann eine gute Aufnahme. Dafür lasse ich mir auch alle Zeit der Welt. 

Neben der Musik ist die Fotografie eine ihrer grossen Leidenschaften - was fasziniert Sie am meisten daran? 
Da ich einen Bürojob habe, aber sehr gerne viel Zeit in der Natur verbringe, bietet mir die Fotografie die beste Möglichkeit. Fotografie an sich heisst für mich Malen mit Licht - und das hat was unglaublich faszinierendes. 

Wen würden Sie an der Ausstellung «Photo 19» gerne begrüssen dürfen? 
Jeder, der Zeit und Lust hat, sich die Arbeiten anzuschauen. Natürlich würde es mich sehr freuen, wenn ich viele Leute aus den Land in der Halle 622 begrüssen dürfte. Wer den weiten Weg bei schlechtem Wetter scheut, kann sich natürlich auch meine Arbeiten online anschauen unter www.rolandblum.com. Für alle, die sich auf den Weg machen: Es gibt sehr viel an der «photoSCHWEIZ» zu entdecken, und da kann ich gerne auch ein paar Arbeiten von anderen Fotografen empfehlen, die mir besonders gefallen.

15. Jan 2019 / 16:24
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