• Anna Ospelt
    Die Vaduzer Autorin Anna Ospelt ist heute Vormittag mit einer Lesung auf SRF 2 Kultur zu hören.  (Ayse Yavas)

Ein Crashkurs in digitaler Kompetenz

Anna Ospelt veröffentlichte vor Kurzem ihr zweites Buch «Wurzelstudien». Heute Vormittag ist sie auf SRF 2 Kultur zu hören.

Interview: Mirjam Kaiser

Im Februar ist Ihr neues Buch erscheinen. Nun wurden viele Anlässe abgesagt. Wie stark trifft Sie das Veranstaltungsverbot?
Anna Ospelt: Mein zweites Buch «Wurzelstudien» ist Ende Februar erschienen und «auf der Welt». Es kann in jeder Buchhandlung bestellt werden. All diese Arbeitsprozesse verlie­fen glücklicherweise schon Anfang des Jahres. Die erste geplante Lesung im Literatur­haus Stuttgart wurde noch durchgeführt und ich konnte somit ein erstes Mal mein Buch vorstellen. Mittlerweile wurden alle geplanten Lesungen bis Juni abgesagt oder auf den Herbst verlegt. Die Buchpräsentation im Literaturhaus Liechtenstein findet anstatt im Mai neu am 28. August statt. Darauf und darüber freue ich mich sehr. Ich möchte betonen, dass es mich persönlich nicht hart trifft. Einerseits bin ich im Gegensatz zu anderen nicht existenziell bedroht, andererseits sieht es so aus, dass meine jetzt abgesagten Anlässe im Herbst nachgeholt werden können. Meine Gedanken sind momentan – unabhängig von der Flüchtlingskrise, die unbedingt in den Fokus gerückt werden muss, bezogen auf meine Branche – insbesondere bei den unabhängigen Verlagen und Buchhandlungen, den Literaturhäusern und den freischaffenden Autorinnen und Autoren, die es unbedingt zu unterstützen gilt.

Welche Alternativen haben Sie sich überlegt, die nun fehlenden öffentlichen Lesungen zu kompensieren? 
Ende März hatte ich meine allererste Online-Live-Lesung auf «Viral», dem Online-Literatur-Festival in Zeiten der Quarantäne (www.facebook.com/ glitteratur). Am heutigen 7. April wird von 11.30 bis 11.50 Uhr in der Sendung «Literaturfenster Schweiz» auf SRF 2 Kultur eine Lesung von mir ausgestrahlt. Ich bin sehr dankbar über diese Möglichkeit. Diese Lesung ist ab dem 8. April als Podcast auf www.srf.ch/kultur zu finden. Ich bin nun viel offener, mich für neue Kommunikationsformen zu öffnen. Es ist wahrhaft ein Crashkurs in digitaler Kompetenz. Es ist schön zu sehen, dass diese Krise kreative Lösungen hervorbringt. Man sieht das aktuell z. B. auch bei den Schulen und der Uni Liechtenstein, die ihren Lehrbetrieb online aufrechter­hal­ten. 

Haben Sie nebenbei noch Tätigkeiten, die Ihnen etwas Entlastung bieten? 
Ich lebe bislang nur teilweise von der Literatur. Bis Sommer habe ich eine Teilzeitstelle an der Universität Liechtenstein inne, ab Sommer werde ich neben meiner Literatur Workshops im Bereich des Kreativen Schreibens geben und redaktionelle Tätigkeiten und Lektorat anbieten.

Wie sieht momentan Ihre Zukunftsplanung aus? Werden noch Lesungen oder Projekte geplant? 
Ja, es wird in meinem Fall alles auf den Herbst verlegt, Neues kommt hinzu. Was aber meine berufliche Planung etwas blockiert ist die Tatsache, dass ich im September und Oktober «Writer in Residence» der Stiftung Nairs in Scuol wäre. Momentan ist es noch unsicher, ob dieses Künstlerhaus dann seine Türen wieder geöffnet hat. Ausserdem hatte ich vor, im Spätherbst für den Seniorenbund Kreatives Schreiben für Seniorinnen und Senioren anzubieten. Wie wir das in Anbetracht der aktuellen Situation durchführen, werden wir in den kommenden Wochen sicherlich achtsam überdenken müssen. 

Welches sind die derzeitigen Projekte, die Sie verfolgen? 
Aktuell baue ich gemeinsam mit dem Literaturhaus Liechtenstein ein Junges Literaturhaus Liechtenstein, JuLi, auf. Dieses will Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Lust am Schreiben und an der Literatur vermitteln. Es soll ein Möglichkeitsraum erschaffen werden, in dem die Kinder und Jugendlichen spannende Inputs kriegen und sich kreativ austoben können – ganz ohne Wertung und Leistungsdruck. Ich bin mitten in der Planung und Vorbereitung dieses Herzensprojektes. Das JuLi wird ab Sommer aktiv sein, los geht’s mit drei Schreibworkshops im Rahmen der Ausstellung «Parlament der Pflanzen» im Kunstmuseum Liechtenstein. Ausserdem kooperieren wir voraussichtlich mit dem Jungen Theater für seine «Schultheatertage» sowie dem TAK für «Kinder schreiben TAK-Geschichten». Mit anderen Kulturinstitutionen habe ich in den kommenden Wochen Gespräche – aus aktuellem Anlass per Skype. 

Serie
Das Coronavirus legt derzeit alles still – auch das Kulturleben.  Das «Vater­land» hat sich bei liechtensteinischen freischaffenden Kulturschaffenden, die im In- und Ausland arbeiten, erkundigt, wie es ihnen derzeit geht und was die derzeitige Lage für sie konkret bedeutet. Heute mit Autorin Anna Ospelt, weitere Kulturschaffende folgen.

Heute auf SRF 2
Heute, Dienstag, 7. April, 11.30 bis 11.50 Uhr, Lesung von Anna Ospelt auf SRF 2 Kultur. (www.srf.ch/kultur) Informationen zum Buch: www.limmatverlag.ch/programm/titel/874

06. Apr 2020 / 23:34
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