• Konzert Philipp Fankhauser
    Fankhauser und seine Grossformation spielten nicht nur eigene Song, auch wichtige Werke aus Federn von Wegbegleitern und Vorbildern wurden intoniert.  (Jürgen Posch)

Das Beste aus 30 Jahren in Schaan

Am Samstagabend gastierte die Schweizer Blueslegende Philipp Fankhauser im Saal am Lindaplatz in Schaan. Der charismatische Frontmann überzeugte mit einer 10-köpfigen Band im Rücken und witzigen Ansagen, die der alte Showhase geschickt zwischen den Liedern platzierte, dass ihm die Herzen des Publikums scharenweise zuflogen.

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk betrat Philipp Fankhauser am Samstag mit abgespeckten Formation um acht Uhr abends die Bühne im fast komplett ausverkauften SAL. Nach dem ersten Ständchen, reihten sich drei Bläser und drei Sängerinnen zusätzlich zu ihm auf die heiligen Bretter. Auch wenn das Fundament aus Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug schon eine kompakte Klangeinheit ergaben, sorgten doch die zusätzlichen Gesänge und Bläser für extra Schwung und Hühnerhautmomente.

Triff und grüss mit «Vaterland»-Lesern
Nach dem vierten Song des Abends stellte Fankhauser seine Profis im Hintergrund dem bestens gelauntem Saal vor. Der Frontmann überschüttete diese mit Komplimenten und wirkte durch diese lieben Worte menschlich und unabgehoben, wofür ihn die Zuhörerschaft immer lauter feierte. Vor kurzem habe er nette Bekannschaft mit ein paar «Vaterland»Lesern geschlossen beim «Meet und Greet», wobei diese Art von Treffen doch besser verdeutscht würden. "Triff und grüss" mache doch irgendwie viel mehr Sinn. Im Fürstentum müsse er noch eine vertragliche Pause einlegen in der Hälfte. Diese werde er dann auch für geschäftliche Besorgungen aufwenden, die man in Liechtenstein eben so pflege. Dieser kleine Seitenhieb blieb nicht der einzige auf die Klischees, die sich um das reiche Fürstentum ranken. So sagte er mit viel Schalk im Nacken, in der Pause sollen die Anwesenden doch bitte genug Trinkgeld dem fleissigen Servicepersonal geben, denn hier hätten ja alle genug. Wer sonst noch etwas Zeit hätte, dürfe sich auch gerne bei seinem "«Souvenir- Ecken» bedienen.

Früher war nicht alles schlecht
Fankhauser und seine Grossformation spielten nicht nur eigene Song, auch wichtige Werke aus Federn von Wegbegleitern und Vorbildern wurden intoniert. Dies auf einem hohen internationalem Niveau und mit kleinen geschichtlichen Anekdoten, die das Publikum tief in die Geschichte des Blues eintauchen liessen und zeigten, zu welch grossartigen und amüsanten Erzähler der 54-jährige Thuner in seiner Karriere geworden ist. Nicht nur musikalisch, auch neben der Bühne bewies Fankhauser, dass früher eben doch nicht alles so schlecht gewesen ist. So kämpfte er zwischen seinem Hitpotpouri immer wieder für die Langlebigkeit der Musik und schob den schwarzen Peter dem Format MP3 zu. Es war an dem Abend allen in Schaan klar, dass er, der selbst neben Vinyl und CDs sogar noch Kassetten für seine Fans darbot, ein Liebhaber von hochwertiger Qualität und Musik durch und durch ist. Bei seiner Show, die aus zwei stündigen Blöcken bestand, wurde es nie wirklich langweilig. Der süffige Mix zwischen schleppenden Bluesnummern, gepaart mit rockigen Anleihen und hin und wieder fast Bigband-mässigen Zügen liess niemand kalt. Die Professionalität und die Spielfreude uferte vor allem im zweiten Teil etwas mehr aus, so dass die einzelnen Musiker zum Handkuss in Form von epischen Soli kamen. Auch nach dem Konzert war nicht sofort Feierabend, denn Fankhauser und seine Kernband nahmen sich Zeit für Autogramme, Selfies, sowie einem kleinen Schwatz mit den Fans. Dieses Begegnen auf Augenhöhe brachte Fankhauser viel Sympathie ein und wird auf seiner nächsten Tour sicherlich den SAL erneut füllen. (ci)
 

20. Jan 2019 / 15:05
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