• Hauptprobe Zauberflöte OpernVerein Vaduz, Vaduzer Saal
    Nadja Nigg (2. v. l.) spielte 2012 beim Opernverein Vaduz die zweite Dame in Mozarts Zauberflöte  (Daniel Ospelt)

«Bronislawa passt gut zu mir»

Die neue Produktion der Operettenbühne Vaduz «der Bettelstudent» unter der Regie von Astrid Keller feiert am 25. Januar Premiere im Vaduzer Saal. Mit dabei ist auch die junge Balzner Sopranistin Nadja Nigg in der Rolle der Bronislawa.
Vaduz. 

Bereits im Kindergartenalter stiess Nadja Nigg zur Singschule Balzers. Später schloss sie sich dem Mädchenchor an, der ihr aber mit der Zeit nicht mehr so viel Freude bereitete. Als die Chorbetreuerin dies merkte, fragte sie Nadjas Eltern bei einem Spaziergang an, ob sie nicht Gesangsunterricht nehmen möchte. «Die Chorleiterin muss ihr gesagt haben, dass sie bei mir Potential sehe», sagt die 29-Jährige. So begleitete die junge Sängerin eine Kollegin zum Gesangsunterricht, wo ihr die Lehrerin Edeltraud Dünser sofort eine eigene Stunde zuwies. «Beim Gesangsunterricht ging die Lehrerin viel stärker auf mich ein und förderte mich, was mir gut gefiel. Beim Mädchenchor bin ich aber weiterhin geblieben», blickt Nigg zurück. 

Einstieg als Musicaldarstellerin
Als Kind wollte die Balznerin Musicaldarstellerin werden, so dass sie im Gesangsunterricht vorwiegend Pop-Lieder interpretierte. Ab und zu habe die Lehrerin dann klassische Stücke eingebaut. Als es um die Berufswahl ging, schlugen ihr Personen in ihrem Umfeld vor, Musiklehrerin zu werden. Von dieser Idee war sie zu Beginn aber nicht so begeistert, da sie daran dachte, wie fleissig sie selbst für den Gitarrenunterricht geübt hat. Auch der Berufsberater riet ihr zu einer «richtigen» Ausbildung, anstatt sich auf die Musik zu konzentrieren. So entschied sich die Balznerin für eine Lehre als Hochbauzeichnerin. «Ich bin aber immer als Zweitletzte rausgeflogen», erzählt sie. Erneut ging sie zum Berufsberater, der sie auf den Tag der offenen Tür im Musikgymnasium Feldkirch hinwies. Als sie sich dieses Angebot anschaute, musste sie nicht lange überlegen und startete 2005 ihr Vorstudium. An die fünf Jahre Gymnasium hängte Nigg noch den Bachelor am Konservatorium an. Ihren Master in Gesang absolvierte sie am Opernstudio in Biel. 

Durch Musikgymnasium in Oper gerutscht
Bereits als 11-Jährige hatte Nadja Nigg im Kinderchor ihren ersten Auftritt im Stück «Joseph» der Liechtenstein Musical Company (LMC). Zwei Jahre später wirkte sie im Jugendchor bei «Jesus Christ Superstar» mit. Während zu Beginn ihrer Karriere noch vermehrt Musicals im Zentrum standen, rutschte sie 2005 in die Oper hinein, wie sie sagt. Damals hat sie in der Kulturbühne in Götzis Hänsel und Gretel gesungen sowie zweimal den zweiten Knaben in der Zauberflöte. 2007 bekam sie beim Opernverein Vaduz ihre erste Rolle in «La Traviata». «Dort habe ich eine Dienerin gespielt und nur einen Satz sagen müssen», grinst Nigg. 2010 mimte sie in Hoffmanns Erzählungen die Stimme der Mutter und 2012 die zweite Dame in Mozarts Zauberflöte. Im gleichen Jahr sang sie am Vorarlberger Landestheater in Bregenz die Titelpartie der Dido in Purcells Dido & Aeneas und 2014 die Titelpartie der Alcina basierend auf Händels gleichnamiger Oper. Während und nach ihrem Studium sang sie die Cameriera in «La notte di un nevrastenico» von Nino Rota sowie die Nella in Giacomo Puccinis «Gianni Schicchi» am Theater Orchester Biel Solothurn. 

«Sie ist nicht aufs Maul gefallen»
Kommendes Jahr steht Nadja Nigg nun zum ersten Mal für die Operettenbühne Vaduz auf der Bühne und zwar in der Rolle der Bronislawa, Palmaticas zweite Tochter. «Eigentlich habe ich für die Laura vorgesungen, aber nun bin ich froh, die Rolle der Bronislawa zu interpretieren», erzählt Nigg. Diese Rolle würde besser zu ihr passen. «Es gefällt mir, dass sie nicht aufs Maul gefallen ist. Auch ist sie – wie ich – ab und zu sehr direkt.» Ganz am Anfang sei es ihr schwer gefallen, das rastlose Naturell der Bronislawa darzustellen. «Mein Bühnenpartner Mindaugas Jankauskas ist von Natur aus aber so quirlig, dass er mich regelrecht mitreisst.» Durch das Ausarbeiten der Charaktere laufe das Geschehen auf der Bühne aber mittlerweile von selbst. 

Seit drei Wochen laufen die Proben auf Hochtouren. Von Montag bis Samstag stehen jeweils mehrstündige Blocks an. Das Ensemble harmoniere sehr gut: «Man merkt, dass wir das Heu auf der gleichen Bühne haben.» Dies passt auch zur Inszenierungen, denn das Stück komme mit sehr viel Witz und schönen Szenen mit pompösen Kleidern daher. (mk)

Vorverkauf unter www.operette.li oder Tel. +423 388 15 65

 

03. Jan 2019 / 14:12
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