• 20181230 Konzert Highlights der klassischen Musik in Bad Ragaz
    Unter anderem gab Alessandra Maxfield die «Higlights der klassischen Musik» zu ihrem Besten. Das Publikum war begeistert.  (Nils Vollmar)

Brillanz und Virtuosität in Bad Ragaz

«Highlights der klassischen Musik» versprachen die Stipendiaten der Stiftung «Musik & Jugend» und der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein bei ihren gestrigen Konzerten im Grand Resort Bad Ragaz. Sie hatten nicht zu viel versprochen.
Bad Ragaz. 

«Wir haben uns entschlossen, dem Chef eine Auszeit zu geben», meinte Andreas Domjanic mit einem Augenzwinkern bei der Begrüssung der Gäste. Der «Chef», sein Vater Drazen, ist Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter der Musikakademie und Initiator der Konzerte in Bad Ragaz. Auch ohne «Chef» funktionierte alles bestens und das zahlreich erschienene Publikum erlebte zwei spannungsreiche Konzerte mit Kompositionen von Richard Wagner bis Franz Lehar. 
Die sieben Stipendiaten zeigten nicht nur ihr technisches Können, sie zeigten auch, dass Musik mehr ist als Noten vom Blatt zu spielen. 
Von Volkstänzen und Märschen
Die zehnjährige Geigerin Elizaveta Malysheva aus Russland und die Pianistin Polina Sasko aus der Ukraine begannen mit Richard Wagners Stück «In das Album der Fürstin Metternich», gefolgt von einem Satz aus Bela Bartoks «Rumänische Volkstänze für Violine und Klavier». Waren bei Wagner noch kleine Nervositäten bei der jungen Geigerin zu spüren, so klang der Volkstanz von Bela Bartok frisch und «lupfig» und voller rustikalem Charme. 
Ihre erstaunliche Virtuosität bewies Elizaveta Malysheva auch mit dem Stück «Scherzo-tarantelle in g-Moll» von Henryk Wieniawski. Bei diesem hinreissenden Werk wurde das zehnjährige Mädchen zu einem Wirbelwind, der mit der linken Hand unglaublich virtuos die Töne angab, extrem rasch die Tempi wechselte und damit den Charakter des Stückes zwischen gebändigtem Scherzo und hemmungslosen italienischen Volkstanz einfing. 
Die Tastenvirtuosen und ihre Räume
Die 25jährige Polina Sasko ist bereits eine äusserst erfahrene Pianistin, wie sie im vierhändigen Spiel mit ihrem gleichaltrigen Landsmann Dmytro Choni zeigte. Die beiden liessen fünf Sätze aus der «Nussknacker-Suite» von Peter Iljitsch Tschaikowski zu einem Fest der Tasten werden. Schon beim «Marche» stürmten die zwei dahin, beim Russischen Tanz schienen sich die Tasten von alleine in einer rasanten Geschwindigkeit zu bewegen. Eine schelmische Pointe setzten die zwei zum Schluss mit Rachmaninows «Polka Italienne in es-Moll». 
Pianist Dymtro Choni hatte bereits am Ende des ersten Konzertteils mit zwei Solo-Stücken begeistert. Vor allem bei Claude Debussys «Arabesque I» entführte er das Publikum in seine Welt, in der das Klavier nur ein Mittel ist, um fliessende Räume zu schaffen, in denen sich die Töne zu Gemälden finden um neuerliche Gebilde zu kreiieren. Dymtro Choni spricht durch das Klavier und erzählt Geschichten. Kein Wunder erhielt er zahlreiche Preise, wie dieses Jahr den 1. Preis bei der Los Angeles International Piano Competition.  
Zwei Brüder – fein getunt und meisterlich 
Moritz und Ulrich Huemer, die Brüder aus Liechtenstein, interpretierten vier Stücke derart meisterlich, dass dem Publikum nur das Staunen blieb. Der Cellist Moritz Huemer brillierte vor allem bei Gabriel Fauré’s «Après un rêve» und Camille Saint-Saens «Schwan». 
Während er mit dem Cello Spannungsbögen aufbaute und tragende Gebilde formte, setzte die Gitarre seines Bruders Ulrich so feine Zwischentöne, dass die Musik zu einem Stück Dichtkunst wurde. Die beiden haben nicht nur ein perfektes Feintuning, sie sind auch wahre Künstler. 
Beschwipst und fröhlich ins neue Jahr
Viel zu hören, aber auch einiges zu schauen gab es bei Alessandra Maxfield, die mit ihren Arien die Opernwelt in den Kursaal brachte. Feinfühlig am Klavier begleitet von Polina Sasko sang sie «So in love» von Cole Porter, Franz Lehars «Vilja» Lied aus der Operette «Die lustige Witwe» und als krönenden Abschluss das «Schwipslied» aus «Eine Nacht in Venedig» von Johann Strauss jr. Mit einem Glas Sekt in der Hand liess sie die Operette lebendig werden und hatte einen derart überzeugenden Hickser, dass es auch dem Publikum «so eigen zumute wurde» – es dankte mit grossen Applaus für einen wunderbaren Einstieg in den Jahreswechsel.(agr)

 

30. Dez 2018 / 16:08
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