• Ein Revival mit vielen Anekdoten: Die Band The Chayns versetzte ihre Fans zurück in die 60er-Jahre.  (Tatjana Schnalzger)

Beatpioniere rocken das Rössle in Schaan

52 Jahre mussten ihre Fans auf diesen Moment warten: Am Freitagabend wurde die Durststrecke endlich beendet und die Herren von der Band The Chayns traten gemeinsam wieder ins Rampenlicht. Das Rössle in Schaan war proppenvoll.

Zwei Revolutionen scheinen zeitlos und generationsübergreifend zu funktionieren: Die Befreiung Kubas aus den Klauen des Diktators Batista in den 50ern durch Fidel Castro und Che Guevara sowie die grosse weltweite Invasion der Beatmusik zehn Jahre später durch Bands wie The Beatles oder den Rolling Stones. 
Am Freitagabend waren beide Revolutionen im Rössle Schaan präsent, die eine auf einem Che-Shirt im Publikum, die andere frisch zum Leben erweckt durch «The Chayns» auf der Bühne. Auf dem Plan stand ein Fest, das die gute alte Zeit in den Fokus rückt und beweist, dass früher doch nicht alles schlechter war, als es heute ist.

Ein Quartett wie eine Jukebox

Die vier Herren hatten alle Hits für ihr Bühnencomeback eingepackt. Das Publikum wippte mit beim «Wild Thing», johlte zum «I’m a believer», wurde gefesselt durch Instrumentalstücke der «Shadows» und feierte ausgelassen zum Evergreen «Hang on Sloopy». «The Chayns», namentlich Ludwig Walser (Leadgitarre), Josef Walser (Bass), Wolfgang Jehle (Schlagzeug) und Frontmann Peter Hasler zeigten, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hatten und bei den richtigen Beatadressen Lieder adaptiert haben. Auch wenn im Rössle die Luft nach kürzester Zeit ein wenig stickig wurde und das Servierpersonal all ihr Können im Zirkeln bei den Getränkeauslieferungen beweisen musste, hatte die Band ihre Zuhörerschaft schon nach den ersten Liedern in der Hand. 

Die Reise ging in eine Zeit vor dem Internet und Smartphones, als das Anschauen von Livekonzerten in kleinen Beizen zu den grossen Höhepunkten im Entertainmentsektor gehörte. Passend zum Jahrzehnt, welches damals mit Woodstock zu Ende ging, wurden im Rössle auch Eintrittspreise wie damals verlangt. «4.40 (wie 1965)» stand am Eingang und für das wenige Geld gab es doch einiges zu hören. 
Das Quartett lieferte den richtigen Beat-Soundtrack und vor allem Frontmann Peter Hasler strahlte über beide Ohren, wenn er von den wundervollen 60ern erzählte.

Das Restaurant Rössle in Schaan platze aus allen Nähten.

«Hennahut»-Momente in Schaan

Hasler zeigte sich selbstironisch und amüsiert, als er die Lieder mit Zwischenmoderationen aufwertete und tief in seinen Anekdoten buddelte. Man kriege schon ein wenig «Hennahut», wenn man an die 60er auf dem Lindaplatz denke. Die unvergesslichen Souvenirs aus einer längst vergangenen Zeit, in der in den Lokalen noch mächtig geraucht wurde, teilten viele der Zuschauer – doch Wehmut oder gar Trauer über das Altern lag keine in der Luft. «Es geht ja nicht nur uns so, dass wir älter werden. Auch im Publikum habe ich ein paar bekannte Gesichter gesehen, an denen die Zeit nicht spurlos vorbei ging», sprach Hasler zum begeisterten Publikum mit einem ironischen Wink auf das Plakat mit dem für die Veranstaltung geworben wurde und welches die vier Schaaner in ihrer Jugend portraitierte. 

An diesem Freitagabend, der einer Klassenzusammenkunft glich, wurden nicht nur die Beatvorlieben, sondern auch viele Erinnerungen ausgetauscht und in Nostalgie geschwelgt. Wie bei jeder wiederbelebten Revolution wurde das freudig begossen – zwar nicht mit Cuba Libre, dafür mit lokalem Bier. (ci)

16. Dez 2018 / 17:51
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