• Das Adventkonzert war für die Chorgemeinschaft Varicanto ein Highlight und bildete den krönenden Jahresabschluss.  (JULIAN KONRAD)

Advent zwischen Steiermark und Vaduz

Die Pfarrkirche Vaduz war gestern fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als der gemischte Chor Varicanto, der aus 22 Sängerinnen und Sängern bestand, um 17 Uhr sein Weihnachtskonzert aufführte. Das Programm war für manchen eine angenehme Überraschung.
Vaduz. 

Die Präsidentin des Chors, Beatrice Beck, begrüsste alle Anwesenden und bat darum, während der Messe nicht zu applaudieren. Auf dem Programm stand tatsächlich eine Messe – die Steirische Harmonikamesse des österreichischen Komponisten und Harmonikavirtuosen Florian Michlbauer. Diese Messe wurde erst am 29. April 2012 in Gasen in der Steiermark uraufgeführt. Die Form der Messe ist «klassisch», also mit Kyrie, Gloria, Sanctus, Agnus Dei. Die Musik aber klingt typisch alpenländisch und ist geprägt von langsamen Ländler-Weisen und Jodlerthemen. Instrumentalstücke und Lieder wechseln sich ab, die Texte sind in deutscher Sprache.

Zwischen Sehnsucht und Juchzern 

Die Harmonika eröffnete mit dem «Einzug» einen Raum voller wehmütiger Sehnsucht, in dem aber auch Walzerklänge und Juchzer ihren Platz fanden. «Herr erbarme dich», ertönte es danach kraftvoll und innig zugleich von den 22 Sängerinnen und Sängern des Chors Varicanto, gefolgt von einem ruhigen «Ehre sei Gott in der Höhe». Wieder gab die Harmonika den Grundton an und erinnerte damit seltsamerweise an das Frühlingslied «Leise zieht durch mein Gemüt». Ein weiteres Instrumentalstück mit Piano liess allen Stress abfallen und klang wie ein tiefes, ruhiges Atmen. Da mag so mancher im Publikum, der vom benachbarten Weihnachtsmarkt herübergekommen war, erst so richtig in der Kirche angekommen sein. Doch nicht lange dauerten die stillen Momente, ein vollmundiges «Heilig, Hosianna in der Höhe» tönte schon wieder nach beschwingter Stimmung, die dann beim «Vater unser» einen kleinen Höhepunkt erreichte.

Zwischen Gebet und Walzer

So lupfig und so schwungvoll war das «Vater unser» wohl selten zu hören. Es begann beinahe schlagerselig fröhlich und wechselte dann bei «unser tägliches Brot gib uns heute» in den Rap-Modus, bis es schwungvoll mit «erlöse uns von den Bösen» zu Ende kam. Da begann auch der Chor samt Dirigentin Marianne Gantenbein mitzuschwingen. Diese Grundstimmung zog die Harmonika in ihrem Instrumentalstück weiter und die Steirische Harmonikamesse schien geradewegs zu «schnaderhüpferln». Beim grossen Schluss-Danklied durften sich die Töne ab und zu dann nochmals im Walzertakt wiegen, bevor die beiden Musiker Markus Nauer am Akkordeon und Piano sowie David Mäder am Bass die Messe mit einem spröde klingenden kurzen Stück beendeten. 

Advent, zwei Kerzen brennen

Als der Chor das traditionelle englische Weihnachtslied «Nowell» oder auch «Noel» anstimmte und mit seinem kraftvollen Gesang begeisterte, stand der Adventsstimmung nichts mehr im Wege. Zwei Wiegenlieder markierten den Schluss des Konzertes: «Kindlein zart, von guter Art» und «Es wird scho glei dumpa». Dies alles passte hervorragend zum bisherigen steirischen Programm, dann allerdings folgte ein kleiner Bruch. Die Dirigentin Marianne Gantenbein sang mit den beiden amerikanischen Weihnachtsliedern «Rudolph, the Red-Nosed Reindeer» und «White Christmas» zwei Soli, bevor der Chor das Konzert mit Leonhard Cohens «Hallelujah» beendete. Doch die Zugabe knüpfte wieder an den Beginn des Konzertes an: Zu hören war das weltweit schönste aller Weihnachtslieder: «Stille Nacht, heilige Nacht.»

Sängerinnen und Sänger gesucht

Präsidentin Beatrice Beck bedankte sich bei Marianne Gantenbein, die das Programm zusammengestellt und einstudiert hatte, sowie bei den beiden Musikern Markus Nauer und David Mäder. Ihr spezieller Dank galt dem Mesmer Erich Ospelt, der den Chor bei allen Vorbereitungen bestens unterstützt hatte. Des Weiteren wies sie darauf hin, dass für das Gospel-Projekt am 16. März 2019 noch Sängerinnen und Sänger gesucht würden. Die Proben beginnen am Montag, den 28. Januar in der Primarschule Aeule Vaduz. (agr) 

 

09. Dez 2018 / 23:55
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