• Biennale Venedig 23.10.2015
    Bei der Eröffnung: Das Team vom Verein Schichtwechsel mit Luis Hilti, Flurina Seger, Laura Hilti und Annett Hölland mit Sandi Paucic von der Pro Helvetia (von links).  (Roland Korner)

Stelldichein der Kulturpolitik in Venedig

Mehr als hundert Liechtensteiner trafen sich mitten in Venedig zu einer Vernissage. Doch nicht zu irgendeiner: Der erste Auftritt Liechtensteins an der Kunstbiennale Venedig wurde am Freitagabend gebührend gefeiert.
Venedig. 

Das Kulturministerium, vertreten durch Kerstin Appel, das Kunstmuseum mit Friedemann Malsch und Thomas Soraperra, Sandi Paucic von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, ein Grossteil des Kunstmuseum-Freundeskreises sowie Paolo Scibelli von der Biennale di Venezia und viele weitere Gäste gaben sich ein Stelldichein der Kulturpolitik in Venedig. Darunter waren auch Besucher aus aller Welt. Mit dem Collateral Event «The Silver Lining» griffen die elf ausstellenden Kunstschaffenden aus Liechtenstein, Montenegro, Island und Luxemburg die positiven Seiten einer Kleinstaaten-Herkunft auf unterschiedlichste Weise auf und präsentierten damit Liechtenstein an der renommierten Kunstbiennale in Venedig als weltoffenes und freundliches Land.

Biennale Venedig 23.10.2015

Die Liechtensteiner Künstlerin Anna Hilti inszenierte auf zu farbigen Wolken geformten Fotodrucken die Liechtensteiner Auswanderungsgeschichte nach Amerika und liess mit ihrer zum Träumen anregenden Installation die historischen Bilder sprechen. Durch das Nachzeichnen von Wahrnehmungen aus dem Alltag hielt Beate Frommelt die tägliche Bilderflut in einem dreidimensionalen Wandgemälde fest – gewollt unscheinbar, mit schwarzer Tusche auf grossformatigem schwarzem Papier. Eine Videoinstallation über das Innenleben eines Strohballens, Porträts von nach Luxemburg emigrierten Flüchtlingskindern und ein sowjetischer Markt, der alle Wunden heilt, sind nur einige der weiteren, im Palazzo Trevisan präsentierten zeitgenössischen Kunstwerke aus den vier Kleinstaaten.

Gelungene Zusammenarbeit
Die mehr als 100 angereisten Vernissagegäste freuten sich sichtlich über das vom Kunstverein Schichtwechsel organisierte Programm. Als Einstieg gewährte Adrijana Gvozdenovi?c aus Montenegro einen Ausschnitt ihres Films «Roads from and to Montenegro», der ihren Weg vom Land Montenegro in die brasilianische Stadt Montenegro zeigt, um – wie sie lächelnd sagte – «Montenegro zu promoten». Sandi Paucic von der Stiftung Pro Helvetia, die Liechtenstein die idyllisch am Giodecca-Kanal gelegenen Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, betonte in seiner Ansprache die wichtige Funktion der Biennale im Kunstgeschäft und bedankte sich für die gelungene Zusammenarbeit mit Liechtenstein. Auch Paolo Sabelli war voll der lobenden Worte und freute sich, dass Liechtenstein dazu beiträgt, das Programm der Biennale auszuweiten und mit einem der 44 Collateral Events vertreten ist. Obwohl er sich bewusst sei, dass «es das erste Mal vielleicht etwas kompliziert sei», würde er sich freuen, wenn Liechtenstein auch nächstes Jahr wieder mit dabei wäre. Zuversichtlich, diesem Wunsch Folge zu leisten, zeigte sich Kerstin Appel vom Kulturministerium und hob die guten wie weniger schönen Seiten hervor, gleichzeitig Kultur- und Aussenministerin zu sein. Sie spielte damit nicht nur auf die Abwesenheit von Aurelia Frick an, die derzeit in New York weilt, sondern auch darauf, dass diese Doppelrolle mit ein Grund sei, dass es eine Liechtensteiner Beteiligung in Venedig gibt. (mk)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Samstag.

24. Okt 2015 / 13:01
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