• Falz Fein
    Der britische Journalist Alex Marshall bei einem Besuch bei Baron von Falz-Fein.  (pd)

«Kontroverser als jeder Rap Song»

Der britische Journalist Alex Marshall mag die Nationalhymne seines Landes überhaupt nicht. Trotzdem reiste er um die ganze Welt, um ein Buch über Nationalhymnen zu schreiben - auch nach Liechtenstein, wo die Hymne zu seiner Überraschung ziemlich beliebt ist.
Vaduz. 

Kulturredaktorin Angela Hüppi ging in einem Interview mit Alex Marshall den Motiven und Ergebnissen seiner Recherche nach.

Sie haben ein Buch über Nationalhymnen geschrieben, obwohl Sie Ihre eigene Hymne, «God Save the Queen», überhaupt nicht mögen. Was gibt es an der britischen Nationalhymne auszusetzen?

Alex Marshall: Es gibt unzählige Gründe, wieso ich «God Save the Queen» nicht mag. Teilweise hat das damit zu tun, dass ich die Hymne viel zu gut kenne - ich bin an dem Punkt angelangt, wo man ein Lied so oft gehört hat, dass man nichts mehr Neues darin hört. Es hat aber auch mit der schwerfälligen Melodie zu tun, die sich voranschleppt, als ob sie im Schlamm feststeckt. Ausserdem sagt der Text nichts über das Grossbritannien von heute aus. Seine einzige Aussage ist, dass wir eine Monarchin haben und dass wir hoffen, dass sie das noch eine lange Zeit bleibt. Die meisten Hymnen sagen dir wenigstens, dass die Hügel deines Landes schön sind!

Die Liechtensteiner hingegen mögen ihre Hymne, die dieselbe Melodie hat wie «God Save the Queen». Das hat Sie bei Ihrer Reise nach Liechtenstein überrascht?

Alex Marshall: Ich kam eigentlich nach Liechtenstein, um herauszufinden, wieso das Land seine Hymne nie geändert hat. Ich finde es seltsam, dass so wenige Nationalhymnen einzigartig sind - und die liechtensteinische Hymne ist da wirklich das schlimmste Beispiel. Sogar die Länder des britischen Commonwealth haben mittlerweile ihre eigenen Hymnen. Aber ich realisierte schnell, dass die Liechtensteiner fast stolz darauf sind, Grossbritanniens Melodie gestohlen zu haben. Das macht Liechtenstein einzigartig und wird weltweit diskutiert. Hätte das Land seine eigene Hymne, wäre es einfach ein weiteres Land mit einer Nationalhymne, die niemanden interessiert.

Das vollständige Interview finden Sie in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Mittwoch.

14. Okt 2015 / 09:29
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