• Wuarscht’n’Brot laden am Samstag zum Jubiläumsfest unter dem Motto «Vampire» nach Ruggell.

25 Jahre und kein bisschen leise

Die Ruggeller Kultband Wuarscht’n’Brot feiert am Samstag ihr 25-jähriges Jubiläum mit einem grossen Konzert unter dem Motto «Vampire».
Ruggell. 

Bereits als Jugendliche kamen die Freunde Stefan Hoop, Günther Büchel und Markus Marxer  zusammen, um gemeinsam zu musizieren. Stefan spielte Klarinette, Günther Handorgel und Markus Trompete. «Dies dauerte nur eine halbe Stunde, dann hörten wir wieder auf», so Günther Büchel. Ziemlich genau fünf Jahre später traf sich die gleiche Formation wieder, jedoch mit anderen Instrumenten. Markus spielte mittlerweile Schlagzeug, Stefan hatte von Klarinette auf E-Gitarre umgestellt und Günther kaufte sich eigens für die Band einen Bass. «Wir haben uns das Spielen selbst beigebracht», erzählt Stefan Hoop. Zeitgleich probten in einem anderen Keller in Ruggell die Freunde Herbert Öhri und Günther Biedermann. Als diese von dem Bandprojekt der anderen Gruppe hörten, verabredeten sie sich zu einem Treffen, um eine allfällige Bandgründung zu besprechen. «Dort haben wir uns darauf geeinigt, uns auf Rock-’n’- Roll-Stücke und Rockklassiker zu fokussieren», erzählt Stefan Hoop. 

Auf dem Truck durchs Land
Ihren ersten Auftritt hatten die fünf Jungs an der Geburtstagsfeier von zwei Bandmitgliedern vor 20 bis 30 Zuschauern. Dies kam so gut an, dass sie gleich für die kurz danach stattfindende Rocknight in Ruggell angefragt wurden. «Damals konnten wir nicht mehr als fünf Lieder spielen, hatten aber mehr Jubel wie der eigentliche Hauptact», erzählt Stefan Hoop schmunzelnd. «Vom Erfolg verwöhnt, dachten wir schon nach dem zweiten Auftritt, wir seien die Besten», ergänzt Günther Büchel. Doch schon das vierte Konzert hätten sie dermassen «versaut» und so schlecht gespielt, dass sie schnell wieder auf den Boden geholt wurden. Doch davon liessen sich die Musiker, die alle in Ruggell aufgewachsen sind, nicht aus der Ruhe bringen und werkelten bereits an ersten kreativen Ideen. «Als wir sahen, wie Status Quo musizierend mit einem Lastwagen durch London fuhr, wollten wir das Gleiche machen», erzählt Büchel. So bauten auch die Ruggeller einen Sattelschlepper zu einer fahrenden Bühne um, schraubten eine Anlage sowie Festbänke drauf und gingen insgesamt vier Mal auf die sogenannte Truck-Tour von Ruggell bis nach Vaduz, wo sie auf dem fahrenden Truck Konzerte gaben. Da dies irgendwann zu gefährlich wurde, stellten die Musiker auf eine Traktor-Tour um, bei der sie mit dem Fahrrad dem Traktor hinterher zu den gebuchten Auftrittslokalitäten im Dorf fuhren. «Bei dieser Tour konnten uns alle Ruggeller für kleine Auftritte buchen», so Stefan Hoop. Insgesamt hatte die Band, die sich mangels Eintrittstickets nach den in Festzelten üblichen Essensbons benannte, schon an die 200 Auftritte. An der Expo 2002 in Biel teilten sie sich gar die Bühne mit der Schweizer Rocklegende Polo Hofer und beim Gampriner Sommer waren sie einmal Vorband für «The Sweet» und einmal für «Smokie». Wuarscht’n’Brot schätzen sowohl grosse wie auch kleinere Auftritte. Einmal seien sie für ein Konzert ins Wallis gereist, wo sie schliesslich vor 13 Leuten spielten. «Trotz der wenigen Leute war das ein riesen Fest», so Stefan Hoop. Auch für die Mitglieder von Special Olympics spielte die Ruggeller Band mehrfach. «Die sind ehrlich und haben eine Freude», sind sich sowohl Hoop als auch Büchel einig.

150 Lieder im Repertoire
In der langen Bandgeschichte gab es laut Günther Büchel nur wenige Momente, in denen die Bandmitglieder nicht mehr so motiviert waren. Ihr Geheimrezept sei vermutlich, dass jeder das mache, was er könne. Doch der Sound ist ihnen wichtig: Seit einem sehr schlecht abgemischten Auftritt beim Staatsfeiertag hat die Band immer ihren eigenen Tontechniker Andi Biedermann dabei. «Aber wir haben nicht das Gefühl, dass wir weltberühmt werden müssen», so Stefan Hoop. «Wir sind auch privat viel zusammen unterwegs und haben Spass miteinander.» Einzig als Herbert Öhri nach zehn Jahren als Sänger aus der Band ausstieg, hätten sie eine kleine Krise gehabt. Viele Lieder seien auf seine tiefe Stimme umgeschrieben worden und hätten nun zurücktransponiert werden müssen. Wenn man bedenkt, dass die Band schon über 150 Lieder im Repertoire hatte, keine leichte Arbeit. Von Status Quo, Udo Jürgens über Queen bis hin zu Sportfreunde Stiller ist alles dabei. «Nur Schleicher machen wir nicht», sagt Stefan Hoop bestimmt. Eigene Lieder machen sie grundsätzlich nicht. «Eigene Lieder, das interessiert ja niemanden», so Günther Büchel. Nur für einen Liegames-Wettbewerb hätten sie einmal einen Song geschrieben, mit dem sie auf dem zweiten Platz landeten. 

Seit ihren Anfängen treten Wuarscht’n’Brot immer wieder verkleidet auf. So stellen sie die meisten ihrer Auftritte unter ein Motto, so auch den aktuellen Jubiläumsanlass. Nach Rettungsschwimmern, Ärzten oder bloss Frackträgern sind nun die Vampire an der Reihe. Neben einem aufwendig dekorierten Saal bieten die vier Musiker einen Rückblick auf die letzten 25 Jahre. Dazu hätten sie alte Lieder «aufgehübscht», aber auch neue einstudiert. (mk)

04. Nov 2019 / 19:38
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