• Kleinkunsttag «15 Jahre Schlösslekeller»
    «Die Klosterbrüder» hatten einiges an der 300-Jahr-Feier Liechtensteins auszusetzen.  (Elma Korac)

15 ist das neue 300

Der Schlösslekeller in Vaduz feierte am Samstag mit vier Showblöcken und einem Gratisbuffet sein 15-jähriges Bestehen. Kleine Seitenhiebe auf den Jubiläumsmarsch und ein rundum erheiterndes Programm verwandelten das Kleintheater in ein abendfüllendes Fest.
Vaduz. 

Seit 15 Jahren steht der Name für Theater, Literatur, Comedy, Schauspiel und Musik wie kaum ein anderer im Fürstentum. Diesen Umstand nutzten die Organisatoren, die stets ein grosses Pensum Fronarbeit leisten, um sich und ihre treue Gefolgschaft hochleben zu lassen. Zu Recht. 
Eine Perle in Vaduz-Süd
Die Stimmung in der langen Nacht am Samstag war familiär und herzhaft. Die Türen des Kellers standen offen für all diejenigen, die Kultur wie die Luft zum Atmen brauchen. Anders als beim Jubiläumsmarsch und bei den Festlichkeiten rund ums 300-jährige Jubiläum von Liechtenstein musste sich niemand für einen Platz in Vaduz registrieren, und doch war das Theater regelmässig fast ein wenig überfüllt. Die bunt durchmischte Besucherschar dankte es dem Team mit lautem Applaus. Nach der Eröffnung durch «Zu zweit» gab es ein Stück der Gruppe «Die Klosterbrüder» zu sehen, die anders als viele 
andere in diesen Tagen auch einmal negative Eigenschaften der Ländle­bewohner und -bewohnerinnen thematisierten. 
Welch verschwindend kleine Rolle die Kultur beim Landesjubiläum in diesem Jahr spielt, lag nicht nur Mathias Ospelt schwer auf dem Magen, auch am internen Jubiläum wurde von den Gästen, den Künstlern und auch gerne von den Organisatoren mal ein wenig gestichelt gegen das Ereignis des Jahres. So werde man beim 300-Jährigen von ihnen sicher auch einen Sternenmarsch erwarten können, aber bis dann fliesse ja noch einiges Wasser den Rhein herunter. Das Publikum, das sich dank der facettenreiche Unterhaltung öfters die Bäuche vor Lachen halten musste, wurde sich allerspätestens an diesem Jubelabend bewusst, welche Perle der Kultur das Kleintheater eigentlich ist. Denn die kleine Bühne bietet eine Plattform für Satire, offenkundige Kritik und auch einen Schuss Narrenfreiheit, was in der heutigen Zeit leider fast schon eine Rarität ist. 
Mammutprogramm statt Wanderung 
Die vier Showblöcke gingen mit Pausen von 16 Uhr bis Mitternacht und hatten, neben den zwei zuvor schon genannten, auch noch einige spannende Künstlerinnen und Künstler bereit, die es sich nicht nehmen lassen wollten, dem Schlösslekeller zu gratulieren. Während der deutsche Komiker und Pianist Gunzi Heil aus Dorfpatriotismus am Fliessband neue Kompositionen erfand, lud die Slampoetin Helene Bockhorst ein auf eine Irrfahrt durch die Psyche einer frischverheirateten und mitteldepressiven Frau. Weiter ging der Abend mit der Lokalmatadorin Anna Wössner, die ihre Odyssee von der Idee, etwas zum Jubiläum zu gestalten, bis zum Stichtag der Aufführung protokolierte. Sie, die von der Gitarristin Jasmin Egger begleitet wurde, schaffte so mit viel Wortwitz einen Vortrag, der bewies, dass bei kulturellen Angelegenheiten vielfach der Wille dafür zählt.
Am späteren Abend gab sich die Kultband «Eni vier» noch die Ehre und ein Grossteil der Künstlerinnen und Künstler trat ein weiteres Mal auf. Kultur wird im Schlösslekeller grossgeschrieben, auch wenn es beim Jubiläum keine Wanderung gegeben hat, ist es doch finanziell sicher hin und wieder eine Gratwanderung, die nur mit viel Einsatz von Herzblut und Leidenschaft ans Ziel führt. Am Samstag bewiesen die Kulturfans den Organisatoren, dass sie diesen Weg gerne weiterhin mitgehen werden. (ci) 

28. Jan 2019 / 07:00
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