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Unglücks-Busfahrer fährt keine Schulbusse mehr

Im Fall des Busses, in dem Schüler stürzten und sich verletzten, meldet sich nun die Liemobil zu Wort. Als konkrete Massnahme wird das Buspersonal sensibilisiert und nochmals geschult.
neue LBA Flotte
(Bild: Daniel Schwendener)

Am 29. November ereignete sich im Bereich Mühleholz in Vaduz ein Unfall mit einem Schülerbus, bei dem sich mehrere Schüler aufgrund eines starken Bremsmanövers verletzt haben («Vaterland», 3. De­zember). Publik wurde die ganze Sache schon kurz nach dem Vorfall, nachdem sich eine verärgerte Mutter in den sozialen Medien dazu geäussert hatte. Vor allem die Tatsache, dass der Chauffeur nicht sofort anhielt – um nach den Verletzten zu sehen – und weiter bis ins Städtle fuhr sowie das fehlende «Verbundssicherheitsglas im ÖV» sorgten für laute Empörungen. Liemobil-Geschäftsführer Jürgen Frick gab am Dienstag in einem ersten Statement seine Betroffenheit kund und wünschte allen Betroffenen eine rasche Genesung. Weiters sagte er, dass man die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter nehmen und die offenen Fragen schnellstmöglich klären werde. Dies ist nun geschehen.

Busfahrer «quittiert den Dienst», Polizei ermittelt
Gestern Nachmittag versandte die Liemobil zusammen mit der Postauto Liechtenstein Anstalt, welche als verantwortliches Transportunternehmen in den Vorfall direkt involviert ist, eine gemeinsame Pressemitteilung. Darin wurden einige Massnahmen definiert. Der betroffene Busfahrer habe sich entschieden, keine Schulbusfahrten mehr zu machen. Der Unfallhergang wird aktuell durch die Polizei untersucht. Die Beteiligten werden dabei miteinbezogen, es gilt ja auch die Schuldfrage zu klären, da noch andere Verkehrsteilnehmer involviert waren. «Deshalb kann ich nicht mehr dazu sagen», so Frick.

Fahrpersonal nochmals sensibilisieren und schulen
Eine andere konkrete Massnahme betrifft die Schulung des Fahrpersonals. Dazu heisst es in der Mitteilung: «Das Transportunternehmen informiert, sensibilisiert und schult das Fahrpersonal, dass es bei jedem ausserordentlichen Ereignis – wie eben dem starken Bremsmanöver am 29. November – nicht noch bis zur nächsten Haltestelle weiterfährt, sondern umgehend schauen soll, ob etwas passiert ist.» Ausserdem melde sich Postauto Liechtenstein bei allen verletzten Kindern mit Informationen betreffend Versicherung. Und alle Insassen, die am letzten Freitag im Bus waren, erhalten ein Informationsschreiben. Auch werde geprüft, ob die Möglichkeit besteht, die stark belasteten Strecken zwischen dem Schulzentrum Mühleholz und Vaduz sowie Schaan an Spitzenzeiten mit zusätzlichen Bussen zu verstärken.

«Trennscheibe entspricht den höchsten Standards»
Zur mehrfach gestellten Frage, warum eine Trennscheibe im Fahrzeug in viele kleine Stücke zerbrochen ist und ob dies den Sicherheitsvorgaben entspreche, heisst es in der Pressemitteilung: «Der Fahrzeughersteller hat mitgeteilt, dass die Trennscheibe bewusst so konzipiert ist, damit sie beim Eintreffen eines Ereignisses in unzählige Stücke zerfällt. Dadurch kann verhindert werden, dass sich Fahrgäste an grossen Scheiben- stücken lebensgefährlich verletzen oder durch eine unzerbrechliche Scheibe, welche nicht nachgibt, wesentlich schwerere Verletzungen zuziehen.» Jürgen Frick ergänzt: «Wir haben intern diskutiert, ob man die Scheiben mit einer Folie überziehen sollte. Dies ist jedoch wenig sinnvoll, denn wenn eine Scheibe nicht versplittert, gäbe es dadurch eine sehr lange Schnittkante, und das wäre sehr gefährlich. Vom Hersteller Mercedes fahren Tausende solcher Busse auf den Strassen und solche Scheiben entsprechen höchsten Standards.»

«Unfälle passieren, wichtig ist die richtige Reaktion»
Laut Jürgen Frick ist es in den letzten zwei Jahren im Linienbusverkehr zu drei Unfällen gekommen. «Einmal mit einem PW, einmal mit einem Velo und einmal sprang ein Hirsch in einen Bus. Natürlich ist eine Vollbremsung immer gefährlich. Doch bis auf die drei ge­nann­ten Fälle haben die Chauffeure immer perfekt reagiert. Beim jüngsten Vorfall ist nun ein Fehler unterlaufen, keine Frage. Deshalb sind auch Busunternehmen auf die Liemobil zu­gekommen und wollen ihre Fahrer nochmals explizit schulen. Ein Unfall kann immer passieren, wichtig ist, dass man richtig reagiert. Deshalb werden wir diesen Vorfall zum Anlass nehmen, um die Ab­läu­fe nochmals zu perfektionieren.» (psp/pd)

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