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Zimmermann Rohrer trinkt selbst an Silvester nichts

Zimmermann Remo Rohrer hat in Triesenberg vor drei Jahren seine eigene Zimmerei gegründet. Der Buchser ist ein Naturmensch, der seit fast 20 Jahren keinen Alkohol trinkt und sich vegan ernährt. Im Interview erklärt er, was ihn zu diesem Schritt bewogen hat und warum er sich selbstständig gemacht hat.
Remo Roher in Triesenberg
Remo Roher, Zimmermann in Triesenberg. (Bild: Daniel Schwendener)

Herr Rohrer, wollten Sie eigentlich immer schon Zimmermann werden?
Ja. Mein Vater ist gelernter Schreiner. Daher wusste ich schon als Kind und Jugendlicher, dass ich etwas mit Holz machen will. Mir war schnell klar, dass ich eine Lehre zum Zimmermann machen will. Ein Bürojob wäre für mich nie in Frage gekommen. 

Seit drei Jahren sind Sie mit Ihrer eigenen Zimmerei in Triesenberg selbstständig. Warum haben Sie diesen Schritt gewagt?
Ich wusste schon länger, dass ich meine eigene Zimmerei gründen möchte. Ich wollte näher an den Projekten dran sein und auch am Bauherren, um mich und meine Ideen stärker einbringen zu können. Zwar hatte ich einen tollen Arbeitgeber, doch als Angestellter war das nur begrenzt möglich. 

Haben Sie viel Mut gebraucht dafür?
Der Zeitpunkt ist eigentlich nie richtig, um sich selbstständig zu machen. Meine Frau war mit unserem ersten Kind hochschwanger, als wir unsere Firma gründeten. Weil wir gleich von Anfang an viele Aufträge hatten, musste ich bald Mitarbeiter suchen. Es ist nicht leicht, gute Leute zu finden. Das war bisher die grösste Herausforderung in den vergangenen drei Jahren.  Sobald man Leute anstellt, verändert sich viel und die Verantwortung wächst.  Wir sind zudem noch umgezogen in eine grössere Werkstatt, die mit einer höheren Miete verbunden ist. 

Sie gründeten und führen den Betrieb zusammen mit Ihrer Ehefrau Severine Rohrer-Beck. Wie sieht bei Ihnen beiden die Arbeitsteilung eigentlich aus?
Ja, wir führen die Zimmerei zusammen. Sie ist Hochbauzeichnerin und hat Innenarchitektur studiert. Ohne sie hätte ich keine Chance, den Betrieb zu stemmen. Sie übernimmt auch den Teil der Planung sowie Innenarchitektur bei Umbauten zum Beispiel oder derzeit auch einige Projekte im Gartenbereich wie Aussenküchen, Pergolas, welche ich dann umsetze. Sie erledigt auch die Büroarbeit und stellt Rechnungen. Ich habe mein kleines Büro in der Werkstatt, sie arbeitet im Büro bei uns daheim. 

Selbst und ständig: Bleibt Ihnen noch genug Zeit für die Familie und für Ihre Hobbys?
Bald kommt unser zweites Kind auf die Welt und für die Familie nehme ich mir immer Zeit. Manchmal wäre es aber schön, wenn etwas mehr Zeit für Hobbys bliebe, wie das Motorradfahren.  Da ich auch am Samstag fast immer arbeite, bleibt im Moment wenig Zeit für Sport oder andere Hobbys. In meiner Freizeit engagiere ich mich aber noch bei der Feuerwehr. 

Vor zehn Jahren erklärten Sie in einem Interview, dass Sie keinen Alkohol trinken – selbst an Silvester. Ist das noch immer so?
Ja, ich trinke seit fast 20 Jahren keinen Alkohol mehr. Als ich 17 Jahre alt war, habe ich mein Konsumverhalten hinterfragt und meinen letzten Schluck getrunken. Mir hat das einfach nie etwas gesagt und daher ist das für mich auch kein Verzicht. Für einen Handwerker vielleicht etwas untypisch, dass er das Feierabendbier ausfallen lässt (lacht). Ich bin es gewöhnt, den einen oder anderen Spruch zu hören. Ich bin wahrscheinlich auch der einzige «Fürwehrler» im Land, der keinen Alkohol trinkt und auch noch Veganer ist. 

Warum haben Sie sich dazu entschieden, auf tierische Produkte zu verzichten?
Ich habe einfach ein ganz weiches Herz, wenn es um Tiere geht. Daher konnte ich mein Verhalten relativ leicht ändern. Ich möchte aber niemanden bekehren, dass er ebenfalls auf Fleisch verzichtet. Oft rechtfertigen sich Leute, wenn sie hören, dass ich Veganer bin. Dabei sollte jeder so leben, wie er es gerne möchte. 

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit Holz am besten?
Es ist schön zu sehen, wie aus dem Rohmaterial ein Endprodukt entsteht – eine Fassade aus Holz oder ein Esstisch zum Beispiel. Eigentlich fehlt nur noch, dass wir den Baum im Wald selbst fällen. Dann wären wir vom Anfang bis zum Ende dabei. 

Sind Sie also ein Naturmensch? 
Ja, das würde ich schon sagen. Ich liebe es vor allem, draussen arbeiten zu können. Daher bin ich auch Zimmermann geworden und kein Schreiner. (dal)

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