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Eine Miss wird es trotz Corona geben

Die meisten Viehschauen in der Region wurden abgesagt. Der Prämienmarkt Steg findet statt – natürlich mit Schutzkonzept.
Der Steger Prämienmarkt findet unter Auflagen statt. Die Veranstalter rechnen mit maximal 500 Zuschauern. Bild: Archiv (Bild: Klaus Schaedler)

Alpabfahrten und Prämienmärkte gehören in Liechtenstein und der Region zur Tradition. Sie bringen der breiten Bevölkerung die Alp- wie auch die Landwirtschaft näher. Stolz werden die schönsten Kühe mit dem grössten Euter sowie Schafe, Ziegen, Pferde und Esel im Ring präsentiert. Aber auch diese Tradition fällt dieses Jahr grösstenteils der Coronapandemie zum Opfer. 
Eine Viehschau nach der anderen wurde abgesagt. Werdenberg, Grabs und Gams gaben auf der Schweizer Seite bekannt, dass die Veranstaltungen unter den geforderten Auflagen nicht durchgeführt werden können. Auch die traditionellen Prämienmärkte in Vaduz und Eschen sind abgesagt. Liechtenstein wird dieses Jahr ohne Miss Oberland, Miss Unterland und auch ohne Miss Liechtenstein auskommen müssen. Eine Miss wird es aber geben: In Steg wird die schönste Kuh trotz Corona prämiert. Um Gäste und Helfer zu schützen, wird ein Schutzkonzept umgesetzt.

Angst vor zu grossem Ansturm
«Wir befürchten, dass wir ­überrannt werden könnten. Ausserdem wäre es schwierig gewor­den, die geforderten Massnahmen durchzusetzen»,  begründet Renate Beck vom Prämienmarkt Eschen den Entscheid, die Veranstaltung nicht durchzuführen. Normalerweise seien 60 Helfer im Einsatz, die Besucherzahl liegt oft über der 1000er-Grenze. Der Jahrmarkt mit Prämienmarkt sei ein Hauptereignis in Eschen, und auch wenn der Jahrmarkt abgesagt wurde, sei die Angst da, dass viele Besucher kommen würden. «Diese Verantwortung können wir nicht übernehmen», fügt sie an. Zwar gäbe es vom Verein Braunvieh Schweiz eine Vorlage für ein Schutzkonzept an Viehschauen. Aber dies sei sehr aufwendig umzusetzen und der Prämienmarkt hätte «bei Weitem nicht so durchgeführt werden können, wie wir ihn kennen», sagt Beck. 
Auch bei den Organisatoren des Prämienmarkts in Vaduz ist die Unsicherheit zu gross, um die traditionelle Veranstaltung durchzuführen. Sie befürchten ebenfalls, «überrumpelt zu werden», wie Heike Konrad vom OK auf Anfrage sagt. «Wir konnten uns nicht vorstellen, wie und wer schliesslich an der Veranstaltung dafür sorgt, dass das Schutzkonzept umgesetzt wird. Für uns war es der einzige logische Entscheid», sagt sie.

Schutzkonzept ausgearbeitet
Die Viehzuchtgenossenschaft Triesenberg (VZG) liess sich allerdings von den Auflagen nicht abschrecken. Die Verantwortlichen gingen auf die Behörden zu und klärten ab, welche konkreten Massnahmen notwendig sind, um den Prämienmarkt in Steg durchführen zu können. «Unsere Viehschau findet jeweils in einem kleineren Rahmen statt als jene im Tal. Deshalb ist eine Umsetzung der Massnahmen möglich», sagt Norman Bühler von der VZG. Die Organisatoren rechnen nicht mit mehr als 500 Zuschauern, und deshalb wurde entschieden, den Anlass am 19. September durchzuführen. 
Um die Distanz- und Hygienemassnahmen einhalten zu können, werden die Tische im Zelt mit der Festwirtschaft weiter auseinander gestellt, es steht Desinfektionsmittel bereit und bei der Essens- und Getränkeausgabe sorgt ein Plexiglas für den notwendigen Schutz. «Natürlich setzen wir auch auf Eigenverantwortung der Gäste», so Bühler. So sei beim Ring, wo die Tiere vorgeführt werden, genügend Platz vorhanden, um den notwendigen Abstand einhalten zu ­können. Infotafeln erinnern die Besucher an die Massnahmen. Würden Menschenansammlungen festgestellt werden, werden die Gäste über den Lautsprecher an die Abstandsregeln erinnert. «Vor der Veranstaltung wird das verantwortliche Amt einen Augenschein vor Ort nehmen. Dann sind wir auf der sicheren Seite», ist Bühler überzeugt. 

Amt nimmt Schutzmassnahmen ab
Markus Gstöhl vom Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen bestätigt, dass am Vorabend des Prämienmarkts die Umsetzung des Schutzkonzeptes überprüft und abgenommen wird. «Prävention funktioniert in der Regel besser als eine Kontrolle an der Veranstaltung selbst», sagt er. Wird das Konzept mit den gebotenen Schutzmassnahmen von den Veranstaltern wie auch von den Besuchern verantwortungsvoll umgesetzt, so ist für Gstöhl eine sichere Durchführung möglich. «Wir befürworten, dass die Prämien- und Jahrmärkte in Vaduz und Eschen nicht stattfinden. Der Prämienmarkt in Steg ist jedoch eine kleinere Variante», sagt er. Er betont aber auch, dass es in der Verantwortung des Veranstalters liegt, bei erkennbaren Defiziten rechtzeitig einzugreifen. Funktioniert das Schutzkonzept nicht, haftet der Veranstalter. 
Auch wenn andere Viehschauen abgesagt sind, nehmen in Steg nicht mehr Tiere als normalerweise teil. Es werden rund 180 Kühe und Rinder sowie Esel und Ziegen zu bestaunen sein. Gekürt wird ab 13 Uhr das Top-Rind, das Top-Euter und natürlich die Miss Steg. (manu)

 

GP von Sargans findet statt
Auch die Organisatoren des Internationalen GP von Sargans haben sich für eine Durchführung der Viehschau am 7. November entschieden. Wie gewohnt werden 140 Braunviehjungtiere aus der Schweiz und dem benachbartem Ausland an den Start gehen. Ansonsten gibt es aber strikte Massnahmen: Die Besucherzahl wurde stark reduziert, Eintritte gibt es nur über den Vorverkauf und die Halle wird in verschiedene Sektoren eingeteilt, damit die Schutzvorgaben eingehalten werden können. (manu)

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