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Darf das Kind mit Schnupfen zur Schule?

Die Zahl der Erkältungen nimmt zu, vor allem bei Kindern. Was dies in Coronazeiten heisst, zeigen folgende Fragen und Antworten.
Sick boy at the school blowing his nose in class
Ein leichter Schnupfen gehört nicht zu den häufig vorkommenden Covid-Symptomen. (Bild: andresr)

Eine «Schnudernase» ist bei Kindern im Herbst und Winter ein ständiger Begleiter. Da ihr Immunsystem viele Erreger noch nicht kennt, sind sie anfällig für Infekte und bekommen öfter die «echte» Grippe oder auch nur eine leichte Erkältung.

Was vor Covid-19 nichts als Schnupfen, Husten oder Fieber gewesen ist, stellt Eltern nun vor schwierige Fragen. Nachfolgend gibt es Antworten zu den drängendsten Fragen.

Wie macht sich das neue Virus bei Kindern bemerkbar?

Bei Kindern verläuft eine In-fektion mit dem neuen Coronavirus in der Regel mild. Oft entwickeln Kinder gar keine Symptome. Das Virus kann aber auch Husten, Halsschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Kopfschmerzen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust hervorrufen. Von einer Erkältung oder Grippe ist Covid-19 anhand der Symptome damit kaum zu unterscheiden. 

Wann muss ein Kind zu Hause bleiben?

Es wird generell geraten, dass Kinder eine Krankheit wie beispielsweise eine Grippe oder Erkältung zu Hause auszukurieren. Denn auch andere Erkältungserreger sollten nicht weiterverbreitet werden. Kinder mit verdächtigen Symptomen wie Fieber, Fiebergefühl, Halsschmerzen, trockener Hus- ten, Kurzatmigkeit, Muskelschmerzen oder plötzlicher Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns sollten sich isolieren und erst wieder zur Schule gehen, wenn sie mindestens 24 Stunden beschwerdefrei sind. Laut Amt für Gesundheit und Schulamt kann ein Kind mit leichten Schnupfen ohne weitere Krankheitszeichen den Unterricht besuchen. Genaueres ist in den Schutzkonzepten festgelegt, die für jede Schule vorliegen müssen.

Wann muss das Kind einen Coronatest machen?

Zeigt ein Kind eines oder gleich mehrere der häufig vorkommenden Symptome, sollte die Testhotline (Tel. 00423 235 45 32) oder der Kinderarzt angerufen werden, die eine Empfehlung abgeben. Es wird festgehalten, dass niemand zu einem Test gezwungen wird. Das Schulamt und die einzelnen Schulen appellieren an die Vernunft und damit an die Solidarität der Eltern, um die Gefahr der Corona-Ausbreitung so gering wie möglich zu halten.

Darf die Lehrperson ein Kind mit Symptomen nach Hause schicken?

Wenn bei einem Kind in der Schule Erkältungssymptome festgestellt werden, sollten die Eltern benachrichtigt werden. Die Schüler werden nicht unbeaufsichtigt nach Hause geschickt. Es wird jedoch erwartet, dass symptomatisch gewordene Schüler in der Schule abgeholt werden.

Was, wenn aufgrund der Erkältungssaison viele Schüler ausfallen? Kommt es dann wieder zum Fernunterricht?

Die epidemiologische Lage wird von den Behörden laufend geprüft und die Richtlinien werden dementsprechend angepasst. Ob es wieder zum Fernunterricht kommt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Bevor aber ein so weitreichender Schritt beschlossen würde, müssten schon sehr viele Schülerinnen und Schüler gleichzeitig ausfallen.

Wer entscheidet über Klassenschliessungen?

Quarantänemassnahmen für Klassen oder ganze Schulen werden nicht von der Schulleitung, sondern vom Amt für Gesundheit angeordnet.

Kommt die Maskenpflicht in der obligatorischen Schule?

Derzeit ist keine Maskenpflicht an den Schulen vorgesehen, wenn die übrigen Massnahmen wie Hygiene und Abstandsregel eingehalten werden. Insbesondere bei älteren Schülerinnen und Schülern stellen die Schulen aber Masken zur Verfügung, wenn die Distanz von 1,5 Meter während mehr als 15 Minuten nicht eingehalten werden kann. Eine Maskenpflicht gilt hingegen in den Schulbussen.

Müssen Eltern eine Maske tragen, wenn sie ein Kind zur Schule bringen?

Auf dem Schulgelände wie auch im Schulhaus gilt das Schutzkonzept der Schule. Solange der Abstand von 1,5 Meter eingehalten werden kann, ist in der Regel das Tragen einer Maske nicht notwendig. Es kann aber beispielsweise an einer Veranstaltung in der Schule notwendig sein.

Verbreiten Kinder das Virus überhaupt weiter?

Zwar gehen Fachleute davon aus, dass Kinder weniger zur Verbreitung der Coronaviren beitragen als Erwachsene, aber auch sie können ansteckend sein. Sie sollten deshalb auch bei leichten Symptomen den Kontakt zu Risikopersonen meiden. Wie gross die Rolle der Kinder bei der Epidemie ist, bleibt aber eine grosse Frage, in der sich die Fachwelt bislang nicht einig ist.

Betrifft die Quarantänepflicht für Einreisende auch Kinder?

Ja. Wer Ferien in einem Risikogebiet macht, etwa in Spanien, Albanien oder den USA, darf während zehn Tagen nicht zur Schule gehen. Die aktuelle Liste der Risikogebiete findet sich auf der Webseite des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Was hat Corona mit der Grippeimpfung zu tun?

Die Grippeimpfung schützt nicht vor dem neuen Coronavirus. Der kommende Winter wird eine besondere Herausforderung, denn ohne eine Impfung gegen Covid-19 wird auch die Pandemie noch nicht zu Ende sein. Das Coronavirus der aktuellen Pandemie ist für das Immunsystem von vielen Menschen noch völlig neu. Deshalb ist die Anzahl der Personen, die schwer an Covid-19 erkranken können, deutlich höher als die Anzahl der Personen mit Grippekomplikationen während einer normalen Grippesaison. Die Grippeimpfung vermindert zumindest das Risiko, an Grippe zu erkranken. Denn eine Grippe verläuft nicht immer harmlos.

Im Gegenteil: Manchmal führt sie zu schweren Komplikationen. Davon betroffen sind vor allem Menschen ab 65, schwangere Frauen, Personen mit chronischen Erkrankungen, Säuglinge und frühgebo-rene Kinder bis zwei Jahre. Die Grippe-Impfempfehlungen konzentrieren sich auch in diesem Jahr auf alle Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko sowie ihre engen Kontaktpersonen im privaten und beruflichen Bereich.

Wie können Kinder noch geschützt werden?

Eine gute Handhygiene schützt nicht nur vor dem neuen Coronavirus, sondern auch vor anderen Infekten. Papiertaschentücher sollen nur einmal verwendet und danach direkt im Abfall entsorgt werden. Weiters sollte beispielsweise das Essen nicht geteilt werden. (manu)

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