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Adler nach Abenteuer wieder zuhause

Ein Steinadler büchste Mitte Dezember aus seiner Voliere, die vom Föhn beschädigt wurde, aus. Sein Besitzer aus dem Kanton St.Gallen versuchte anschliessend, den Vogel, der sich zunächst in den Bäumen beim Anwesen aufhielt, wieder einzufangen. Erfolglos. Nach einigen Tagen war das Tier verschwunden. Die Hoffnung, den Steinadler zurückzubekommen, war damit vernichtend klein. Dank aufmerksamen Balzner Bürgern, dem Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW) sowie Falkner Norman Vögeli nahm die Geschichte dennoch ein gutes Ende.
Steinadler
Mittlerweile hält sich der 19-jährige Adler wieder in der vertrauten ­Voliere bei seinem Weibchen auf. (Bild: zvg/Rainer Kühnis)

Am vergangenen Donnerstag erhielt Falkner Norman Vögeli einen Anruf von den Verantwortlichen des ALKVW, dass sich ein Steinadler in einem Mälser Garten befindet. Vögeli solle helfen, ihn einzufangen. Der Steinadler hatte zuvor die Bevölkerung auf sich aufmerksam gemacht, weil er einen Hahn erbeutete. Auch habe er gegenüber anwesenden Passanten keine Scheu gezeigt und den Tag im selben Garten verbracht. Das ist für einen wilden Adler völlig untypisch.

Schliesslich gab der Ring am Bein des Tieres Aufschluss darüber, dass es sich um ein Tier handeln musste, das in einer Voliere lebt oder mindestens eine Zeit lang darin gelebt hatte. Mit einer «beherzten Aktion», wie es in einer Medienmitteilung des Amtes heisst, konnten Vögeli und die Verantwortlichen den Steinadler noch am Abend desselben Tages einfangen. Wie genau diese Aktion vonstatten ging, darf Vögeli nicht erzählen, da die Leute es ansonsten nachahmen könnten.

Norman Vögeli nahm den Adler in Obhut

«Dass es sich definitiv nicht um einen Wildvogel handelte, hat sich beim genaueren Betrachten des Ringes herausgestellt», sagt Vögeli. Dieser offenbarte: Das Tier ist 19-jährig, stammt ursprünglich aus Österreich und ist männlich. Gleich im Anschluss wurde ein Antrag beim österreichischen Amt gestellt. Laut Mitteilung war es aber der Liechtensteiner Ornithologe Rainer Kühnis, der ein Foto des Adlers auf der offiziellen Info-Zentrale der Ornithologen «www.ornitho.ch» aufschaltete und daraufhin kontaktiert ­wurde. Trotzdem dauerte es bis am vergangenen Montag,  bis der Steinadler wieder in die Hände seines Besitzers übergeben werden konnte. Während dieser Zeit nahm ihn Norman Vögeli in einer seiner Volieren in Obhut.

In Liechtenstein lebt ein Brutpaar in freier Wildbahn

Es ist nicht der erste Fall eines ausgebüchsten Greifvogels, bei dem Vögeli gerufen wurde. Oftmals handelt es sich dann um Tiere, die einem Falkner aus Liechtenstein gehörten. Für jeden Falkner sei es eine grosse Hilfe, wenn die Personen anrufen und die Sichtung eines ­Tieres melden. Denn falls es sich um einen vermissten Greifvogel handelt, verringert das die Suche ungemein. Auch der Steinadler wurde zwar vielerorts gesichtet, aber den Behörden nicht gemeldet. So sind laut Medienmitteilung in Fällen mit ungewöhnlichen Tierbegegnungen das ALKVW und das Amt für Umwelt die richtigen Anlaufstellen.

«In Liechtenstein lebt seit Jahren ein Brutpaar in freier Wildbahn», sagt Vögeli. Mehr könnten sich aufgrund des begrenzten Territoriums hierzulande nicht niederlassen. Ein Brutpaar hat ein Jagdgebiet von 160 Quadratkilometern in einer Höhe von 1200 m ü. M. Dies, weil sie erst in einer gewissen Höhe den benötigten Aufwind erhalten. Deshalb seien Sichtungen eines wild lebenden Steinadlers relativ selten. (qus)

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