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Notwendige Massnahmen zu teuer fürs Land

Der Biber sorgt in Liechtenstein für emotionale Diskussionen. Das Amt für Umwelt ist sich bewusst, dass die Biberentnahmen keine langfristige Lösung sind.
Swimming beaver
Der Biber sorgt für zahlreiche Diskussionen in Liechtenstein. Es gilt als besonderes Tier, dessen Verhalten nicht voraussehbar ist. (Bild: SylvieBouchard)

Wie soll Liechtenstein mit dem Biber umgehen? Darüber scheiden sich die Geister. Das zeigen die aktuellen Diskussionen und Reaktionen rund um das Nagetier. Ein besonderes Tier, dessen Verhalten nicht voraussehbar ist und das sich in den letzten Jahren flächedeckend ausgebreitet hat. Und mit ihm einige Probleme. Wie Helmut Kindle, Leiter vom Amt für Umwelt, sagt, wird bereits seit einigen Jahren an einem Konzept gearbeitet. Man habe versucht, mit allen Betroffenen wie Naturschutzorganisationen und Ämtern gemeinsam eine Lösung zu finden. «Doch dies funktioniert nicht. Die Meinungen gehen zu stark auseinander», sagt er. Man werde nun einen anderen Weg einschlagen müssen.


Das Amt für Umwelt ist sich bewusst, dass das momentane Vorgehen, also die ständige Entnahme der Biber, keine langfristige Lösung sein wird. «Wir werden nicht darum herumkommen, unsere sensiblen Hochwasserschutzanlagen biberfest zu machen», betont er. Denn der Aufwand, den Biber fernzuhalten, sei enorm. Allerdings sei momentan auch keine Bereitschaft vorhanden, das Geld für die notwendigen Massnahmen aufzubringen. Wegen der Notwendigkeit, die Hochwasserschutzanlage in Triesen biberfrei zu halten, bleibe dem Amt vorläufig nichts anderes übrig, als die Biber zu entfernen.

Auch die Liechtensteiner Jägerschaft hat sich in dieser Diskussion zu Wort gemeldet. Wie bereits bekannt, fordert sie eine Raumplanung für Wildtiere. Insbesondere für den Biber sei dies wichtig, wie Michael Fasel, Präsident der Jägerschaft und Biologe, sagt. «Der Mensch hat sich durch intensive Nutzung im Talraum ausgebreitet.» Die Tiere finden nicht mehr genügend Raum, um sich arttypisch verhalten und ernähren zu können. Jetzt müsse sich der Mensch dazu bekennen, wieviel Raum er den Tieren zur Verfügung stellen wolle. Der Biologe, der ein Buch über den Biber in Liechtenstein geschrieben hat, ist überzeugt, dass nun «Geld in die Hand genommen werden muss», um ein Zusammenleben mit dem Biber zu ermöglichen. 
Laut Hochrechnungen würde es rund fünf Millionen Franken kosten, die gefährdeten Hochwasserschutzanlagen in Liechtenstein bibersicher zu machen. (manu)

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