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Elisabeth und Hans im Visier der Telefonbetrüger

Telefonbetrüger suchen sich im Telefonbuch gezielt die Opfer nach ihren Vornamen aus. Das Phänomen kommt auch in Liechtenstein vor.
Seniorin und Telefon
(Bild: SEBASTIAN GOLLNOW)

Die Masche des Enkeltrick-Betrugs, bei welchem sich die Betrüger als entfernte Verwandte ausgeben, schafft es immer wieder in den Mittelpunkt der medialen Berichterstattung. Ebenso die Tatsache, dass sich falsche Polizisten per Telefon Geld beschaffen wollen. Und doch tappen immer mehr ältere Menschen in die perfide Falle, welche die Betrüger aufbauen, um an das Geld der Senioren zu kommen. Dabei haben es die Kriminellen gezielt auf die Gutgläubigkeit der älteren Mitbürger abgesehen. Allerdings können sie in den wenigsten Fällen wissen, wie alt ihr Opfer tatsächlich ist. Wie eine Auswertung der «Basler Zeitung» auf Grundlage der Zahlen des Fedpols sowie des Bundesamtes für Statistik zeigen, nutzen die Betrüger deshalb die Vornamen, um potentielle ältere Opfer auszusuchen.

Auch in Liechtenstein wird nach Vornamen ausgewählt
In der Schweiz führen bei den Frauen die Vornamen Elisabeth, Maria, Ursula, Margrith und Gertrud die Statistik an, während bei den Männern Hans, Walter, Kurt und Josef dominieren. Wie Sibylle Marxer von der Landespolizei auf Anfrage erklärt, kann man dieses Phänomen auch in Liechtenstein beobachten. Zwar führt die Landespolizei keine entsprechende Statistik, doch die Erfahrung decke sich mit den Beobachtungen in der Schweiz.

Die falschen Polizisten sind eine relativ neue Masche
Diese Arten des Telefonbetrugs werden immer häufiger. In der Schweiz hat sich von 2016 bis 2019 die Zahl der falschen Polizisten verzehnfacht. In Liechtenstein stieg die Zahl von fünf im Jahr 2018 auf zwölf im Jahr 2019. Dabei würden allerdings längst nicht alle Fälle der Landespolizei gemeldet werden, erklärt Marxer. Bei offensichtliche Täuschungsversuchen würden wohl viele das Telefon einfach abhängen. Bei den Enkeltrick-Betrügern gab es von 2017 auf 2018 ebenfalls eine Zunahme von Fällen, 2019 blieben diese auf Vorjahresniveau. Generell beobachte man, dass die Versuche des Telefonbetrugs oft in Wellenbewegungen funktionieren. «Meist rufen die Betrüger verschiedene Nummern im gleichen Zeitraum an», erklärt Sibylle Marxer. Deshalb sei es wichtig, gleich der Landespolizei Bescheid zu geben, damit diese präventive Massnahmen starten und die Bevölkerung warnen kann.
Die Vorangehensweise der Täter ist immer etwa die gleiche, wie die Landespolizei auf ihrer Homepage schreibt: Durch einen Telefonanruf von angeblichen Verwandten oder Bekannten erzählen die Täter eine komplizierte Geschichte von einer finanziellen Notlage oder einem Wohnungskauf. Für diese Notlage benötigen sie dringend Geld. 
Bei falschen Polizisten gibt es verschiedene Geschichten. In Liechtenstein gaben Betrüger als Polizisten unter dem Vorwand aus, dass der Sohn oder die Tochter der Angerufenen in einen Unfall verwickelt worden sei. Das kaputte Auto sei nicht versichert, deshalb bräuchte der Angehörige Geld für eine Kaution, sonst drohe ihm die sofortige Haft, so der Anrufer. Wie die Landespolizei aber unmissverständlich festhält, werde die richtige Polizei niemals am Telefon dazu auffordern, Geld abzuheben, Schmuck herauszugeben oder Bankdaten bekannt zu geben.  (ags)

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