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«Die Sicherheitsstandards werden laufend angepasst»

Wieder wurde in der Schweiz ein Bancomat gesprengt – wie sicher sind diese in Liechtenstein?
An der Bahnhofstrasse in Sevelen – nur wenige Minuten von Vaduz – wurde ein Bancomat gesprengt. 	Bild: Kapo SG
An der Bahnhofstrasse in Sevelen – nur wenige Minuten von Vaduz – wurde ein Bancomat gesprengt. Bild: Kapo SG

In der Schweiz steigt die Zahl von Attacken auf Bancomaten. Innerhalb von wenigen Monaten wurden sechs Fälle im Tessin bekannt. In der Nacht auf Donnerstag schlugen Täter in Sevelen an der Bahnhofstrasse zu – nur wenige Minuten entfernt von Vaduz. Kurz nach 1.30 Uhr wurde der dortige Bancomat aufgesprengt, anschliessend flüchtete die Täterschaft mit Bargeld in unbekannter Höhe. Die sofort eingeleitete Fahndung, bei der mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen mit einem Polizeihund sowie das Grenzwachtkorps beteiligt waren, blieb erfolglos. Am Automaten und dem angrenzenden Gebäude entstand Sachschaden in der Höhe von rund 100 000 Franken. Die Kantonspolizei St. Gallen sucht nun Zeugen. Gemäss Hinweisen könnte es sich bei der Täterschaft um einen Mann und eine Frau handeln. Der Mann sei etwa 180 bis 190 cm gross und von athletischer Statur. Die Frau ist laut Hinweisen an die Kantonspolizei zwischen 160 und 170 cm gross und hat eine feste Statur. Personen, die Aussagen zum Hergang sowie der Täterschaft ma­chen können, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei St. Gallen, Telefon +41 58 229 49 49, zu melden.

Verständlicherweise keine detaillierten Angaben

Das wirft die Frage auf, wie sicher eigentlich Liechtensteins Bancomaten sind. Könnte sich ein solcher Vorfall auch hierzulande ereignen?  «Wir sind bestrebt, unsere Bankomaten stets auf die neusten Sicherheitsstandards auszurichten. Wir investieren laufend in die Sicherheit unserer Bankomaten. Zu den Details der Sicherheitsvorkehrungen machen wir keine Aussagen», sagt Albert Halter, Leiter Group Corporate Communications der Liechtensteinischen Landesbank. Dass keine detaillierten Informationen zu Modellen oder der Art der Konstruktion von Bancomaten preisgegeben werden, ist allerdings nachvollziehbar. Ebenso wenig Angaben werden verständlicherweise darüber gemacht, wie viel Bargeld sich in den einzelnen Bancomaten befindet. Nur so viel: «Die Volumina sind je nach Standort unterschiedlich.»

Warum trifft es immer die Raiffeisen?

In der Schweiz ist indes so viel bekannt: Es werden auffallend viele Geldautomaten von Raiffeisen in die Luft gesprengt – so auch im Fall von Sevelen. Über die Gründe kann al­ler­dings nur spekuliert werden. Zumal die Bank baugleiche Modelle verwendet wie andere Finanzhäuser. Die Schweizer Medien suchen eine Erklärung darin, dass die Bankomaten von Raiffeisen an eher wenig besiedelten Orten stehen und Kriminelle daher ein kleineres Risiko eingehen, auf frischer Tat ertappt zu werden. Zudem habe Raiffeisen mit 1700 Bankomaten ein dichtes Netz im ganzen Lande. Auf­fallend sei zudem, dass die meisten Geldautomaten in Grenzregionen gesprengt würden. Der Grund: Nach der Attacke – die Täter lassen meist ein Gas in den Automaten strömen und zün­den dann – sind sie mit der Beute schnell über der Grenze und für die Polizei kaum mehr zu fassen.

Im Schnitt werden 7500 Euro erbeutet

Wahnsinnig lukrativ seien die Sprengungen allerdings meist nicht, wie die «SonntagsZeitung» vor wenigen Monaten berichtete. Im Schnitt würden den Kriminellen pro Bankomat 7500 Euro in die Hände fallen. Der Sachschaden hingegen betrage schnell einmal über 100 000 Franken. Das dürfte auch im Fall von Sevelen zutreffen. Übrigens werden auch in Deutschland immer mehr Geldautomaten gesprengt. Die Fallzahlen stiegen 2018 um 38 Prozent. (dv)

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