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Balzner Baubehörde erteilt Casino eine Abfuhr

In Balzers regt sich weiter Widerstand gegen das geplante Casino im Coop-Einkaufszentrum. Nun hat offenbar auch die Baubehörde ein Machtwort gesprochen.
Coop Gebäude in Balzers
Die Realisierung des Casinos im Coop-Gebäude in Balzers ist doch noch nicht fix. (Bild: Daniel Schwendener)

Das geplante Casino in Balzers scheint ein Fall für die Gerichte zu werden. Nicht nur, dass Anwohner Einsprachen eingereicht haben – nun hat offenbar auch die Balzner Baubehörde der «Casino Austria Liechtenstein AG» eine Abfuhr erteilt und entschieden: Das Casino gehört nicht in die Gewerbezone. Dies wurde im Rahmen der Einigungsverhandlung bekannt, die gestern zwischen dem Amt für Bau- und Infrastruktur, den Beschwerdeführern sowie Vertretern der «Casino Austria Liechtenstein AG» stattgefunden hat. Was dies nun konkret für die Zukunft des Casinos bedeutet, konnte bis gestern Abend allerdings niemand so richtig sagen. Zum einen äusserte sich Mar­keting-Manager Michael Moosleithner gegenüber Radio L nach der Einigungsverhandlung – bei der übrigens keine Einigung erzielt wurde – mit keinem Wort zu dieser Mitteilung der Balzner Baubehörde. Und zum anderen wissen die Gemeinderäte – noch – nichts von diesem Entscheid der Baubehörde.

Wie verbindlich ist die ­Aussage des Bauamtes?
Den Casino-Betreibern bläst nun also Gegenwind von zwei Seiten entgegen: Denn es gilt nun nicht nur, die Einsprachen der Anwohner, die sich gegen den Lärm und den Verkehr wehren, abzuwenden, sondern auch den Gemeinderat davon zu überzeugen, dass er doch noch ein Umnutzungsgesuch bzw. eine Ausnahme­bewilligung für den Betrieb des Casinos erteilt. Die Anwohner haben nach dem gestrigen Gespräch 14 Tage Zeit, ihre Beschwerden zurückzuziehen, was sie nicht tun werden. Man hat sich im Rahmen der Gespräche lediglich über die Argumente ausgetauscht, jedoch wurde keine Lösung gefunden. So wollen die Anwohner zur Not gerichtlich vorgehen. Und wie die Gemeinde Balzers bzw. der Gemeinderat weiter verfährt, ist ebenfalls offen. 
Fakt ist: Die Gemeinde hat die Hoheit über den Zonenplan – Ausnahmen kann nur der Gemeinderat sprechen. Inwiefern die Aussage bzw. die gestrige Mitteilung des Bauamtes hier ins Gewicht fällt und warum der Gemeinderat darüber nicht informiert ist, wird sicher noch zu Diskussionen führen. Folgt der Gemeinderat der Empfehlung des Bauamtes, wird der Fall aber mit grosser Wahrscheinlichkeit vor Gericht landen. Lenkt er ein und erteilt eine Ausnahmebewilligung, haben die Anwohner das Nachsehen. (dv)

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