• Info Feuerwehrdepot Vaduz
    Boten einen umfassenden Überblick: Feuerwehrinspektor Günther Hoch, Moderator Martin Frommelt, Sigrid Saler (Samariterverein Vaduz), Bürgermeister Manfred Bischof und der Vaduzer Feuerwehrkommandant Martin Konrad (v. l.).  (Daniel Schwendener)

«Nicht zu gross, aber gross denken»

Das neue Feuerwehr- und Samariterdepot in Vaduz soll 25,5 Mio. Franken kosten. Gestern wurde Überzeugungsarbeit geleistet.

Das bestehende Feuerwehr- und Samariterdepot an der Schaanerstrasse ist nicht nur in die Jahre gekommen – die Platzverhältnisse sind auch massiv beengt. Doch ist ein neues Gebäude – übrigens nur etwas weiter nördlich gegenüber der Tennishalle und beim Wasserwerk angesiedelt – wirklich nötig? Und warum kostet es mehr als das Doppelte als das in Schaan und 9 Mio. Franken mehr als das in Balzers? Diese und weitere Fragen beantworteten gestern Abend im Rathaussaal in Vaduz Bürgermeister Manfred Bischof, Feuerwehrkommandant Martin Konrad, Sigrid Saler vom Samariterverein Vaduz sowie Feuerwehrinspektor Günther Hoch vom Amt für Bevölkerungsschutz.

«Hoffe auf Weitsichtigkeit der Bürger»

Ja, es ist zugegeben eine stolze Summe, zu denen die Vaduzer Stimmbürger am 6. Oktober Ja sagen sollen: 25,5 Millionen Franken. Doch die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass es sich – entgegen so manch gehörter Meinung ausserhalb der Gemeinde Vaduz – um keinen Protzbau handelt. «Wir denken nicht zu gross, müssen aber gross denken», gab Feuerwehrkommandant Martin Konrad zu bedenken, der auf die Weitsichtigkeit der Bevölkerung hofft, und auch, aber nicht nur die derzeit beengten Platzverhältnisse ansprach. Mit 64 Mann und einer Frau sei die Freiwillige Feuerwehr Vaduz personell sehr gut aufgestellt. Und auch materiell. Doch ein zeitgemässes Depot fehle. Konrad gab zu bedenken, dass die Feuerwehr heute 
zudem für weit mehr als für das Löschen von Bränden zuständig sei, die Aufgaben würden ständig zunehmen. «Für die meisten der 28 aufgezeigten Gefahren in der Gefährdungsanalyse des Amtes für Bevölkerungsschutzes ist die Feuer-wehr zuständig. Ausserdem befinden sich täglich rund 
10 000 Menschen in Vaduz, was zusätzlich Gefahrenpotential birgt. Und wir wollen und müssen für alle da sein», machte er auf die Notwendigkeit der Feuerwehr aufmerksam.

«Wichtige Zusatzfunktion: Geht nicht nur um Vaduz»
Doch diese Notwendigkeit zweifelt wohl auch niemand an – wohl aber, ob es denn wirklich ein so grosser Bau für eine solche stolze Summe sein muss. Ja, muss es, waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. «Um den Vergleich mit Schaan noch einmal aufzunehmen, so kostet das Depot in Vaduz zwar doppelt so viel, es wird aber auch doppelt so gross», betonte Martin Konrad. Der Platzbedarf sei mit Blick auf die Zukunft ermittelt worden, zudem dürfe nicht vergessen werden, dass in Vaduz auch die Stützpunktfeuerwehr stationiert sei.

«Schon heute sind die Gerätschaften dieser Stützpunktfeuerwehr über drei Standorte verteilt – das ist alles andere als optimal», weiss Feuerwehrinspektor Günther Hoch vom Amt für Bevölkerungsschutz und bestätigte, dass sich auch das Land für eine grössere Lagerfläche interessiere, um das gesamte Material an einem Ort unterbringen zu können. Und dass dies in Vaduz sein soll, ist für Hoch ebenfalls unbestritten. Er machte zudem klar, wie wichtig die Stützpunktfeuerwehr für das gesamte Land ist. «Sie kommt landauf, landab bei jedem Verkehrsunfall zum Einsatz. Und sie unterstützt mit ihrem Hubrettungsfahrzeug, dem  Verkehrsrettungsfahrzeug sowie diversen Gerätschaften sämtliche Feuerwehren des Landes.»

«Ein Nein löst die Probleme nicht»
Im Verpflichtungskredit in Höhe von 25,5 Mio. Franken sind übrigens auch der Architekturwettbewerb sowie die Erstellungs- und Ausstattungskosten enthalten, die rund 4 Mio. Franken ausmachen dürften. Sagen die Vaduzer am 6. Oktober Ja dazu, könnte das neue Depot voraussichtlich Anfang 2025 bezogen werden. Sagt das Volk allerdings Nein dazu, müssen die Verantwortlichen noch einmal über die Bücher. «Wir stehen platzmässig wirklich an. Und am bestehenden Standort müsste das alte Gebäude saniert werden», hofft Bürgermeister Manfred Bischof auf ein Ja der Vaduzer.

Für Feuerwehrkommandant Martin Konrad ist ebenfalls klar: «Ein Nein löst die Probleme nicht. Wer glaubt, wir könnten dann 25 Mio. Franken einsparen, der irrt. Dieses Geld müsste stattdessen in das alte Depot, das nicht mehr ausbaufähig ist, investiert werden.» Ausserdem seien Probleme bei der Einsatzbereitschaft und dem Material bei Umbauphasen vorprogrammiert. 

Viele Fragen gab es im Anschluss an die Podiumsdiskussion nicht. Aber eine Anmerkung eines Zuhörers, die auf Gefallen stiess: «Das alte Depot ist nicht mehr erdbebensicher und dürfte gar nicht mehr benutzt werden.» Aber sehen das die Stimmbürger auch so? Die Frage wird am 6. Oktober beantwortet. (dv)

11. Sep 2019 / 05:30
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