• Die Collage eines Studenten zeigt, wie das Sunnamarkt-Gebäude aussehen könnte, wenn es belebt worden wäre.  (pd)

Neues Leben im «Sunnamarkt»

Vom 10. bis 15. Dezember erwacht der Sunnamarkt in Triesen unter dem Titel «Provisorium» dank Uni-Studenten zu neuem Leben.

Architekturstudenten der Universität Liechtenstein setzen sich seit ein paar Monaten im Rahmen eines Semesterprojekts zum Thema Upcycling mit dem ehemaligen Sunnamarkt in Triesen auseinander. «Ziel des Projekts war, aufzuzeigen, wie man das Gebäude ab ändern könnte, um es erneut zu nutzen», erklärt Projektmitglied Simon Egger. «Dabei war schon immer klar, dass das Gebäude abgerissen werden soll», so Simon Egger.

Nichtsdestotrotz bemühten sich nun einige Studenten aus Eigeninitiative um eine Umsetzung einiger ihrer Projektideen. Kurzerhand fragten sie die Besitzerfamilie Heidegger für eine temporäre Nutzung an, die dem Projekt sofort offen gegenüberstanden. «Die Familie Heidegger freut sich, dass in den alten Gemäuern ein letztes Mal Leben aufkommt», so Egger. Auch die Gemeinde fand Gefallen an der Idee und sprach der Projektgruppe eine Unterstützung zu. So kann bereits am Montag mit dem «Upcycling» gestartet werden.

Zitate aus Wirklichkeits erzählungen
Für die Dauer einer Woche soll in einem Teil des Sunnamarkt-Geländes ein temporäres Kulturcafé entstehen. Dafür wird ein Raum möbliert, beleuchtet und geheizt, der sowohl als Café dient wie auch als Arbeitsraum für die beteiligten Studenten. «Das Café soll ein gemütlicher Ort der Begegnung werden. Jeder ist willkommen, das Projekt kennenzulernen und sich aktiv einzubringen», so Simon Egger.

Als Projektbasis führten die Studenten Wirklichkeitserzählungen mit Menschen durch, die mit dem Gebäude zu tun hatten. Passagen aus diesen Interviews werden sowohl bei der Eröffnungsfeier anonymisiert vorgetragen als auch an die Decken und Wände aufgetragen. Auch die anderen Räume werden geöffnet sein, die von Studenten als Experimentierräume genutzt werden. So sollen kleine Interventionen wie auch Kunstinstallationen entstehen. «Das Gebäude wird mit Scheinwerfern, Lampen und weihnachtlichen Lichterketten stimmungsvoll beleuchtet».

Sunnamarkt-Geschichten aufleben lassen
Die Immobilie wurde in den 60er-Jahren als eines der ersten modernen Gebäude mit weit auskragendem Vordach im ländlichen Triesen erbaut. Anfänglich war dort die Heid egger-Garage untergebracht. Weil diese ständig weiter wuchs, wurde an allen Ecken und Enden angebaut, bis in den 90er-Jahren der neue Standort im Industriegebiet bezogen wurde. Daraufhin zog dort der Sunnamarkt ein, der 2014 schloss. «Das Gebäude ist zwar in die Jahre gekommen, aber ich finde es schade, dass die ganze Zeit, in der es leer stand, nichts darin passiert ist», so Egger. «Auch wenn es nur sechs Tage sind, wollen wir die Geschichten, die mit dem Gebäude in Zusammenhang stehen, wieder aufleben lassen.»

Doch bis es so weit ist, muss der Raum im Sunnamarkt noch nutzbar gemacht werden. Denn im Gebäude gibt es derzeit weder Strom noch Wasser. «Momentan stehen die Räume komplett leer, sodass wir alles selbst organisieren müssen», so Egger. «Notfalls greifen wir auf ein Stromaggregat zurück», so Egger. Die Wasserfrage hingegen ist geklärt: Für die Dauer des Projekts dürften die Gäste die WC-Anlagen des Gasometers nutzen.

Am Montag starten die Studenten mit dem Aufbau und der Möblierung. Das Café wird am Dienstag um 10 Uhr eröffnet, in dem es bis Freitag jeweils bis 20 Uhr Kaffee und Kuchen gibt. Ab 17 Uhr gibt es – ausser donnerstags – jeweils zusätzlich Marroni und Glühwein. Am Freitag, 13. Dezember, findet dann ab 19 Uhr die eigentliche Eröffnung statt: Es gibt Lesungen zum Gebäude und der Triesner DJ Mangold legt auf. Am Samstag gibt es eine offene Bühne, die genutzt werden kann. Und am Sonntag schliesst das Projekt mit einem Brunch auf Anmeldung. Schon am Tag darauf wird abgebaut, damit das Gebäude dann wirklich einmal abgerissen werden kann. (mk)

Öffnungszeiten: Di/Mi: 10–19 Uhr, Do/So: 10–16 Uhr, Fr: 10–24 Uhr, Sa: 13–24 Uhr. Anmeldung zum Brunch unter provisorium.triesen@gmail.com

04. Dez 2019 / 11:59
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