• Planken Carsharing
    Planken hat vor drei Jahren eine Elektroauto für ein Carsharing-Angebot angeschafft.  (Tatjana Schnalzger)

Gespaltene Meinung zum Carsharing

In zwei Gemeinden gibt es ein Carsharing-Angebot, vier weitere diskutieren über eine Anschaffung und Eschen hat es wieder abgeschafft.

Die meisten Liechtensteiner besitzen ein eigenes Auto. ­Manche haben zwei, einige drei oder mehr. Das ist Standard. Die Gemeinde Planken hat im Sommer 2016 ein Elektroauto angeschafft, das alle Bewohner für vier Franken pro Stunde oder 30 Franken pro Tag mieten können. Die Vermietung läuft über die Carsharing-Plattform Sharoo. Ein Ziel von Planken ist es, mit dem Carsharing einen Beitrag zur energiebewussten Zukunft zu leisten. So könne das Mietauto laut Thomas Meier von der Plankner Gemeindebauverwaltung auch gut als Zweitauto genutzt werden. Durchschnittlich jeden dritten Tag würde das Fahrzeug von jemandem verwendet. Kostenmässig lohnt sich das Auto für die Gemeinde jedoch nicht. Während sie im Jahr rund 1000 Franken einnimmt, gibt Planken handkehrum ungefähr 4000 Franken für die laufenden Kos­ten des Elektrofahrzeuges aus. «Auch wenn es die Kosten nicht deckt, wollen wir das Auto den Bewohnern weiterhin zur Verfügung stellen», führt Meier aus. Auch deswegen, weil damit im Sinne des «Energiestadt Gold»-Labels ein Beitrag für ein nachhaltiges Mobilitätsmodell geleistet werde. Zudem erhalte die Gemeinde von den Nutzern durch das Band positive Rückmeldungen. 

Carsharing

In Ruggell und Planken bestehen Angebote, in Mauren, Vaduz, Triesenberg und Triesen wird zurzeit diskutiert ob das Angebot sinnvoll wäre.

Ruggeller Bevölkerung nutzt E-Auto immer wieder
Neben der Gemeinde Planken bietet auch Ruggell seit rund einem Jahr ein Auto zum Teilen an. Die Einwohner können den Renault Zoe beim Rathaus abholen. Die Gemeinde arbeitet mit dem Start-up-Unterneh­men «Sponti-Car» zusammen und ist mit dem Unternehmen zufrieden. Das E-Auto werde von der Bevölkerung immer wieder genutzt. Auch die Gemeindeangestellten können das Auto für Dienstzwecke nutzen. «Für Ruggell steht mit diesem Angebot die klimaneutrale Mobilität wie auch die Reduktion der CO2-Belastung im Vordergrund», erklärt Patrik Marxer, Leiter Hochbau der Gemeinde. Auch hier hofft man, dass einige Einwohner aufgrund des Angebots auf ein Zweitauto verzichten. Im vergangenen Jahr wurden die Tarife für das Auto angepasst und belaufen sich nun auf fünf Franken pro Stunde für die ersten 30 Kilometer. Zuvor waren es vier Franken pro Stunde und mit diesem Tarif konnten die Nutzer höchstens zehn Kilometer weit fahren. Jeder halbe Tag mit höchstens 50 Kilometern beläuft sich neu auf 29 Franken und ein ganzer Tag mit höchstens 70 Kilometern auf 49 Franken. Jeder zusätzliche Kilometer wird mit 30 Rappen mehr belastet. Auch in Ruggell ist das Carsharing-Angebot ein Beitrag zum Label «Energiestadt». Die Gemeinde habe laut Marxer «einige sehr positve Rückmeldungen» erhalten. Das Angebot wurde für zwei Jahre befristet eingeführt – in einem halben Jahr wird entschieden, ob es weiter zur Verfügung gestellt wird oder nicht. 

Eschen-Nendeln hat Vertrag gekündigt
In Eschen-Nendeln hingegen wurde das Carsharing-Angebot wieder abgeschafft. Die Gemeinde hat ihren Vertrag mit dem Unternehmen «Mobility» aufgrund der gestiegenen Kosten im vergangenen Herbst gekündigt. So hat die Nutzung durch die Bevölkerung in den vergangenen Jahren erheblich abgenommen. Im Jahr 2016 zahlte die Gemeinde 9200 Franken und erhielt durch die Nutzung 2300 Franken. Ein Jahr später lagen die Kosten bereits bei 10 200 Franken, die Einnahmen hatten bis dato jedoch um fast die Hälfte abgenommen und beliefen sich nur noch auf 1300 Franken. Ein Versuch, das Carsharing-An­gebot von «Sponti-Car» einzuführen, wurde vom Gemeinderat abgelehnt.

Für drei Gemeinden kommt es heute noch nicht in Frage 
Die restlichen acht Gemeinden besitzen noch kein Carsharing-Angebot. In einigen wird jedoch darüber diskutiert. In Triesen wurde beispielsweise aufgrund von bestehenden Privatangeboten bisher auf ein eigenes Auto verzichtet, so Vorsteherin Daniela Wellenzohn-Erne. Seit geraumer Zeit jedoch sei man aber daran, ein entsprechendes Angebot zu überprüfen. «Bald wird dem Gemeinderat ein ­Konzept zur Entscheidung vorgelegt», fügt sie an. Auch in ­Vaduz wurde aufgrund des bereits bestehenden Privatangebots bisher von einem eigenen abgesehen. Nun aber lässt die Gemeinde doch ein Angebot abklären. Von einem Entscheid ist sie aber noch weit entfernt, wie Flurina Seger, Medienverantwortliche der Gemeinde, ausführt. In Triesenberg würde laut Vorsteher Christoph Beck mit dem neuen Gemeinderat die Diskussion über ein all­fälliges Angebot noch einmal aufgenommen. Einen kleinen Schritt weiter mit den Überlegungen ist hingegen Mauren-Schaanwald: Da die Nutzfahrzeuge der Gemeinde in die Jahre gekommen sind, würde sich die Gemeinde überlegen, diese Flotte in ein paar Jahren mit Carsharing-E-Autos zu ersetzen, erklärt Vorsteher Freddy Kaiser.

Übrig bleiben Schellenberg, Schaan und Gamprin-Bendern. Dort bestehen derzeit keine Bemühungen für ein solches Angebot. Hansjörg Büchel, Vorsteher in Balzers, findet es eine «gute Idee», jedoch zu kostenintensiv. Deshalb wurde bisher vom Angebot abgesehen. (qus)

14. Aug 2019 / 11:24
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