• Besichtigung Baustelle Gamanderstall
    Denkmalpfleger Patrik Birrer erklärt, wie der denkmalgeschützte Gamanderstall restauriert wurde.

Gamanderstall erstrahlt in neuem Glanz

Während der vergangenen Monate wurde der fast 300-jährige Gamanderstall in Schaan renoviert. Nach dem Einbau einer Treppe und neuer Fenstergitter soll das Gebäude im Sommer für diverse Veranstaltungen genutzt werden können.

Auf dem Weg nach Planken befindet sich etwas versteckt hinter einer langen Rabatte der historische Gamanderhof aus dem Jahr 1720. Im Hauptgebäude ist seit Jahren der historische Verein untergebracht, während der gegenüberliegende Stall seit Jahrzehnten ein einsames Dasein fristet. 

Fotostrecke: Besichtigung Baustelle Gamanderstall, Schaan
Besichtigung Baustelle Gamanderstall
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Besichtigung Baustelle Gamanderstall

Dies soll sich nun ändern: Vor einiger Zeit entschied sich das Amt für Bau und Infra­struktur gemeinsam mit der Denkmalpflege im Amt für Kultur, das fast 300-jährige Haus zu renovieren. Denkmalpfleger Patrik Birrer sieht diese Instandsetzung auch als Beitrag zur 300-Jahr-Feier: «Der Gamanderhof wurde im Zuge der Errichtung des Reichsfürsten­tums 1720/21 als fürstlicher Meierhof zur Bewirtschaftung der neuen Herrschaftsgüter erbaut.»

«Bestandserhaltung klar im Vordergrund»
So wurden in den letzten Mo­naten die brüchigen Biberschwanzziegel ausgetauscht, einige Dachbalken und Bodenbretter ersetzt, die Mauern ergänzt und die Südfassade neu verputzt. Um den grossen oberen Raum des Strohlagers in Zukunft nutzen zu können, wurde eine Treppe eingebaut sowie das ganze Gebäude elektrifiziert und eine schlichte Beleuchtung montiert. Auch der Eingangsbereich, zuletzt als Garage genutzt, wurde neu verputzt und mit einem Rund­bogen versehen. «Dabei stand klar die Bestandserhaltung im Vordergrund», erklärt Patrik Birrer. Ein wichtiger Bestandteil der Renovation war der Wiedereinbau der Lüftungsgitter in den Rundbogenöffnungen, die anhand eines erhaltenen Holzgitters von 1720 nachgebaut wurden. Da diese Öffnungen keine Fenster besitzen und das Gebäude auch nicht geheizt werden kann, ist im Gamanderstall in naher Zukunft auch nur eine Sommernutzung geplant. 

Da in den vergangenen Jahrzehnten südseitig immer wieder neuartige Dispersionsanstriche aufgetragen wurden, die auf dem alten Mauermaterial nicht hielten, mussten diese zuerst abgetragen werden, bevor erneut ein historischer Kalkputz angebracht werden konnte. Dieser kann nicht als Fertigmischung gekauft werden, sondern wird von Hand aus Sumpfkalk, hydraulischem Kalk und Sand angemischt, wie der Experte des Gipserge-schäfts Beusch erklärt. Ein solcher Kalkverputz brauche mindestens drei Monate Trocknungs- und Karbonatisierungs- zeit, damit er wieder für die nächsten 100 Jahre halte, erklärt der Denkmalpfleger. Damit der Verputz nicht zu schnell trocknet, ist die Frontseite des Gamanderstalls nun auch noch mit befeuchtetem Jutestoff bedeckt. «Historische Bauten brau­chen eben ihre Zeit», so Birrer. Daher verzögerten sich die Renovationsarbeiten auch ein bisschen. Während der grossen Hitzewelle zum Beispiel sei es nicht möglich gewesen, den Putz aufzutragen. 

Besichtigung am Denkmaltag
Während die Ostwand aus dem Jahr 1720 immer noch im Originalzustand erhalten ist und sogar noch eine weisse Quaderung in Sgraffitotechnik (ein für die Renaissancezeit typisches Quaderdekor) aufweist, müssen beim hinterseitigen Anbau von 1919 die in die Jahre gekommenen Schiebetüren demnächst noch instand gesetzt werden. Doch schon am Freitag und Samstag stehen im Gamanderstall die ersten Veranstaltungen des Vereins Elf an, der neben historischen Landkarten auch den ältesten Bauplan Liechtensteins, den des Gamanderhofs, präsentiert. Am 7. September wird dann der fertig renovierte Gamander­stall am Denkmaltag erneut zur Besichtigung offenstehen.

Nächste Veranstaltungen
Fr, 12. Juli, 19.15 Uhr: Streifzug durch 400 Jahre Landesgeschichte und Eröffnung Karta-Bar
Sa, 13. Juli, 14 Uhr: Bildgass: Welche Rolle spielen Quartiere?

12. Jul 2019 / 12:06
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