• Ums Egg, Triesen
    Der Dorfladen im Triesner Oberdorf öffnete heute seine Pforten.  (Tatjana Schnalzger)

Dorfladen Triesen nach 40 Jahren wiedereröffnet

Nach gut vier Jahrzehnten erhält das Triesner Oberdorf seinen Dorfladen bei der Linde zurück. «Ums Egg» öffnete am Mittwoch seine Pforten.

Die Storen sind hochgezogen und die neuen Fenster, die die ganze Ladenfront einnehmen, eingesetzt. Das eindringende Licht und die fein ausgearbeiteten Holzregale und -wände der Remo Beck Schreinerei sorgen für ein helles offenes Verkaufslokal. Den 55 m2 grossen Raum füllen regionale Produkte, beispielsweise der Betriebe Aeulehof Balzers, Liechtensteiner Milchland oder der eigenen Sauguat Anstalt. Daneben reihen sich gängige Markenprodukte ein. «Der Kunde soll selbst entscheiden, was er bevorzugt», so der Inhaber Leopold Schurti, «und wir richten ‹Ums Egg› dementsprechend ein. So können wir das Angebot kundenorientiert verbessern». Am Kunden ist Poldi, wie er genannt wird, viel gelegen. Supermarktketten scheinen ihm unsympathisch – teilweise überteuert, unfamiliär und lieblos eingerichtet – zu sein. Bei ihm sei es heimeliger. Die Möglichkeit, sich inwendig auf Bänken an der Fensterfront hinsetzen, einen Kaffee zu trinken und mit dem Nachbarn zu plaudern, ist gegeben. «Wie mit dem Dorfgasthaus Linde will ich dem Bewohner des Oberdorfs ein Service bieten. Das ist mir wichtig», schliesst Poldi Schurti. Der Name «Ums Egg» ist also Programm.

Unerwartete und langwierige Umbauarbeiten

Bei der Übernahme der Linde hatte der Inhaber die Wiedereröffnung des alten Ladens bereits im Hinterkopf, doch sollte sich diese noch eine zeitlang verzögern. «Entfernte man die alten Fenster, waren diese sogleich ersetzt, doch riss man den Teppich heraus, kamen teils verfaulte Böden zum Vorschein», gibt der Inhaber preis. Hinter den meisten Handgriffen wartete ein verborgenes Problem, zu deren Lösung ein weiterer spezialisierter Handwerker beauftragt werden musste. Nicht nur der Altbau, auch die Lieferanten des neuen Inventars spielten gleichsam ein foppendes Spiel. Beispielsweise wurden Glasvitrinen bestellt, doch die italienische Manufaktur hielt im August Ferien, wie Poldi Schurti später erfuhr. So verzögerte sich auch dies. Anstatt im angepeilten August findet nun die Neueröffnung nun am 5. Dezember statt. Ganz eingeräumt ist der Dorfladen auch jetzt nicht, im Moment werden die Holzregale fertig aufgefüllt und gewisse Einrichtungsgegenstände noch erwartet. Dazu meinte Poldi Schurti: «Der Laden befindet sich eben noch in den Startlöchern und restliche Weg wird mit dem Kunden begangen». (dab)

05. Dez 2018 / 17:41
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