• Abstimmung Vaduz
    Die Vaduzer Stimmbürger sprechen sich deutlich für den Neubau eines Feuerwehr- und Samariterdepots aus.  (Daniel Schwendener)

Die Feuer- wird zur «Feierwehr»

Vaduz bekennt sich mit 77,1 Prozent Jastimmen klar zum Bau des neuen Feuerwehr- und Samariterdepots.
Vaduz. 

Der Jubel war gross im Jahrmarktzelt auf dem Rathausplatz, wo zahlreiche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Vaduz, aber auch einige Feuerwehrleute aus anderen Gemeinden, dem Abstimmungsergebnis entgegengefiebert hatten. Soeben, um kurz vor 14 Uhr, war die Kunde zu ihnen gedrungen, dass dem Bau eines neuen Feuerwehr- und Samariterdepots nichts mehr im Weg steht. Den entsprechenden Kredit in Höhe von 25,5 Millionen Franken hatten die – ihren demokratischen Pflichten nur zu 54 Prozent nachkommenden – Vaduzer Stimmbürger mit satten 77,1 Prozent bewilligt. «Ein so klares Resultat», meinte Feuerwehrkommandant Martin Konrad in einer ersten Reaktion, «konnten wir definitiv nicht erwarten. Für uns ist das eine Riesenüberraschung – und ein schönes Zeichen der Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr.»
Auch die Gemeinde, die in den Wochen vor der Abstimmung gemeinsam mit der Feuerwehr kräftig die Werbetrommel für ein Ja gerührt hatte, zeigte sich in Person von Bürgermeister Manfred Bischof vom Verdikt der 2769 Stimmberechtigten überrascht und angetan zugleich: «Ich ging schon davon aus, dass es reicht. Innerhalb der Gemeindegrenzen habe ich sehr wenige negative Stimmen vernommen. Aber mit dieser Deutlichkeit hätte ich nicht gerechnet.» Das Resultat dokumentiere zum einen eine spürbare Aufbruchstimmung, zum anderen aber auch, wie stark Feuerwehr und Samariterverein von der Vaduzer Bevölkerung getragen würden und in ihr verankert seien.

Auch ein Ausdruck des Sicherheitsbedürfnisses
Auch wenn Konrad und Bischof bezüglich der Gründe für das klare Votum nur Vermutungen anstellen konnten, waren sich die beiden einig, dass der Sicherheitsgedanke für viele Stimmberechtigte eine entscheidende Rolle gespielt hatte. «Das Thema Sicherheit betrifft jeden Einzelnen», so Konrad. Und es sei, sekundierte Bischof, ja auch ein Auftrag der Gemeinde, für ebendiese zu sorgen, indem sie entsprechende Aufgaben an Organisationen wie die Feuerwehr übertrage. Daneben sah der Bürgermeister aber auch in der Funktionalität der Informationskampagne eine Ursache für den positiven Ausgang der Abstimmung. «Mit den Informationsveranstaltungen im heutigen Depot haben wir den Leuten vor Augen geführt, dass Handlungsbedarf besteht. Jene, die noch unentschlossen waren, konnten sich zudem an unserem Informationsabend im Rathaussaal ein Bild machen.»

Neubau für Gemeinde und Feuerwehr einzig sinnvolle Option
Im Zuge ihrer Bemühungen um die Stimmen der Vaduzerinnen und Vaduzer hatten Gemeinde und Feuerwehr immer wieder auf die diversen Mängel des aktuell genutzten Baus hingewiesen. Dazu gehören unter anderem die fehlende Erdbeben- und Hochwassersicherheit, unzeitgemässe Infrastrukturen, eine viel zu geringe Anzahl an Parkplätzen und der akute Platzmangel, aufgrund dessen die ebenfalls im Vaduzer Depot stationierte Stützpunktfeuerwehr Teile ihre Materialien an zwei Aussenstandorten lagern muss. Viele dieser Probleme wären laut Aussagen der Beteiligten mit einem Umbau nicht zu beheben gewesen, ein Anbau aufgrund der umliegenden Wohnhäuser und Strassen erst gar nicht realisierbar.
Der gestern beschlossene Neubau an der Schaanerstrasse, in direkter Nachbarschaft zum Wasserwerk, verspricht demgegenüber eine sorgenfreie Zukunft. Allerdings wird es bis dahin noch ein wenig dauern. Den nächsten Schritt bildet laut Bürgermeister Bischof die Durchführung eines international ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs, der gut ein Jahr in Anspruch nehmen dürfte. Mit dem Spatenstich sei dann «in plus/minus zwei Jahren» zu rechnen, mit dem Bezug des neuen Depots bei positivem Bauverlauf im Frühjahr 2025.

Ein Ergebnis, das gefeiert werden muss
Für die Samariter und die Feuerwehr bedeutet dies, dass zur Wahrnehmung ihrer Pflichten fortan noch eine zweite Herausforderung hinzukommt: Sich bei aller Vorfreude in Geduld zu üben. «Ja», sagt Martin Konrad, «bis 2025 ist es noch eine Weile hin.» Auf der anderen Seite gehe die Arbeit nun aber erst richtig los. «Langweilig wird es uns daher sicher nicht.» So, wie gestern auf dem Rathausplatz auch, wie er am Ende des Gesprächs durchblicken liess: «Wir werden das Ergebnis definitiv noch gebührend feiern.» (bo)

07. Okt 2019 / 06:30
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