• Gemeinderatssturm in Triesenberg
    Die «Punkmandli» stürmten gestern, stellvertretend für alle Narren in Triesenberg, die Gemeinderats­sitzung. Die Regentschaft in der höchstgelegenen Gemeinde gehört nun ihnen bis Aschermittwoch.

Die «Bärgär Narra» halten jetzt das Zepter in der Hand

In Triesenberg stürmten gestern die «Punkmandli» die Gemeinderatssitzung.

Die Gemeinderatsmitglieder und Vorsteher Christoph Beck waren gestern gerade mit der Traktandenliste beschäftigt, als auf einmal die Türe aufging, einige «Punkmandli» hineinstürmten und die Arbeit des Gemeinderats dadurch ein jähes Ende fand. Es waren die «Bärgär Narra», die erneut den «Gemeinderatssturm» vollzogen. Er bedeutet, dass nun nicht mehr der Gemeinderat, sondern die Narren das Zepter bis Aschermittwoch in der Hand halten. Mit der Übergabe des Rathausschlüssels wurde dies symbolisch untermalt. 

Vorsteher: Ein ehemaliges Wild- und Narrenmandli 

«Den Gemeinderatssturm finde ich eine gute Idee und eine tolle Sache», sagte Vorsteher Christoph Beck. Die Fasnacht habe in Triesenberg schon immer einen hohen Stellenwert gehabt und es sei richtig, ihr entsprechend Platz einzuräumen. Nicht ohne Grund war gestern die Narrenzunft für den Gemeinderatssturm verantwortlich – immerhin kann diese auf eine bewegte Geschichte zurückblicken und trug in den vergangenen Jahren massgeblich zur Belebung der Triesenberger Fasnacht und der Förderung der Fasnachtsbräuche bei. «Wir haben die Guggamusik, den Gigox, den Wildmandligeist, die Fasnachtszeitung, die der FC kreiert und publiziert, den Kindermaskenball, den Umzug in Malbun und Triesenberg, die Malbuner Wahlen und den Stegerrat sowie die verschiedenen Weiler mit ihren Zünften», so Christoph Beck. Auf all das, vor allem aber auf die Vereine und ihre Mitglieder, könne Triesenberg sehr stolz sein. Er sei das «absolut», aber nicht nur, weil er selbst ein ehemaliges «Wildmandli» sowie Mitbegründer und erster Präsident der im Jahr 2006 wieder ins Leben gerufenen Narrenzunft ist. «Ich finde es einfach schön, dass Klein und Gross gerne Zeit in die fünfte Jahreszeit investieren, indem sie Kostüme nähen, Wagen bauen, Musik machen – einfach ausgelassen feiern und dadurch einen besonderen Brauch beleben.» Die Fasnacht sei dazu da, nicht immer alles zu ernst zu nehmen oder auf jedes Wort die Goldwaage zu legen, denn das tue man unterm Jahr sonst schon genug. «Deshalb gebe ich das Zepter nun gern den Triesenberger Narren bis zum Aschermittwoch in die Hand. Ich werde ganz bestimmt auch selbst an der einen oder ­anderen Veranstaltung sowie an den Umzügen anzutreffen sein», meinte der Vorsteher schmunzelnd. (bc)

05. Feb 2020 / 05:00
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