•  (Daniel Schwendener)

"Es ist eine Entdeckungsreise quer durchs Land"

Rund 75 Kilometer, 147 Stationen, 11 Gemeinden und ein Weg: Projektleiter Martin Knöpfel erzählt, was den Liechtenstein-Weg so besonders macht.

Herr Knöpfel, wie oft sind Sie als Projektleiter des Liechtenstein-Wegs die Strecke schon
abgegangen?
Martin Knöpfel:
An einem Stück bin ich den Weg bisher noch nicht abgegangen. Im Laufe der Planung und Entwicklung bin ich einzelne Teilabschnitte abgelaufen beziehungsweise bin ich sie mit dem Bike abgefahren. Manche Abschnitte habe ich auch schon privat zurückgelegt. Ich glaube, alles in allem bin ich den Weg sicher vier oder fünf Mal abgegangen.

Der Weg ist noch recht lang. Etwa 75 Kilometer, habe ich gelesen. 
Ja, er ist sehr lang. Liechtenstein misst von Norden nach Süden ungefähr 25 Kilometer. Der Liechtenstein-Weg ist demnach dreimal so lang. Grundsätzlich führt er auch von Norden nach Süden – oder umgekehrt – aber da er einige Schleifen macht, ist er wesentlich länger. Wir erwarten aber nicht, dass man ihn in einem Stück absolviert.

Immerhin verbindet er die elf Gemeinden des Landes …
Genau. Das war der Grundgedanke des Weges. Wir wollten zum 300-Jahr-Jubiläum des Landes etwas verbindendes schaffen – und was verbindet mehr als ein gemeinsamer Weg? 

Der Liechtenstein-Weg wurde aber nicht neu geschaffen.
Nein, aber die Idee des Liechtenstein-Wegs ist neu. Der Weg selbst führt auf dem bestehenden Wegnetz, das wir versucht haben, so geschickt zu verknüpfen, dass der Weg durch möglichst spannende Gebiete führt. Der Weg orientiert sich an den Inhalten der App «LIstory», die ebenfalls neu ist. 

Was genau kann man mit der App machen?
Die Inhalte der App «LIstory» wurden vom Liechtenstein-Institut im Auftrag von Liechtenstein Marketing ausgearbeitet. Die App thematisiert die historischen Höhepunkte unseres Landes bis in die Gegenwart und führt den Nutzer auf dem Liechtenstein-Weg.

Es ist also eine Art Navigation?
Durch Liechtenstein im geografischen und historischen Sinn – ja. 

Wie kann man sich das vorstellen?
Auf dem Liechtenstein-Weg sind 147 Erlebnisstationen positioniert. In der App sind bei jeder dieser Stationen Texte, Bilder, Audioaufnahmen, sowie bei einigen Videos und Augmented-Reality-Inhalte hinterlegt, die dem Nutzer etwas über die Geschichte des Ortes erzählen. Allerdings muss sich der Nutzer in der Nähe der Station befinden, um sämtliche Inhalte sehen zu können. Immerhin ist die Idee, dass man die Geschichte des Landes vor Ort entdeckt. 

Das tönt nach einem recht aufwendigen Projekt.
Das ist es. Wir haben vor rund eineinhalb Jahren mit der Umsetzung begonnen. Dabei war die Ausarbeitung beziehungsweise die Beschilderung des Weges noch eine der kleineren Aufgaben. Am aufwändigsten war die Ausarbeitung der App und vor allem das Zusammentragen und Erstellen der Inhalte. Da hat vor allem das Liechtenstein-Institut eine grossartige Leistung erbracht. 

Warum musste es eine App sein? Hätte ein Webseite nicht auch gereicht? Oder ein Buch?
Die Idee des Liechtenstein-Wegs ist neu. Aber der Weg führt auf dem bestehenden Wegnetz. Wir wollten die Geschichte des Landes so lebendig wie möglich darstellen. Und dafür sind die neuen Technologien und das Smartphone ideal. 

Der Liechtenstein-Weg ist demnach ein langfristiges Projekt oder verschwindet er nach dem Jubiläumsjahr wieder?
Der Liechtenstein-Weg soll auf jeden Fall bestehen bleiben und sich weiterentwickeln. Es wird ihn hoffentlich noch in 20 oder 30 Jahren noch geben. Schön wäre, wenn künftige Generationen sagen könnten: Der Weg wurde zum 300-jährigen Jubiläum geschaffen und wir führen ihn so weiter. Das wäre das Ziel.

Der Liechtenstein-Weg als Projekt ist ja in dieser Form einzigartig. 
Das ist er. Da kommt dem Land einmal mehr seine Kleinheit zugute. Es ist wohl der erste interaktive Weg, der in dieser Form durch ein ganzes Land und dessen Geschichte führt. Das Land und seine Leute so erleben zu können, ist sicher einzigartig. Und eine grosse Chance zugleich. Das erste Feedback von den ausländischen Journalisten, die den Weg bereits abgegangen sind, ist durchwegs positiv.  

Was sind Ihre persönlichen Highlights auf dem Weg?
Das ist noch schwierig zu sagen … Da müsste man zwischen dem Ort und dem Erlebnis unterscheiden. Ein schöner Ort ist für mich zum Beispiel in Triesenberg bei Profatscheng. Mit über 1100 Metern über dem Meer ist es der höchste Punkt des Liechtenstein-Weges. Dort oben geniesst man einen traumhaften Ausblick und an der Erlebnisstation erfährt man viel Interessantes über den Ort. Ein anderes Highlight ist zum Beispiel die Station bei der Burg Gutenberg, wo man dank «Augmented Reality» ins innere der Burg eintauchen kann. Aber auch das Ruggeller Riet ist sehr schön … Für mich ist das Highlight eigentlich das Erlebnis an sich. Man setzt sich bewusster mit dem Ort auseinander, an dem man wohnt, als man es vielleicht sonst tun würde. Ich dachte zu Beginn des Projekts, dass ich viel über unser Land weiss. Im Laufe der vergangenen Monate bin ich jedoch eines Besseren belehrt worden. 

Ab wann kann man den Liechtenstein-Weg nun begehen?
Ab kommenden Sonntag. Dann wird der Liechtenstein-Weg feierlich eröffnet. Um die Geschichte des Landes lebendig werden zu lassen, finden in jeder Gemeinde Programmpunkte statt. Um 9 Uhr geht es mit einem Dankesgottesdienst und anschliessendem Frühshoppen und gemütlichem Beisammensein im Sportpark Eschen-Mauren los. Das gemeinsame Feiern soll an diesem Tag im Vordergrund stehen. Ich freue mich darauf. (sms)

19. Mai 2019 / 00:00
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