• Der Schweizer Regisseur Andreas Hoessli wird für seinen Film "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution" mit dem Hauptpreis des Dokfilm-Festivals in München geehrt.
    Der Schweizer Regisseur Andreas Hoessli wird für seinen Film "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution" mit dem Hauptpreis des Dokfilm-Festivals in München geehrt.  (Handout and Copyright: DOK.fest München)

Schweizer Regisseur in München ausgezeichnet

Der Schweizer Regisseur Andreas Hoessli wird für seinen Film "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution" mit dem Hauptpreis des Dokfilm-Festivals in München geehrt.
München. 

Hoessli ist der Gewinner der Hauptreihe DOK.international Main Competition, wie das DOK.fest München am Samstagabend mitteilte. Der Preis, der sogenannte Viktor, ist mit 10'000 Euro dotiert.

Der Film "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution" (2019) blendet zurück ins Jahr 1979: Im Januar wurde in Iran der Schah aus Teheran vertrieben und der Ayatollah übernahm die Macht. Im August formierte sich in Polen die Gewerkschaft Solidarność und veränderte das Land.

Erzählt von Bruno Ganz

Hoessli war zu dieser Zeit Forschungsstipendiat in Polen. Er freundete sich mit dem polnischen Reporter Ryszard Kapuscinski an und erfuhr aus erster Hand von den Umbrüchen in Iran.

Vierzig Jahre später kehrt er nach Polen zurück und befragt nun seinerseits die Mitarbeiter des Geheimdiensts. Er reist in den Iran und interviewt Zeitzeugen der Revolution und Nachgeborene. Als Erzähler führt Bruno Ganz durch die Parallelgeschichte.

Die Jury würdigt den Film "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution" als "präzises psychologisches Porträt einer immer wieder erschütterten, auseinanderbrechenden Welt", wie es in der Mitteilung heisst. Der Film untersuche "im Wechselspiel von Romantizismus und Eingrenzung die Überbleibsel der Revolution".

Der Regisseur Hoessli dreht seit 1987 Reportagen und Dokumentarfilme für Fernsehen und Kino. Er arbeitete als Osteuropa-Korrespondent für Schweizer Zeitungen und war Auslandredaktor bei der "Rundschau" des Schweizer Fernsehens. Zuvor hatte er Soziologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Zürich und Paris studiert. Für seine Dissertation ging er 1980 nach Warschau. 1997 hat er den Film "Nachrichten aus dem Untergrund" vorgelegt; es folgten "Wall Street" (2004) oder "Swiss Sans-Papiers" (2006).

Das DOK.fest München konzentriert sich auf künstlerische Dokumentarfilme. Es dauert noch bis Sonntag (19. Mai). Gezeigt werden insgesamt 159 Filme aus 51 Ländern, zwei Drittel davon Welt- oder Deutschlandpremieren. Wie die Veranstalter weiter mitteilten, zählte das Festival in diesem Jahr über 50'000 Besucher, was einem Zuschauerrekord gleichkommt. (sda)

18. Mai 2019 / 23:00
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