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Kantonalbanken verdienen im Halbjahr mehr

Die 24 Schweizer Kantonalbanken haben wegen der Coronakrise ein turbulentes erstes Halbjahr hinter sich. Insgesamt konnten sie mehr verdienen als im Vorjahreszeitraum.
Die 24 Kantonalbanken haben im ersten Halbjahr 2020 kumuliert den Gewinn gesteigert. Insbesondere ein während der Coronakrise gut laufendes Handelsgeschäft hat zu der guten Entwicklung geführt.(Archivbild)
Die 24 Kantonalbanken haben im ersten Halbjahr 2020 kumuliert den Gewinn gesteigert. Insbesondere ein während der Coronakrise gut laufendes Handelsgeschäft hat zu der guten Entwicklung geführt.(Archivbild) (Bild: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Die Staatsinstitute nahmen insgesamt einen Ertrag von 4,6 Milliarden Franken ein und damit 0,9 Prozent mehr. Während der Geschäftserfolg im ersten Semester angesichts höherer Kosten unter dem Strich um 3,8 Prozent auf 1,8 Milliarden zurückging, blieb ein kumulierter Reingewinn von 1,7 Milliarden. Dies entspreche im Vergleich zur Vorjahresperiode einer Steigerung von 4,6 Prozent, teilte der Verband Schweizerischer Kantonalbanken am Montag mit.

Mit einem Anteil von über 60 Prozent am Geschäftsertrag bleibt das Zinsgeschäft weiterhin die wichtigste Ertragsquelle der Kantonalbanken. Dabei seien die Negativzinsen nach wie vor eine zentrale Herausforderung, hiess es. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsgeschäft ging im ersten Halbjahr um 0,3 Prozent auf 2,8 Milliarden zurück.

Auffällig ist das Ergebnis aus dem Handel: In der Summe verzeichneten die Kantonalbanken im Corona-Halbjahr einen Anstieg des Handelserfolgs um fast ein Drittel auf 528,7 Millionen. Dieser Geschäftsbereich sei innerhalb der Bankengruppe aber überaus heterogen und unterliege einer hohen Volatilität.

Hohe Unsicherheit wegen Corona

Während des Corona-Lockdowns seien die Banken derweil stets in der Lage gewesen, den Bankbetrieb aufrechtzuerhalten. Des Weiteren seien im Rahmen des Covid-19-Kreditprogramms des Bundes knapp 40'000 Kredite im Umfang von 5,1 Milliarden Franken zugunsten von betroffenen Unternehmen gesprochen worden.

Das widerspiegelt sich auch in der Bilanz: Die Finanzierungstätigkeit zeigte sich in einem Anstieg der Kundenausleihungen um 2,9 Prozent auf 465,6 Milliarden. Wegen der Coronakrise liegt ein besonderes Augenmerk auf der Entwicklung der Kreditrisiken. Die Kantonalbanken bildeten - wo nötig - Rückstellungen und Wertberichtigungen. Gruppenweit seien netto ausfallrisikobedingte Wertberichtigungen in Höhe von 65,5 Millionen neu gebildet worden. Eine Corona-bedingte starke Akzentuierung von Kreditausfällen könne bis anhin aber nicht festgestellt werden, so die Aussage.

Für den weiteren Jahresverlauf ist die Unsicherheit gross. Die Schweiz sei in eine schmerzhafte Rezession gefallen, die Finanzmärkte seien volatil und die Zinsen dürften auf absehbare Zeit keinen markanten Anstieg erfahren, hiess es mit Blick in die Zukunft. Die Institute seien jedoch "solide aufgestellt und gut gerüstet".

Über 18'500 Menschen arbeiten den Angaben zufolge in rund 620 Geschäftsstellen für die Schweizer Kantonalbanken. Der Marktanteil im Inlandgeschäft liegt bei rund 30 Prozent. (sda/awp)

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