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Überreste der Taucher nach Italien überführt: Doch der Tod der Gruppe wirft Fragen auf

Fünf italienische Taucher waren am 14. Mai bei einem Tauchgang am Vaavu-Atoll auf den Malediven nicht an die Oberfläche zurückgekehrt. Die Suche nach ihnen kostete auch einen einheimischen Taucher das Leben. Nun laufen Ermittlungen.
Weil vieles Fragen aufwirft, wurden die Ermittlungen aufgenommen. (Bild: Mohamed Sharhaan)

Die Überreste von vier in einer Unterwasserhöhle der Malediven zu Tode gekommenen Tauchern aus Italien sind in ihre Heimat überführt worden. Das teilte ein Sprecher der maledivischen Regierung am Samstag mit. Präsidentensprecher Mohamed Hussain Shareef erklärte, es seien zwei Untersuchungsverfahren eingeleitet worden. Eine gelte dem Tod der insgesamt fünf Taucher aus Italien, die zweite Untersuchung solle die Todesumstände eines einheimischen Militärtauchers aufklären, der bei dem gefährlichen Sucheinsatz die Dekompressionskrankheit erlitt und in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Malé starb. Italien habe eingewilligt, im Falle von Obduktionen alle Erkenntnisse weiterzuleiten.

Weil vieles Fragen aufwirft, wurden die Ermittlungen aufgenommen. (Bild: Mohamed Sharhaan)

Die insgesamt fünf italienischen Taucher waren am 14. Mai bei einem Tauchgang am Vaavu-Atoll nicht an die Oberfläche zurückgekehrt. Der Leichnam eines italienischen Tauchlehrers wurde noch am selben Tag tot im Eingansgbereich der Höhle in einer Tiefe von etwa 50 Metern entdeckt. Seine Leiche war bereits zu einem früheren Zeitpunkt nach Italien zurückgeführt worden.

Die Suche nach den vier weiteren Mitgliedern der Tauchgruppe, drei Frauen und ein Mann, wurde nach dem Tod des einheimischen Militärtauchers vorübergehend ausgesetzt. Finnische Spezialtaucher mit besonderer Ausrüstung entdeckten sie schliesslich tief im innersten der Höhle auf etwa 60 Metern und bargen die Leichen in zwei Etappen. Das Divers' Alert Network Europe, das die drei finnischen Taucher entsandt hatte, erklärte auf seiner Website, es handele sich bei den Finnen um technische Taucher und Höhlentaucher mit internationaler Erfahrung in Such- und Bergungseinsätzen – einschliesslich Operationen in «tiefen Umgebungen mit Überkopfstrukturen, beengten Räumen und Hochrisikoszenarien».

Das Team setzte fortschrittliche technische Systeme ein, darunter Kreislauftauchgeräte (Rebreather). Solche Systeme bereiten das ausgeatmete Atemgas wieder auf und entfernen das Kohlendioxid mittels eines chemischen Filters, was «deutlich längere Tauchgänge» ermöglicht, wie die Organisation erläuterte.

Warum standen nicht alle auf der Liste?

Auf den Malediven gilt eine Tiefenbegrenzung für das klassische Sporttauchen auf 30 Meter, tiefere Tauchgänge erfordern eine Genehmigung. International tätige Tauchausbildungsorganisationen wie PADI und SSI geben die absolute Tiefengrenze für das klassische Sporttauchen mit 40 Metern an und machen die maximal zulässige Tiefe für einzelne Taucher von deren individueller Ausbildungsstufe abhängig. Alles, was unter 40 Metern liegt, gilt als technisches Tauchen, das zusätzliche Fertigkeiten erfordert und regelmässig auch Spezialausrüstung.

Obwohl die Taucher über eine Genehmigung verfügten, war den Behörden auf Grundlage ihres Antrags der genaue Standort der von ihnen erkundeten Höhle nicht bekannt. Zudem standen nach Angaben der maledivischen Behörden mindestens zwei der Verstorbenen nicht auf der eingereichten Liste der beteiligten Forscher. Bei den italienischen Opfern handelt es sich um die Ökologie-Dozentin Monica Montefalcone von der Universität Genua, deren Tochter Giorgia Sommacal, den Meeresbiologen Federico Gualtieri, die Forscherin Muriel Oddenino und den Tauchlehrer Gianluca Benedetti, bei dem zu Tode gekommenen maledivischen Taucher handelt es sich um Mohamed Mahudhee. (dpa)

 
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