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Marc Gisin verzichtet auf Rennstarts

Marc Gisin wird in diesem Winter keine Rennen bestreiten. Den Entscheid fällt der Engelberger nach dem ersten Training für die Lauberhorn-Abfahrt.
Marc Gisin wird in diesem Winter keine Rennen bestreiten
Marc Gisin wird in diesem Winter keine Rennen bestreiten (Bild: KEYSTONE/AA)

Der im vorletzten Dezember in der Abfahrt in Val Gardena unmittelbar vor den Kamelbuckeln schwer gestürzte Gisin hatte in diesem Winter schon mehrfach Anlauf für seine Rückkehr genommen. Er stand vor Wengen schon in Lake Louise, Beaver Creek und Val Gardena im Aufgebot von Swiss-Ski, liess es aber stets bei Trainingsfahrten bewenden.

Für Einsätze in den Rennen sah er die Zeit noch nicht gekommen. Die Verletzungen an den Rippen, der Lunge und der Hüfte sind zwar längst verheilt, doch im mentalen Bereich hat der 31-Jährige den Unfall noch nicht restlos verarbeitet. Auf den Abstecher vor Neujahr nach Bormio verzichtete er. Der Abstand zur Spitze sei noch sehr gross, so Gisin in Val Gardena. Er wollte sich stattdessen dem Training widmen, um fürs Lauberhorn bereit zu sein. Die erste Fahrt am Dienstag, die er ab der Minschkante fast gänzlich in aufrechter Position absolvierte und als 82. und Letzter beendete, war nun zugleich die letzte.

Heikle Situation im Training

"Bis zur Minschkante gab ich recht Gas. Dann aber war ich etwas zu passiv und geriet in Rücklage. Es war eine heikle Situation, ähnlich wie im Training in Beaver Creek. Danach ging mir der 'Laden' sofort runter", erzählt Gisin. Wenn er noch in die Saison hätte einsteigen wollen, dann hätte dies hier in Wengen passieren müssen, so der Obwaldner. Nun brauche er aber eine Pause, "seit meinem letzten Sturz arbeitete ich hart für die Rückkehr. Zunächst für den körperlichen Aufbau, dann ab August mit dem Team. Es war eine energieraubende und frustrierende Zeit." Gisin will gegen Ende Saison wieder zum Team stossen. "Und dann werden wir sehen, wie es weitergeht."

Der Sturz Mitte Dezember 2018 in Val Gardena war für Gisin der zweite mit gravierenden Konsequenzen. Zuvor war er am 23. Januar 2015 beim Super-G in Kitzbühel an der Hausbergkante spektakulär gestürzt. Beim Aufprall erlitt der Engelberger ein Schädel-Hirn-Trauma. Zwar kam er in der Folgesaison in den Weltcup zurück und wurde Abfahrts-Fünfter in Kitzbühel, doch mehr als eineinhalb Jahre nach seinem Sturz kämpfte Gisin wieder mit gesundheitlichen Problemen.

Wegen Erschöpfungs-Symptomen konnte er nachts kaum schlafen, weshalb er Anfang Dezember 2016 die Saison abbrach. Im Winter 2017/18 meldete sich der Bruder der Olympiasiegerinnen Dominique und Michelle Gisin mit guten Resultaten zurück. Im Abfahrts-Schlussklassement nahm er mit 71 Punkten den 23. Rang ein, womit er in dieser Wertung viertbester Schweizer war. (sda)

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