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Ein stimmiges Ganzes

Für das Projekt des Einfamilienhauses der Bauherrschaft Vogt in Balzers musste der genehmigten Gestaltungsplan der Bauzone eingehalten werden. Der projektleitende Architekt von Vogt Architekten, John Gulli, erklärt im Interview, auf welche Besonderheiten ein Augenmerk gelegt werden musste.
Zu Besuch bei, Balzers
(Bild: Tatjana Schnalzger)

Herr Gulli, das Haus der Bauherrschaft Vogt wurde in einem Dorfteil erstellt, in welchem verschiedene architektonische Richtlinien befolgt werden müssen. Welche Richtlinien sind das genau und wie haben Sie diese zusammen mit den Bauherren umgesetzt und realisiert?
John Gulli:
Die Bauparzelle befindet sich in der Dorfkernzone im Ortsteil Balzers zwischen dem ortsbildgeschützten Gasthaus zum Engel und dem schützenswerten Gebäude «Liechtensteiner Hof». Gemäss Gemeinderichtplan bestand auf der Bauparzelle sowie den beiden Nachbarparzellen eine Gestaltungsplanpflicht. Vereinfacht gesagt werden im Gestaltungsplan die zukünftigen Gebäudevolumen und die eigenen Bauvorschriften festgelegt, mit dem Ziel, eine höhere architektonische Qualität im gesamten Gestaltungsplan-Perimeter zu sichern. Der genehmigte Gestaltungsplan bildet die Basis für das Baugesuch. Die Ausarbeitung der Details mit deren Materialien und Farben erforderte stets den Austausch mit der Baubehörde.

Mit welchen Vorgaben ist die Bauherrschaft bei Projektbeginn auf Sie zugekommen und wie haben Sie diese Vorschläge ins Projekt aufgenommen?
Während der Erarbeitung des Gestaltungsplans war noch offen, ob Hugo Vogt mit seiner Schwester zusammen baut oder er ein eigenständiges Einfamilenhaus bauen wird. Auch auf welchem Baufeld er bauen würde, war offen. Während der Entwicklung des Gestaltungsplanes entstand der Wunsch, ein eigenständiges Einfamilienhaus zu bauen.

Das Haus steht auf Pfählen, die im Erdreich verankert sind. Aus welchem Grund war diese Sicherung notwendig und welche Herausforderung brachte dieses Detail mit sich?
Im Zuge der Aushubarbeiten musste festgestellt werden, dass der Untergrund nicht tragfähig genug war. So musste das Gebäude auf duktilen Gusspfählen fundiert werden. Die Beteiligten haben sehr schnell auf diese neue Situation reagiert.

Welche Inputs und Ideen haben Sie mit in dieses Projekt eingebracht, die von der Bauherrschaft übernommen wurde?
Ich kann nicht behaupten, dass dies meine Idee war und das die Idee vom Bauherrn. Am Anfang hat jede Bauherrschaft viele Bilder und Wünsche im Kopf. Es sind auch ganz viele andere an einem Projekt beteiligt. Wir versuchen mit unserer Erfahrung, die Bedürfnisse zu ordnen und ein stimmiges Ganzes zu schaffen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft?
Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Wir sind dankbar für das uns entgegengebrachte Vertrauen.

Gibt es eine architektonische Besonderheit oder Eigenschaft an diesem Gebäude bzw. Projekt, die Ihnen als Architekt besonders gut gefällt, und weshalb?
Die einheitliche Farb- und Materialwahl, die dem Gesamten eine ruhige Note verleiht und zusätzlich die grosszügig geschnittenen Räume zusammenbringt. Besonders zu erwähnen ist das zweigeschossige Büro mit der Galerie und die vorgelagerte, überhohe Loggia. Ein stimmiges Ganzes. 

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