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Vom Kultfilm zum Lebensgefühl

Helm auf, Lederjacke und Handschuhe angezogen – vor einem liegt ein breiter, kilometerlanger Highway. Der Motor wird gestartet. Gleichmässig und tief schnurrt die Maschine vor sich hin, bevor der Gashebel den Motor zum Brüllen bringt und Steine und Sand aufwirbeln. Ein Bild wie aus einem Film – beispielsweise aus «Easy Rider». Ein Kultmovie, der ganze Generationen geprägt hat. Chopperfahren ist viel mehr als nur eine Leidenschaft. Es ist ein Lebensgefühl.
Two men riding motorcycles along road
Two men riding motorcycles along road (Bild: iStock)

Born to be wild» von Steppenwolf, der Soundtrack zu «Easy Rider», steht auch heute noch für Freiheit und ein ganz spezielles Lebensgefühl. Chopperfahren ist nicht einfach Motorradfahren, es ist etwas spezieller, die Biker haben eine andere Philosophie. Im Unterschied zu anderen Motorrädern kauft ein Chopperfahrer sein Bike nicht einfach beim Händler und nimmt es dann mit. So ein besonderes Motorrad wird modifiziert, gepimt, verbessert und verschönert, sodass es den individuellen Wünschen und Vorstellungen des Besitzers entspricht. Das bedeutet, dass vielleicht mehr Chrom verbaut oder es neu lackiert wird, zusätzliche Teile angebracht oder überflüssige entfernt werden – den Wünschen sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Natürlich basiert jeder Chopper auf einem bestimmten Modell, aber nach den Anpassungen ist es ein einzigartiges Kunstwerk, das von seinem Besitzer gepflegt wird wie ein Schmuckstück. 

Die Ruhe geniessen, denn der Weg ist das Ziel
Ein Chopper ist kein Bike für die Autobahn oder hohe Temperaturen. Generell entscheidet sich niemand für eine Harley, der besonders schnell von A nach B kommen will. Beim Chopperfahren ist der Weg das Ziel. Die Biker geniessen dabei das Fahrgefühl, lauschen dem Sound, lassen den Fahrtwind an ihren Ohren vorbeiziehen und geniessen die Landschaft. Es ist nicht so, dass man mit einem Chopper nicht schnell fahren könnte, aber es ist schlichtweg nicht nötig. Wer schneller fahren will und den Kick in der Geschwindigkeit sucht, sollte sich eher nach einer anderen Maschiene umschauen. Entweder man ist ein Choppertyp oder eben nicht. Oder wie Markus Vogt im Interview erzählt, «der Charakter und der Mensch müssen zum Bike passen».

Ein Wandel ist spürbar
Motorradfahren erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Zu den legendären Marken haben sich aber schon lange neue Hersteller gesellt. Auch wenn der Kuchen insgesamt nicht kleiner wird, bleibt für die einzelnen Marken am Schluss weniger übrig. Aus diesem Grund versuchen etliche Marken, neue Bereiche zu erschliessen – das Angebot wird breiter und auch die ersten Elektro-Motorräder finden sich in der Modellpalette. Eingefleischte Chopperfahrer halten wohl eher wenig von diesem Trend – schliesslich geht nichts über einen guten Sound und ein tiefes Rattern unter dem Sattel. Anderen kommt diese Entwicklung eventuell entgegen. (lat)

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des «Autofrühling».

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