• proIT: Datenschutz & Daten schützen, Ruggell
    Ivan Bütler testet als «guter Hacker», wie verwundbar Unternehmen sind. FOTO©RIGHT: TATJANA SCHNALZGER  (Tatjana Schnalzger)

Vorsicht, Erpresser im Netz!

Die Erpresser-Software «Petya» richtete unlängst grosse Schäden an. Vor allem Banken, Telekomfirmen und Energieunternehmen waren betroffen. IT-Profi Ivan Bütler erklärte in Ruggell, was die digitalen Erpresser antreibt und was Unternehmen dagegen tun können.

meltier. Hacker erpressen Unternehmen oder Kunden. Kaum hat das eine Schadprogramm grosse Schäden angerichtet, bringen Cyberkriminelle das nächste in Umlauf. «Wanna Cry» zum Beispiel verschlüsselte Dateien und machte so Computer unbrauchbar. Damals verlangten die Hacker 300 Franken von ihren Opfern. Windows-PCs auf der ganzen Welt waren betroffen. Die Malware nutzte eine Schwachstelle des Windows-Betriebssystems. Darauf folgte das Schadprogramm «Petya», das die gleiche Schwachstelle des Systems nutzte und Unternehmen erneut um 300 Franken erpresste. «Es ist wie im wilden Westen: Es wird auf alles geschossen, was sich bewegt», erklärt IT-Profi Ivan Bütler. Er referierte unlängst in Ruggell zum Thema «Ransomware». Durch diese Schadprogramme verschlüsseln Hacker Daten auf der Festplatte und fordern dann Lösegeld. Solche Erpressungs-Trojaner gibt es schon länger, doch Experten haben nun eine Vervielfachung dieser Malware festgestellt. «Die Haupttäter kommen vor allem aus Brasilien, den Balkan-Staaten und China», erklärt Bütler. 

Schwachstelle Mitarbeiter

Auch Schweizer und Liechtensteiner Unternehmen bleiben von Erpressern nicht verschont. Unlängst in die Öffentlichkeit gelangte der Fall der damaligen Valartis-Bank (heute Bendura Bank) in Bendern. Die Hacker drohten mit Datenweitergabe: Sollte nicht gezahlt werden, wollten sie Daten an Finanzbehörden und Medien weiterreichen. Es ist nicht bekannt, wie die Bank damit umgegangen ist. Nur selten gelangen solche Angriffe laut Bütler auch an die Öffentlichkeit. Er erklärte an einer Veranstaltung in Ruggell, wie sich Unternehmen vor solchen Angriffen schützen können. Organisiert wurde der Anlass von proIT als Branchenverband der Sektion Informatik der Wirtschaftskammer Liechtenstein. (dal)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Wirtschaft Regional»

 

 

07. Okt 2017 / 10:39
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